Immer grüßt das Murmeltier: Der Volkswagen-Konzern hat zwar bereits ein Sparprogramm umgesetzt, doch offenbar reicht das nicht. Obwohl laut einem Unternehmenssprecher ein nicht näher bezifferter Betrag im zweistelligen Milliardenbereich eingespart wurde, soll nun noch weiter gekürzt werden. Ein neuer Bericht behauptet, der Autokonzern wolle seine Kosten um ein Fünftel senken. Das Wirtschaftsmagazin Manager Magazin (Abo erforderlich) berichtet, dass Spitzenmanager des VW-Konzerns im vergangenen Monat an einem Treffen in Berlin teilgenommen hätten. Dabei sollen CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz eine "massive" Kostensenkungsagenda skizziert haben. Demnach sieht der Plan vor, die Ausgaben konzernweit über alle Marken bis Ende 2028 um bis zu 20 Prozent zu reduzieren. Spiegel ergänzt, das Unternehmen peile Einsparungen von rund 60 Milliarden Euro an. Unklar ist, wie Volkswagen eine derart große Summe in vergleichsweise kurzer Zeit einsparen will. Das Manager Magazin hält jedoch ein Worst-Case-Szenario für möglich: Werksschließungen. Dem Bericht zufolge schließen Verantwortliche in Wolfsburg nicht aus, weitere Fabriken zu schließen – nachdem die Fahrzeugproduktion am Standort Dresden im vergangenen Dezember beendet wurde. Die "Gläserne Manufaktur", in der einst der Phaeton vom Band lief, war nach dem Ende der ID.3-Fertigung das erste deutsche Werk, das der Konzern seit 88 Jahren geschlossen hat. Auch das ehemalige Karmann-Werk in Osnabrück steht immer wieder zur Disposition. Warum der VW-Konzern noch weiter sparen muss, hat mehrere Gründe. Die Verkäufe in China gehen weiter zurück: Im vergangenen Jahr sanken sie um acht Prozent auf 2,69 Millionen Fahrzeuge. Der Rückgang im Jahresvergleich wirkt für sich genommen nicht dramatisch – der Blick auf frühere Werte zeichnet jedoch ein anderes Bild. 2019 erreichten die Auslieferungen des VW-Konzerns in China noch 4,23 Millionen Einheiten. Damit ist die jährliche Nachfrage in nur sechs Jahren um 1,5 Millionen Fahrzeuge beziehungsweise rund 36 Prozent eingebrochen. Und es betrifft nicht nur China. Auch Zölle in den USA belasten die Ergebnissituation des VW-Konzerns – ebenso wie der zunehmende Wettbewerbsdruck in der globalen Autoindustrie. Laut Manager Magazin sind diese drei Faktoren die Treiber für den Vorstoß zu weiteren Einsparungen, offiziell bestätigt ist allerdings nichts. Mehr Informationen dürfte es am 10. März geben, wenn Oliver Blume bei der Jahrespressekonferenz zu den Geschäftszahlen des VW-Konzerns voraussichtlich zusätzliche Details nennt. 2025 gingen die weltweiten Verkäufe um 0,5 Prozent auf 8.983.900 Einheiten zurück – damit blieb Toyota zum sechsten Mal in Folge der weltweit größte Autohersteller. Der japanische Konzern lieferte 2025 insgesamt 11.322.575 Fahrzeuge aus, inklusive der Marken Lexus, Daihatsu und Hino. Volkswagen ID.Every1 (2025) Fest steht: Die Lage beim VW-Konzern ist alles andere als rosig – auch weil das Unternehmen bereits beschlossen hat, bis Ende des Jahrzehnts 35.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Die berichteten Kostensenkungen um 20 Prozent kämen zusätzlich zu den 15 Milliarden Euro, die der Konzern mittelfristig jährlich durch Personalreduzierungen und den Wegfall bestimmter Produktionsschichten in Deutschland einsparen will. Gleichzeitig gibt es Gründe für vorsichtigen Optimismus. Der VW-Konzern bereitet eine neue Welle günstigerer Elektroautos vor. Los geht es in diesem Jahr mit dem ID. Polo ab 25.000 Euro und dem ID. Cross. 2027 soll ein Einstiegs-E-Auto für 20.000 Euro folgen, das den vor einigen Jahren eingestellten e-up! indirekt ersetzt. Auch Schwestermarken wie Audi, Skoda und Cupra wollen mit weiteren bezahlbaren E-Modellen ihre wachsenden Elektro-Portfolios ausbauen.