In der DDR war die Fahrt in einem Wolga immer etwas besonderes. Entweder man saß in einem Taxi, das man sich eher selten leisten konnte oder wollte. Oder man war ein ranghoher Funktionär ... Jetzt kehrt der traditionsreiche Name zurück, allerdings in einer völlig anderen technischen Welt. Die Marke Wolga bringt 2026 gleich zwei neue Modelle an den Start. Der K50 tritt als SUV an, der C50 als klassische Limousine. Optisch tragen beide einen eigenständigen Auftritt mit großem Wolga-Schriftzug und markantem Grill. Technisch handelt es sich jedoch nicht um Eigenentwicklungen aus Russland. Hinter den neuen Wolga stehen bewährte Plattformen des chinesischen Herstellers Geely. Der SUV K50 basiert auf dem Geely Monjaro. Mit 4,77 Metern Länge, 1,90 Metern Breite und 2.845 Millimetern Radstand bewegt er sich im Umfeld von Modellen wie dem VW Tayron. Unter der Haube arbeitet ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 238 PS. Der Motor kombiniert Achtgangautomatik und Allradantrieb. Adaptive Dämpfer sollen den Spagat zwischen Komfort und Straffheit schaffen. Innen setzt der K50 auf typische Mittelklasse-SUV-Ausstattung. Panorama-Glasschiebedach, LED-Ambientebeleuchtung, Premium-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und elektrisch einstellbare Vordersitze mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion stehen auf der Liste. Dazu kommen zahlreiche Assistenzsysteme, die aktuelle Sicherheitsstandards abdecken sollen. Zielgruppe sind klar Kunden, die ein modernes, voll ausgestattetes SUV im oberen Mittelklassesegment suchen. Der C50 positioniert sich als klassische Limousine. Basis ist der Geely Preface, die Abmessungen liegen bei 4,82 Metern Länge, 1,88 Metern Breite und 2.800 Millimetern Radstand. Auch hier übernimmt Wolga vor allem Designarbeit an Front und Heck, Technik und Proportionen bleiben nah am chinesischen Original. Damit spricht der C50 Käufer an, die eine konventionelle Stufenheck-Limousine bevorzugen, wie sie in Russland weiterhin eine große Rolle spielt. Beim Antrieb des C50 kommt ebenfalls ein Zweiliter-Turbobenziner zum Einsatz. Hier haben Kunden die Wahl zwischen 150 und 200 PS. Die Kraft gelangt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder. Allradantrieb gibt es im C50 nicht. Im Innenraum finden sich ein digitales Kombiinstrument, ein vertikal angeordneter Touchscreen für das Infotainment und ein Vierspeichen-Lenkrad. LED-Scheinwerfer, Keyless-Go, Klimaautomatik, Tempomat und 360-Grad-Kamera gehören zum Ausstattungspaket. Ein wichtiger Punkt aus Industriesicht ist der Produktionsstandort. Sowohl K50 als auch C50 laufen im ehemaligen Volkswagen-Werk in Nischni Nowgorod vom Band. Volkswagen stellte dort nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 die Fertigung ein und trennte sich von der lokalen GAZ-Partnerschaft. Die Wiederbelebung des Standorts mit Wolga-Modellen markiert einen deutlichen Wechsel der industriellen Einflusszonen im russischen Markt. Ursprünglich plante Wolga das Comeback bereits 2024 mit drei Modellen auf Basis von Changan-Plattformen. Dieses Projekt scheiterte, nun erfolgt der Neustart mit Geely als Technikpartner. Preise kommunizieren die Beteiligten noch nicht, auch Exportpläne fehlen aufgrund des Ukrainekriegs und der entsprechenden Embargos.