Kennen Sie Lynk und Co? Gegründet 2016 mit Hauptsitz in Göteborg, Schweden, ist die Marke heute in 25 Märkten in Europa aktiv. Sie gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern. Die Fahrzeuge sind zwischen denen von Geely und Volvo positioniert. Viele wurden zusammen mit Volvo entwickelt. Indes: Die Marke sucht noch nach ihren Fans. 703 Neuzulassungen im gesamten Jahr 2025 waren es in Deutschland. 2026 sollen es neue Modelle richten, zudem nutzt man inzwischen stärker den klassischen Vertrieb über Händler. Angefangen hatte man einst mit einer Art Auto-Abo: Ein fester Monatsbetrag inklusive Wartung und Versicherung, nur tanken musste man selbst bezahlen. Lynk & Co 01 Facelift (2025) 2024 machte Lynk & Co den ersten Schritt im Retail. Ein Jahr später hat die Marke diesen Prozess deutlich beschleunigt: von 11 Clubs auf über 125 bestätigte Verkaufsstellen in ganz Europa, davon 80 aktive Händler, die bereits Fahrzeuge verkaufen, sowie 35 weiteren Verkaufspunkten in Importmärkten. Diese Expansion bietet Kunden Zugang zu mehr als 350 autorisierten Werkstätten in Europa, macht Service und Wartung einfach und bequem. Je nach Marktstruktur variieren die Retail-Flächen von 200 bis 550 m² und umfassen vollständige Lynk & Co-Fassaden, -Logos und -Innenraumgestaltungen. Die Resonanz der Partner war äußerst positiv. Bis Ende 2025 werden mehr als 150 Retail-Partner erwartet. Ein weiterer großer Meilenstein war die Markteinführung des Lynk & Co 08, eines großen Plug-in-Hybrid-SUVs. Der 08 bietet eine rein elektrische Reichweite von bis zu 200 km (WLTP) und unterstützt DC-Schnellladen – laut Hersteller als erster Plug-in-Hybrid in Europa. Im Programm bleiben der überarbeitete Lynk & Co 01 sowie der 2024 eingeführte vollelektrische 02. Bildergalerie: Lynk & Co 02 Parallel dazu erweitert Lynk & Co seine europäische Präsenz und startet 2025 in drei neuen Märkten: Österreich, Schweiz und Tschechien. Jeder Markt spielt eine strategische Rolle: Österreich und Tschechien stärken die Position in Mitteleuropa, während die Schweiz großes Potenzial für Premium- und elektrifizierte Fahrzeuge bietet. Unterstützt durch das Händlernetz von Volvo Cars und einen Wholesale-first-Ansatz ermöglichen diese Markteintritte Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und ein konsistentes Markenerlebnis über alle Touchpoints hinweg. Gekommen, um zu bleiben. So sagt man es selbstbewusst. Wir haben uns mit Commercial Director Christian Treitz, über die Marke Lynk und Co. und ihre Zukunft unterhalten. Und zwar im Fond des 08 ... Motor1: "Wir haben selbst noch hier in München miterlebt, dass es eine Art Lynk & Co Pop-up-Store gab und angepriesen wurde, dass man die Autos in einer Art Miete mit allem außer Sprit mieten konnte. Jetzt kommt der Schwenk. Wie ist der Hintergrund dafür?" Treitz: "Also, was man von Anfang an sagen muss – und das gilt wahrscheinlich auch für die anderen Hersteller: Es gibt eine Kundengruppe, für die Subscription oder Abomodelle vollkommen relevant und wichtig sind und auch tatsächlich einen Vorteil bieten. Jetzt muss man sagen, dass es eine Art Vertriebskanal ist. Daraus ein Geschäft zu machen, das gelingt Anbietern, die mehrere Marken haben, aber für einen OEM, also für einen Automobilhersteller, ist es eine Art Vertriebskanal. Wir haben uns eine gute und loyale Kundenbasis dadurch aufgebaut mit Lynk & Co, sehen aber tatsächlich, dass wir, um wirklich einen Erfolg – und vor allem in Deutschland in einem hart umkämpften Markt – zu haben und die Marke voranzubringen, ein Händlernetz brauchen. Wir brauchen die Menschen vor Ort, wir brauchen ein Gesicht für den Kunden, und die Händler stehen mit ihrem Gesicht und ihrem Namen für unsere Marke. Wir brauchen diese vertraute Basis, und das können Händler durchaus besser als Clubs oder Automobilhersteller." Motor1: "Absolut. Sicherlich auch vor dem Hintergrund, dass der Kunde hier ja Fahrzeuge hat, die er dann auch aktiv ausprobieren kann, Probe fahren kann." Treitz: "Genau. So wie wir gerade: anfassen, erleben und beraten werden. Und das ist eine Aufgabe, die kann der Automobilhandel seit Jahrzehnten deutlich besser, aus meiner Sicht." Motor1: "Wie viele Standorte sind deutschlandweit ungefähr geplant?" Treitz: "Wir orientieren uns ganz genau am Volvo-Netzwerk. Das heißt, unsere Händler sind alle Volvo Premium-Partner. Das heißt, wir reden maximal in diesem Jahr von 35, die wir erschließen. Langfristig versuchen wir natürlich, analog zum Volvo-Netzwerk, in allen wichtigen Regionen vertreten zu sein." Lynk & Co-Showroom in München (Februar 2026) Motor1: Ich hatte mir die Neuzulassungen für Lynk im letzten Jahr angeschaut. Das ist ja überschaubar oder ausbaufähig, je nachdem, wie man es nennen möchte. Treitz: "Oder ein positiver Trend, wie wir es nennen." Motor1: "Aber was macht Sie hoffnungsfroh, dass das noch schön ausgebaut werden kann?" Treitz: "Also, wenn man sich das letzte Jahr anschaut, dann muss man immer das Gesamtkonzept sehen. Wir haben im letzten Jahr im Januar mit einem Händler bzw. im Anschluss daran mit zwei Händlern tatsächlich gestartet. Bis die weiteren Händler aktiv geworden sind – vertrieblich aktiv – war schon das zweite Halbjahr. Das heißt, wir reden hier über ein Transformationsjahr, wo wir etwas aufbauen. Auch in diesem Jahr befinden wir uns immer noch im Aufbau. Wir haben hier in München jetzt einen wunderbaren Showroom, der seit Mitte Februar fertig ist. In anderen Regionen folgen die nächsten Showrooms jetzt in den nächsten Monaten. Das heißt, da ist immer noch ein Aufbau. Was mich tatsächlich zuversichtlich stimmt bei dieser Marke, sind die Produkte. Wir haben absolut kein Produktproblem. Die Qualität ist hervorragend. Wir haben ein absolut hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis – vor allem, wenn man anfängt, sich umzuschauen. Lynk & Co 08 (2025) Wir sitzen gerade im 08, wenn ich das sagen darf, in der Vollausstattung. Wir haben „Core and More“ – „More“ ist die Vollausstattung, kostet dann 59.995 Euro inklusive Massagesitze, Sitzheizung, Sitzkühlung. Wir haben eine Long-Range-PHEV-Technologie mit Schnellladefunktion – nicht vorhanden im Markt in der Kilometer-Range. Dieses Auto ist gigantisch groß für Familien, und das alles halt für knapp unter 60.000 Euro. Das ist ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das muss man erst mal bieten bei absolut hochwertiger Qualität." Motor1: "Das stimmt. Gut, das beantwortet fast schon meine Frage, die ich jetzt noch hätte: Wie würden Sie Ihren besten Freund in zwei oder drei Sätzen davon überzeugen, einen Lynk zu kaufen?" Treitz: "Das ist relativ einfach. Der erste Satz ist immer: „Setz dich rein.“ Der zweite ist: „Fahr ihn.“ Dann hast du die Menschen überzeugt. Und das ist tatsächlich das, was wir auch als Feedback von den Händlern bekommen. Ja, es ist schwierig, einen Kunden davon zu überzeugen, sich einen Lynk oder eine andere chinesische Marke anzuschauen. Da gibt es immer noch Vorbehalte. Die DAT-Studie aus 2024 zeigt das auch relativ deutlich. Wenn die Menschen das aber mal angefasst haben und gefahren sind und sehen, was es für Optionen gibt und auch dieses „Touch and Feel“ sehen, dann sind sie relativ schnell davon überzeugt. Dann sind sie auch weg von „Ja, es ist ja ein Chinese“ oder „Ja, es ist eine unbekannte Marke“. Das ist in anderen europäischen Ländern deutlich einfacher zu erreichen, weil wir in Deutschland natürlich mit unserer starken heimischen Automobilindustrie... Da ist der Kunde immer darauf hinaus, die etablierten Marken zu kaufen. Das heißt, unsere Zielgruppe ist alleine schon relativ gering. Aber die, die offen sind und die sich die Fahrzeuge anschauen, die sind überzeugt." Motor1: "Das heißt, die Angliederung von Lynk an Volvo im Hinblick auf die Autohäuser kann auch da helfen, dass die Kunden sehen: "Ah, da ist Volvo, da ist Lynk, das gehört zusammen, da ist ein guter Name dahinter.'" Treitz: "Wir sind eine Schwestermarke von Volvo. Und wir haben tatsächlich zwei Vorteile, die sich daraus ergeben, wenn wir jetzt weggehen von den Produkten und der Entwicklung. Erstens: Wir haben ein bestehendes Servicenetz, nicht nur in Deutschland mit 84 Standorten, sondern europaweit. Das heißt, jeder Kunde, der ein Auto kauft bei Lynk & Co, weiß, er ist sicher, was seine Werkstatt angeht. Was viele neue Marken anders machen: Die bauen erst das Händlernetz auf und dann das Servicenetz. Wir haben ein Servicenetz. Und zweitens: Dadurch, dass wir rein auf Volvo-Händler setzen in jedem europäischen Land, gehen wir natürlich auch hin und sagen: Wir haben von Anfang an eine hohe Qualität der Händler in unserem Netzwerk. Wir müssen ihnen nicht noch unsere Philosophie erklären, wir müssen ihnen nicht unsere Produkte noch erklären. Die kennen die schon, und die kennen auch tatsächlich die Ausrichtung der Marke und die leben das vom Tag eins ab. Und das ist ein riesengroßer Vorteil, den wir natürlich dank unserer Händler haben."