Lange Zeit fragten sich nicht wenige Experten, wie es wohl mit der Marke Seat weitergeht. Neue Modelle blieben aus, stattdessen bekam Cupra viel Aufmerksamkeit. Der Vorstandsvorsitzende der spanischen Volkswagen-Tochter Seat/Cupra, Markus Haupt, hat nun den langfristigen Fortbestand der Marke Seat bekräftigt. Trotz des deutlich schnelleren Wachstums der Schwestermarke Cupra bleibe Seat ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Das erklärte Haupt im Gespräch mit der Fachzeitschrift auto motor und sport. Nach Angaben des CEO verfolgt der Hersteller weiterhin einen klar definierten Produktplan für Seat. "Seat ist fester Bestandteil unserer Strategie und hat eine klare Zukunft", sagte Haupt. Das Unternehmen arbeite aktiv an neuen Modellgenerationen und unterstütze zugleich das Händlernetz durch aktualisierte Fahrzeuge. Ziel sei es, die Marke innerhalb des Konzerns weiterhin als eigenständige Säule zu positionieren. Bildergalerie: Seat Arona (2026) Konkret kündigte Haupt mehrere Modellmaßnahmen für die kommenden Jahre an. Demnach sollen die jüngst überarbeiteten Baureihen Ibiza und Arona ab 2027 mit Mildhybrid-Antrieben ausgestattet werden. Für den Leon sind bis 2028 Vollhybrid-Versionen vorgesehen. Darüber hinaus plant das Unternehmen Aktualisierungen der gesamten Leon-Familie bis zum Jahr 2029. Mit diesen Schritten soll die Modellpalette technisch modernisiert und an verschärfte Emissionsvorgaben sowie veränderte Marktanforderungen angepasst werden. Die Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verschiebung innerhalb des Markenportfolios: Während Cupra in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist und zunehmend als sportlich positionierte Marke mit höherer Marge auftritt, hatte Seat zuletzt eine weniger klar definierte Rolle im Konzerngefüge. Spekulationen über eine mögliche Reduzierung oder langfristige Einstellung der Marke wurden daher wiederholt diskutiert. Haupt widersprach solchen Annahmen ausdrücklich. Nach seiner Darstellung erfüllen Seat und Cupra unterschiedliche Funktionen innerhalb der Markenstrategie. Beide Marken würden benötigt, da sie gemeinsam ein breites Spektrum an Antriebstechnologien und Kundensegmenten abdecken. Gerade diese Differenzierung ermögliche dem Unternehmen größere Flexibilität in einem sich wandelnden Automobilmarkt. Bildergalerie: Cupra Terramar eHybrid (2025) Fahrbericht Die Zulassungszahlen in Deutschland sprechen durchaus für Seat: Exakt 162.566 Neuzulassungen konnte Seat/Cupra im Jahr 2025 verbuchen, ein Marktanteil von 5,7 Prozent. 106.750 davon waren Cupra, ergo bleiben noch respektable knapp 56.000 Einheiten für Seat. Zum Vergleich: Das ist eine Ziffer, die Renault in Deutschland erreicht. "Seat und Cupra ergänzen sich", erklärte Haupt gegenüber auto motor und sport. Das Zusammenspiel beider Marken solle künftig dazu beitragen, unterschiedliche Mobilitätsanforderungen abzudecken und die Wettbewerbsfähigkeit des Herstellers zu stärken. Investitionen in Seat seien daher weiterhin vorgesehen. Mit der bestätigten Modellplanung positioniert der Hersteller Seat somit weiterhin als volumenorientierte Marke innerhalb des Konzerns, während Cupra parallel als wachstumsstarke Performance- und Lifestyle-Marke ausgebaut wird. Die nun kommunizierte Produktstrategie soll Planungssicherheit für Händler und Kunden schaffen und zugleich die langfristige Rolle von Seat innerhalb der Unternehmensstruktur unterstreichen.