Wer einen Volvo fährt, der in den letzten Jahren gebaut wurde, darf sich in den kommenden Wochen über ein digitales Facelift freuen. Die Schweden starten den Rollout ihres bislang umfangreichsten Software-Updates. Rund 2,5 Millionen Fahrzeuge in 85 Ländern erhalten die Aktualisierung „Volvo Car UX“. Das Ziel der Übung: Die Bedienung soll einfacher werden. Ein Kritikpunkt an modernen Touch-Systemen ist oft die Verschachtelung von Menüs. Volvo will hier nun aufräumen und bringt die Benutzeroberfläche des neuen EX90 per Update auch in die Bestandsflotte. Basis bleibt das Betriebssystem Android Automotive mit integrierten Google-Diensten. Allerdings wird die Oberfläche komplett umgekrempelt. Die wichtigste Änderung betrifft den Startbildschirm. Karten, Mediensteuerung und Telefon sind nun gleichzeitig sichtbar. Das ständige Hin- und Herwechseln zwischen Google Maps und Spotify entfällt also. Wer navigiert, kann trotzdem den Songtitel sehen oder das Telefon bedienen. Bildergalerie: Volvo EX60 (2026): Innenraum und Kofferraum Neu ist auch die Kontext-Leiste: Sie befindet sich am unteren Bildschirmrand und passt sich der Situation an. Sie zeigt die zuletzt verwendeten Apps. Ein cleveres Detail: Fährt das Auto langsam, taucht hier automatisch das Symbol für die Außenkameras auf, um das Einparken zu erleichtern. Für Fahrer der Plug-in-Hybride (PHEV) wird der Alltag leichter. Der „Pure“-Fahrmodus (rein elektrisch) ist nun direkt über den Startbildschirm anwählbar, statt wie bisher in Untermenüs versteckt zu sein.„Das Update liefert bedeutende Verbesserungen in den Bereichen, die von Fahrern am häufigsten genutzt werden“, verspricht Anders Bell, Chief Engineering & Technology Officer bei Volvo Cars. Die gute Nachricht: Das Update ist kostenlos. Es betrifft alle Volvo-Modelle ab dem Baujahr 2020, die bereits mit dem Infotainmentsystem auf Android-Basis (Google built-in) ausgestattet sind. Das gilt für C40, XC40, EX40, EC40, S60, V60, V60 Cross Country, XC60, S90, V90, V90 Cross Country und XC90 der entsprechenden Baujahre. So soll sich nun beispielsweise ein drei Jahre alter XC40 nach dem Update bedientechnisch so anfühlen wie ein fabrikneuer EX90. Doch das Update ist nicht nur reine Kosmetik. Volvo macht die Flotte damit auch fit für neue Geschäftsmodelle und Technologien. Zum einen wird der Weg für „Functions on Demand“ geebnet. Die Software schafft die technische Voraussetzung, um Funktionen wie den Spurführungsassistenten „Pilot Assist“ künftig nachträglich gegen Bezahlung freizuschalten – ein Trend, den wir aktuell in der gesamten Branche beobachten, auch wenn er auf viel Kritik stößt. Zum anderen bereitet Volvo die Integration von Google Gemini vor. Die künstliche Intelligenz soll im Laufe des Frühjahrs in die Fahrzeuge einziehen und einen deutlich besseren, dialogorientierten Sprachassistenten ermöglichen. Das Update wird ab sofort schrittweise Over-the-Air (OTA) ausgerollt. Kunden erhalten eine Benachrichtigung auf dem Display, sobald das Paket zur Installation bereitsteht.