Mercedes verkürzt die Wartezeit bis zur Premiere des S-Klasse-Facelifts am 29. Januar und gibt weitere Details zum überarbeiteten Flaggschiff preis. Der jüngste Teaser zeigt CEO Ola Källenius im Gespräch mit YouTuber Justin Tse über die Änderungen. Für 2026 bekommt die S-Klasse das größte Facelift, das Mercedes je bei seinem Topmodell umgesetzt hat: 2.700 neue oder überarbeitete Komponenten – das entspricht ungefähr der Hälfte des gesamten Fahrzeugs. Bildergalerie: Prototyp der neuen Mercedes S-Klasse 2026 Eine ungewöhnliche Neuerung sind beheizte Sicherheitsgurte. In einem Interview mit ABC News bestätigte der Mercedes-Chef, dass das Feature im Zuge der Modellpflege in die S-Klasse kommt. Ganz überraschend ist das nicht, schließlich verfügte auch das Konzeptfahrzeug Experimental Safety Vehicle (ESF) über beheizte Gurte. Als das Konzept 2019 vorgestellt wurde, erklärte Mercedes, die Technik könne sowohl den Komfort als auch die Sicherheit verbessern. Die Idee dahinter: Ein vorgewärmter Gurt soll Insassen an kalten Tagen dazu motivieren, sich anzuschnallen. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dicke Winterjacken ausgezogen werden – wodurch das Risiko von zu viel Gurtspiel sinkt. Im auf dem GLE basierenden Konzept brauchten die Heizelemente weniger als vier Minuten, um den Gurt von -10 °C auf Körpertemperatur zu erwärmen. Mercedes-Benz Experimental Safety Vehicle Das Experimental Safety Vehicle bot eine dreistufige Gurtheizung, die zusammen mit der Sitzheizung automatisch aktiv wurde. In diesem SUV-Konzept wurde die Temperatur thermostatisch über Sensoren im Gurt geregelt; die Heizelemente waren über die gesamte Breite des Gurts verteilt. Beheizte Sicherheitsgurte könnten die Reichweite von E-Autos im Winter erhöhen Neben Komfort und Sicherheit gibt es noch einen dritten Vorteil: Effizienz. Als der Automobilzulieferer ZF im vergangenen Jahr seinen Heat Belt aktualisierte, stellte das Unternehmen für Elektroautos unter kalten Bedingungen eine Reichweitensteigerung von bis zu sechs Prozent in Aussicht. Weil weniger Energie für die Innenraumheizung benötigt wird, wird die Batterie entlastet. Der Gurt selbst benötigte weniger als zwei Minuten, um sich von -5 °C auf 40 °C zu erwärmen. Die Technik von ZF berechnet die optimale Heizleistung anhand der Außen- und Innenraumtemperaturen sowie der von den Fahrzeugsensoren erfassten Sonneneinstrahlung. Zudem werden Daten aus der Klimaregelung einbezogen. Dieses Vorgehen macht Sensoren direkt im Gurtband überflüssig, wie sie beim ursprünglichen Heat Belt zum Einsatz kamen. ZF Heat Belt Beheizte Sicherheitsgurte klingen zunächst nach Spielerei, doch die Vorteile sind schwer von der Hand zu weisen. Für Mercedes ist das eine konsequente Weiterentwicklung – nachdem es in einigen Oberklassemodellen bereits beheizte Armauflagen, Türverkleidungen und Mittelkonsole gibt. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Feature nicht zur Serienausstattung gehört. Käufer dürften also voraussichtlich extra für die "warme Umarmung" zahlen. So willkommen beheizte Sicherheitsgurte auch sind: Mercedes wird damit vermutlich nicht die Hauptkritik am aktuellen Innenraum der S-Klasse ausräumen. Eine Rückkehr zu physischen Bedienelementen oder eine geringere Abhängigkeit von Bildschirmen ist nicht zu erwarten. Zudem gab es Beschwerden über die Materialanmutung – man kann nur hoffen, dass das im Zuge dieses umfangreichen Facelifts adressiert wurde.