Mercedes tauscht die Hochvoltbatterien bei EQA 250+ und EQB 250+ nun wohl auch in Deutschland aus. Werkstätten wurden am Montag informiert, die problematischen Farasis-Akkus komplett zu wechseln. Ein offizieller Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts steht unmittelbar bevor, wie mbpassion.de exklusiv berichtet. Deutsche Kunden erhielten bislang Software-Updates, die Reichweite und Ladeleistung reduzierten. Während in China und den USA bereits seit Wochen komplette Batteriepakete getauscht werden, setzte Mercedes hierzulande zunächst auf die Software-Lösung. Diese galt intern als Übergangslösung, nicht als dauerhafte Reparatur. Jetzt zieht der Hersteller laut dem Bericht von MBPassion.de nach und bietet auch deutschen Besitzern den vollständigen Batteriewechsel an. Die betroffenen 70,5-kWh-Akkus des Herstellers Farasis bergen ein erhöhtes Brandrisiko. Durch Produktionsschwankungen können einzelne Zellen überlasten und im ungünstigsten Fall zu einem Brand führen. Mercedes drosselte bei den betroffenen Modellen EQA und EQB zunächst per Update die Ladekapazität, was Reichweite und Ladegeschwindigkeit merklich einschränkte. Der jetzt folgende Komplettaustausch beseitigt das Problem direkt an der Quelle. Der Batterietausch dauert rund acht Stunden pro Fahrzeug. Mercedes baut das gesamte Paket aus und setzt eine neue Einheit ein. Welcher Hersteller die Ersatzakkus liefert, gibt der Konzern noch nicht bekannt. Betroffene Kunden werden schriftlich informiert und können Werkstatttermine vereinbaren. Die Kosten übernimmt der Hersteller komplett. In China ruft Beijing Benz bereits 19.481 Fahrzeuge zurück, gebaut zwischen April 2021 und März 2024. Bis zum Tausch sollen Besitzer maximal 80 Prozent laden und möglichst im Freien parken, berichtet mbpassion.de. In den USA laufen ebenfalls Rückrufe für EQB 250+ sowie frühe EQB 300 und 350 4MATIC mit Farasis-Zellen. Auch dort empfehlen Behörden, Fahrzeuge nicht direkt an Gebäuden abzustellen. Konkrete Stückzahlen nennt Mercedes für die USA nicht. Für deutsche Kunden bringt der Tausch spürbare Verbesserungen. Die bisherigen Software-Limitierungen schränkten das Fahrerlebnis ein. Mit neuen Akkus kehren Reichweite und Ladeleistung auf Werksniveau zurück. Auch der Wiederverkaufswert dürfte steigen, wenn das Brandrisiko technisch beseitigt ist. Nach der zunächst gewählten Software-Strategie folgt nun die technische Komplettlösung, die Kunden in anderen Märkten bereits nutzen.