Für Menschen, die mit Nissan verbandelt sind, bot das Jahr 2025 wenig Grund zur Freude. Andauernde Krisenmeldungen, die Ankündigung der Streichung von 20.000 Stellen, ständige verbale Tiefschläge des kontroversen Ex-Chefs Carlos Ghosn und dann auch noch der Abschied des legendären GT-R R35. Und doch haben die Marken-Enthusiasten nun offenbar allen Grund, sich auf die Zukunft zu freuen. Wie kommt's? Nun, der Zeitpunkt von Godzillas Rückkehr ist nach wie vor ungewiss und dennoch gibt es erbauliche Nachrichten, was das Portfolio an Performance-Autos der Japaner betrifft. Dank des etwas überraschend neu erwachten Interesses an Nismo wird man die Anzahl der derart gebrandeten Sportmodelle in den kommenden Jahren von fünf auf zehn anwachsen lassen. Die Verdoppelung der Modellpalette ist Teil einer umfassenderen Initiative zum Ausbau der Submarke Nismo, mit der man den jährlichen Absatz von 100.000 auf 150.000 Einheiten steigern will. Wenn alles nach Plan läuft, erwartet Nissan, dieses Ziel bis Ende 2028 zu erreichen. Um besagtes Ziel zu erreichen, erwägt Nissan, sich mit "externen Partnern" zusammenzutun. Mit anderen Worten: Es könnte der Tag kommen, an dem ein Fahrzeug der Marke Nismo gemeinsam mit einem anderen Automobilhersteller entwickelt wird. Der Z steht an der Spitze der aktuellen Nismo-Produktpalette, aber es gibt auch einige regionale Modelle, die Sie vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Im Nahen Osten hätten wir da etwa das XL-Power-SUV Patrol Nismo. Er kam Anfang des Jahres auf den Markt und ist - abgesehen von etwas mehr Leistung - nahezu identisch mit dem amerikanischen Armada Nismo. Aus offensichtlichen Gründen zählen wir die beiden als ein einziges Modell. Das einzige derzeit in Europa erhältliche Nissan-Performance-Modell ist der rein elektrische Aiya Nismo. Anderswo gibt es noch die SUVs Rogue und X-Trail mit Nismo-Badge. In Japan verkauft Nissan zudem die heiße Schräghecklimousine Note Aura Nismo. 2026 Nissan Patrol Nismo Die Aufwertung von Nismo ist ein zentraler Punkt des "Re:Nissan"-Planes, der neben drakonischen Sparmaßnahmen auch eine große Produktoffensive vorsieht. Mit dem neuen Leaf, dem Sentra, dem Elgrand und dem Rogue Plug-in-Hybrid hat diese Offensive bereits begonnen, auch wenn es sich bei letzterem lediglich um einen umgebauten Mitsubishi Outlander PHEV handelt. Auch beim neuen Micra setzt man auf Badge-Engineering, machte ihn zum Renault 5 mit Nissan-Logo. Zudem ist der neue Navara ein neu eingekleideter Mitsubishi Triton. In China hat Nissan gerade zwei Limousinen auf den Markt gebracht: den N6 und den Teana. Bislang hat Nissan noch nicht verraten, wer die fünf künftigen Neuzugänge im Programm sein werden. Der in Europa nicht erhältliche Sentra könnte ein Kandidat sein Die Logik legt ebenfalls nahe, dass die neue Skyline-Sportlimousine, die 2027 mit Hinterradantrieb und Schaltgetriebe auf den Markt kommt, ein erstklassiger Kandidat für eine Nismo-Variante ist. Nissan Skyline Nismo (2023) Der viertürige Skyline wird laut Nissans Global Design Director Alfonso Albaisa irgendwo zwischen dem Z und dem GT-R angesiedelt sein. Interessant in diesem Zusammenhang: Vom letzten Skyline gab es in Japan eine Nismo-Sonderedition (siehe Galerie über diesem Absatz), was einen Nachfolger zumindest nicht unwahrscheinlicher macht. Auch der GT-R wird eines Tages zurückkehren. Zuletzt bekräftigte Nissans neuer CEO Ivan Espinosa, "dass es das Ziel ist, dass der Name GT-R eines Tages wieder auftaucht". Hoffen wir, dass der R36 unter den fünf geplanten Modellen ist. Unterdessen will Nissan mit dem Beginn des Geschäftsjahres 2026 im April Prototypen von Nismo- Rennwagen auf die Strecke bringen. Die aus diesen Testfahrzeugen gewonnenen Erkenntnisse werden in künftige straßenzugelassene Modelle einfließen.