Nissan ist dabei, nahezu sein gesamtes Portfolio zu erneuern – doch nicht jedes Modell wird eine weitere Generation erleben. Der vor knapp einem Jahr angekündigte Sanierungsplan Re:Nissan erhält nun ein umfangreiches Update, das die Ausrichtung der Marke für die kommenden Jahre prägen soll. Eine der tragenden Säulen ist ein verschlanktes Portfolio: 11 Modelle weniger sollen eine schlankere, profitablere Modellpalette ermöglichen. Die neue Produktstrategie sieht vor, das weltweite Angebot von 56 auf 45 Modelle zu reduzieren, indem Nissan – so die Formulierung – "schwach laufende Modelle" aus dem Programm nimmt. Mit den eingesparten Mitteln will der japanische Hersteller in eine größere Vielfalt an Antrieben für die verbleibenden Fahrzeuge investieren. Im Idealfall soll das den Absatz ankurbeln und nach mehreren turbulenten Jahren die Trendwende unterstützen. Nissans "Heartbeat"-Modelle Künftige Produkte werden in vier klar definierte Kategorien eingeteilt: Heartbeat, Core, Growth und Partner. In der Heartbeat-Reihe werden – wie heute angedeutet – das Comeback des Xterra sowie ein komplett neuer Skyline geführt, zusammen mit Z, Leaf und Patrol. Ein Hinweis auf eine nächste GT-R-Generation fehlt zwar, doch "Godzilla" dürfte früher oder später zurückkehren. Nissans "Core"-Modelle Andernorts wird der neue elektrische Juke als Core-Modell (quasi die Herzstücke) positioniert – ebenso wie der neue X-Trail/Rogue Hybrid e-Power. Diese Core-Modelle stoßen zu einer Reihe bestehender Fahrzeuge, darunter die Sentra Limousine und der Juke der zweiten Generation, der mit Hybridantrieb weiter angeboten werden soll. Auch der Qashqai gehört in diese Gruppe, ebenso wie die neue kleine Versa Limousine. Nissans "Growth"-Modelle Neue Modelle, die in die Kategorie Growth (Wachstum) passen, zeigt oder teasert Nissan derzeit nicht. Der Hersteller sagt jedoch, dass diese Fahrzeuge gezielt Märkte mit steigender Nachfrage adressieren sollen. Bereits in dieser Gruppe geführt werden unter anderem der Elgrand der nächsten Generation als Van sowie der Sakura, ein elektrisches Kei-Car. Weitere Fahrzeuge dieser Klasse sind drei Modelle, die in China entwickelt und gebaut werden. Nissans "Partner"-Modelle Damit sind wir bei den Partner-Modellen, die „durch disziplinierte Zusammenarbeit“ mit anderen Autobauern entstehen sollen. Ein aktuelles Beispiel ist Chinas Frontier als Plug-in-Pick-up, der auf dem lokal angebotenen Dongfeng Z9 basiert. In Europa ist der neue elektrische Micra im Kern ein leicht umgestylter Renault 5. Infiniti: Die Zukunft wirkt vielversprechend Auch die Luxusmarke Infiniti lässt Nissan nicht außen vor. Auf den kürzlich vorgestellten Infiniti QX65 sollen vier weitere Modelle folgen, darunter ein mittelgroßes Hybrid-SUV, zwei Hybrid-SUVs mit Leiterrahmen sowie eine Performance-Limousine mit V6. Letztere wird eine höher positionierte Infiniti-Variante des neuen Nissan Skyline sein. Gemäß dem im Mai angekündigten Re:Nissan-Plan will Nissan die Teilekomplexität um 70 Prozent senken und die Zahl der Plattformen bis 2035 von 13 auf 7 reduzieren. Zudem soll die Entwicklungszeit für neue Produkte von 52 auf 37 Monate verkürzt werden – und für nachfolgende Derivate von 50 auf 30 Monate. Nissan-Produktstrategie 2026 Mit dem neuen CEO Ivan Espinosa an der Spitze scheint Nissan sich in die richtige Richtung zu bewegen. Mehrere Modelle wurden bereits überarbeitet, und in den kommenden Jahren stehen zahlreiche weitere Neuheiten an – sowohl im Volumensegment als auch bei Infiniti. Welche Modelle konkret gestrichen werden, sagt das Unternehmen nicht. Der Fokus auf Fahrzeuge mit höherem Absatzpotenzial ist jedoch ein nachvollziehbarer Schritt. Auch eine Ausweitung der Antriebsoptionen in der verbleibenden Palette dürfte zusätzliche Käufer ansprechen – angesichts der stark unterschiedlichen Kundenpräferenzen in den weltweiten Märkten. Ein neuer GT-R würde Nissans erneuerte Modellpalette zwar perfekt krönen, dennoch überrascht es nicht, dass der R36 derzeit nicht auftaucht. Ein niedrigvolumiger, teurer Supersportwagen hätte in einer Phase, in der das Unternehmen gegenüber Wettbewerbern verlorenen Boden gutmachen muss, kaum spürbaren Einfluss auf die Verkaufszahlen. Positiv: Der Z bleibt im Programm und soll von einer heckgetriebenen Sportlimousine begleitet werden – Enthusiasten werden also nicht im Stich gelassen.