Wo stünde Lamborghini heute ohne den Volkswagen-Konzern? Diese Frage stellen wir uns immer wieder – und ob wir überhaupt noch über die Marke sprechen würden, wenn VW sie nicht 1998 übernommen hätte. Die modernen Stiere mögen etwas von der rohen Verrücktheit der Vor-VW-Ära eingebüßt haben, doch in Sant’Agata Bolognese brummt das Geschäft. Selbst der Umstieg auf Hybride hat Käufer nicht abgeschreckt: 2025 war erneut ein Rekordjahr. Lamborghini durchbrach 2023 erstmals die Marke von 10.000 Auslieferungen und übergab 10.112 Fahrzeuge an Kunden. Im Folgejahr legte man um weitere sechs Prozent zu. 2025 setzte sich der Aufwärtstrend fort: Die Auslieferungen stiegen auf 10.747 Einheiten. Über das vergangene Jahrzehnt betrachtet haben sich die Auslieferungen verdreifacht. 2015 verkaufte Lamborghini 3.245 Autos und das war zu dieser Zeit ein Rekord. Überaus interessant in Bezug auf die einmal mehr hervorragenden Zahlen: Der neue "Einstiegs"sportwagen Temerario hatte noch gar keinen Anteil daran, denn die Auslieferungen beginnen erst in diesem Monat. Der Huracán-Nachfolger wurde im August 2024 vorgestellt, doch erst jetzt erhalten die ersten Käufer ihre Fahrzeuge. Lamborghinis neuer elektrifizierter V8 startet stark: Die Auftragsbücher decken bereits rund 12 Monate Produktion ab. Lamborghini Temerario Lamborghini weist die Verkäufe nicht nach Modell aus, doch es ist naheliegend, dass der Urus den Großteil beigesteuert hat. Was wir wissen: Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) bleiben der größte Markt der Marke – mit 4.650 verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr. Es folgen die Amerikas mit 3.347 Einheiten. Die Region Asien-Pazifik (APAC) komplettiert mit 2.750 Autos das Podium. Ein Revuelto Roadster dürfte nur eine Frage der Zeit sein Was als Nächstes kommt, dazu hält sich Lamborghini noch bedeckt. Trotzdem würden wir wetten: Ein Revuelto Roadster ist eher eine Frage des „Wann“ als des „Ob“. Die im vergangenen August vorgestellte Sonderedition Fenomeno zeigte bereits, dass der Hybrid-V12 noch mehr kann. Im streng limitierten Modell stieg die Systemleistung um 65 auf 1.080 PS . 29 Käufer kommen in den Genuss. CTO Rouven Mohr hat außerdem die Möglichkeit eines heckgetriebenen Temerario angedeutet, auch wenn ein Start noch in diesem Jahr wenig sinnvoll wäre. Das Werk läuft bereits am Limit. Wir rechnen damit, dass Derivate frühestens nächstes Jahr kommen. Wie sein großer Bruder dürfte auch der Temerario früher oder später als Roadster nachgelegt werden. Lamborghini Urus Der nächste Urus kommt 2029 Der Urus ist mit Abstand das älteste Modell im Lamborghini-Portfolio: Er debütierte bereits 2017. Das SUV wird inzwischen ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten und soll 2029 durch eine zweite Generation ersetzt werden. Ursprünglich als reines Elektroauto geplant, wird der nächste Urus nun doch einen Verbrennungsmotor in Kombination mit einem Elektromotor behalten. Lamborghinis viertes Modell, der Lanzador, war ebenfalls ursprünglich als vollelektrisches Fahrzeug vorgesehen. CEO Stephan Winkelmann schließt jedoch eine Umstellung auf eine PHEV-Konfiguration nicht aus. Der viersitzige Gran Turismo war zunächst für 2028 angesetzt, wurde aber aufgrund nachlassender Nachfrage nach High-End-EVs in einigen Märkten auf 2029 verschoben. Motor1 meint: Die Sorgen rund um die Elektrifizierung scheinen weder die Nachfrage zu bremsen noch Lamborghinis Image zu verwässern. Die Stückzahlen steigen weiter, und der starke Start des Temerario deutet darauf hin, dass der Verlust des Huracán-V10 Kunden nicht vergrault hat. Spannend wird auch sein, ob Lamborghini im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge als Bentley verkauft hat. Das passierte bereits 2024 – eine bemerkenswerte Entwicklung, denn die britische Ultra-Luxusmarke hatte historisch einen deutlichen Volumenvorsprung. Beispiel 2014: im letzten vollen Jahr vor dem Bentayga-Start, verkaufte Bentley viermal so viele Autos wie Lamborghini.