Die Zeiten, in denen Brabus die klassische Mercedes-Limousine zum unscheinbaren PS-Monster (gerne mit V12-Umbau) ohne großen optischen Firlefanz verwandelt hat, sind längst passé. Doch seit Constantin Buschmann (Filius des Firmengründers Bodo Buschmann) und seine Verlobte Mili Umicevic am Ruder sind, erkennt man eine Entwicklung des Unternehmens, die immer mehr in Richtung Lifestyle-Brand geht. Jüngstes Beispiel: Diese zwei Lamborghini Urus SE. Seit einiger Zeit tummeln sich im Brabus-Portfolio neben immer extrovertierteren G-Klassen ja bereits Umbauten auf Basis von Porsche, Bentley oder Rolls-Royce. Jetzt kommen erstmals auch Lambo-Liebhaber auf Ihre Kosten. Vor allem die, die es auffällig mögen. Es besteht ja durchaus die Gefahr, dass man mal übersehen wird in einem Serien-Urus, nicht wahr? Nun, jetzt nicht mehr. Äußerst "instagramable" sind sie einmal mehr geraten, der Brabus 900 Superblack und vor allem der Brabus 900 Mint. Falls Sie beim Anblick der Bilder einen veritablen Türkis-Schock verhindern konnten, dürfen Sie nun über recht beeindruckende Zahlen staunen. Denn der Bottroper Veredler kitzelt aus dem V8-Hybridantrieb des Stier-SUVs eine Systemleistung von 900 PS und 1.050 Nm Drehmoment. Genug für eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 3,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h. Die Leistungssteigerung erzielt man durch Optimierungen am Verbrenner, der 193 PS starke Elektromotor bleibt unangetastet. Brabus Lamborghini Urus 900 Superblack Brabus Lamborghini Urus 900 Mint Brabus Lamborghini Urus 900 Mint Zum Vergleich: In der Serie kommt die Kombi aus 4,0-Liter-Biturbo-Achtzylinder und E-Motor auf 800 PS und 950 Nm. Die Verbesserung des 0-100-km/h-Werts beträgt 0,2 Sekunden, die 312 km/h erreicht der Urus SE auch ab Werk schon. Ab Werk definitiv nicht zu haben: Das neue Sicht-Carbon-Aerodynamik-Paket mit neuen Schürzen und Radlaufberbreiterungen - wahlweise in glänzend, matt oder wie beim Türkisling auf dem Bildern gänzlich in Wagenfarbe lackiert. Brabus verspricht neben dem Plus an optischer Dramatik auch eine Verbesserung der Aerodynamik "bei hohem Tempo". Als Beispiel nennt man hier das neue Frontteil. Es "produziert zusätzlich noch mehr Abtrieb an der Vorderachse. Die großen Lufteinlässe leiten den Fahrtwind noch gezielter zu den Kühlern und vorderen Bremsen." Breitere Radkästen bedeuten auch mehr Platz für gigantische Räder. Sehr gigantische Räder. Sehr gigantische und sehr türkise Räder. In diesem Fall gibt es eine 10-Speichen-Schmiedefelge. Vorne kommt das Format 10Jx24 mit 295/30er-Pneus zum Einsatz. An der Hinterachse füllen 12Jx24 große Felgen mit Reifen im Format 345/25 die Radhäuser. Auch hier verspricht der Luxus-Veredler nicht nur was fürs Auge: "Auch das Handling wird durch diese Kombination noch agiler", heißt es. Das ebenfalls erhältliche Tieferlegungsmodul fürs Luftfahrwerk dürfte diesen Effekt verstärken. Es wird in Plug-and-Play-Technologie installiert und legt den Urus bis zu 20 Millimeter tiefer. Bildergalerie: Brabus Lamborghini Urus 900 Mint und 900 Superblack auf Basis Lamborghini Urus SE Ebenso viel Aufmerksamkeit wie dem Exterieur widmet man wie gewohnt den Innenräumen der beiden Super-SUVs. In der hauseigenen Sattlerei dürfte mintfarbenes Leder inzwischen Mangelware sein. Wie es um die weltweiten Vorräte bestellt ist, wurde nicht kommuniziert. Das meiste davon dürfte aber im Interieur des 900 Mint gelandet sein. Selbst für einen farblich passenden Weekender hat es noch gereicht. Beim 900 Superblack geht es traditioneller zu. Mit schwarzem Leder und Alcantara. Auffällig an beiden Brabus-Urus: Die aufwendige Steppung ziert nicht nur den Cockpit-Boden und den Kofferraum, sondern auch die aufwendig verarbeiteten Schoner für Fuß- und Kofferraum. Der Brabus 900 Mint kostet in der hier vorgestellten Variante 592.620 Euro. Der Brabus 900 Superblack wird für 522.410 Euro angeboten.