Während viele Autohersteller eilig Enddaten für Verbrennungsmotoren festlegten, blieb Toyota auffällig still. Viele Wettbewerber haben ihre reinen Elektropläne inzwischen wieder relativiert und setzen für das kommende Jahrzehnt – und teils darüber hinaus – erneut auf Modelle mit Benzin- oder Dieselmotor. Derweil investiert der weltweit größte Automobilhersteller in eine neue Familie kleinerer, effizienterer Vierzylinder-Benziner, die er konzernweit einsetzen will. Bildergalerie: Toyota Corolla Concept (2026) In einem neuen Beitrag im Toyota Times, dem offiziellen Mitarbeiter-Magazin, erklärt der Konzern, warum Verbrennungsmotoren aus seiner Sicht weiterhin notwendig sind. Am Beispiel des immens erfolgreichen Corolla wird deutlich: Die ungleichmäßige Verbreitung von Elektroautos zeigt, dass die Limousine auch in der nächsten Generation weiterhin Antriebe mit Verbrennungsmotor braucht. "Toyota weist bei der Erklärung seiner Multi-Pathway-Strategie häufig darauf hin: Die Energiebedingungen unterscheiden sich je nach Region. Selbst innerhalb derselben Stadt finden manche Menschen Elektrofahrzeuge praktisch, während andere Hybride bevorzugen. Es gibt weiterhin viele Gegenden, in denen Menschen schlicht nicht ohne benzinbetriebene Autos auskommen." 2025 Toyota Corolla Konzept Toyota weiß: Viele Menschen bevorzugen weiterhin Benziner Toyota hat einen nachvollziehbaren Punkt. Die Ladeinfrastruktur ist in vielen Regionen der Welt noch unzureichend ausgebaut – entsprechend bleibt die Sorge vor zu geringer Reichweite ein Thema. Viele Menschen möchten sich auf längeren Fahrten nicht mit dem Risiko eines leeren Akkus beschäftigen und setzen lieber auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Und selbst dort, wo Ladesäulen verfügbar sind, bleibt die deutlich längere "Betankungszeit" im Vergleich zum Tanken ein Hindernis, das viele vermeiden möchten. Zwar unterstützen einige E-Autos sehr schnelles Laden und bestimmte Stationen liefern höhere Ladeleistungen, doch für eine flächendeckende, globale Nutzung ist das System vielerorts noch nicht reif. Die Bequemlichkeit, eine Tankstelle in der Nähe zu haben und in wenigen Minuten nachzutanken, ist für viele Neuwagenkäufer weiterhin ein entscheidender Faktor. Auch die Kosten spielen eine Rolle, denn eine echte Preisparität zwischen Verbrennern und Elektroautos ist noch nicht erreicht. Fahrzeuge mit klassischen Antrieben sind in der Anschaffung oft weiterhin deutlich günstiger – auch wenn sie im Betrieb teurer werden können, wenn Kraftstoffpreise etwa infolge der Krise im Nahen Osten steigen. 2025 Toyota Corolla Konzept Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos steigt Unstrittig ist: Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos wächst – auch wenn der Markt in den USA zuletzt abkühlte. Kelley Blue Book berichtet, der EV-Anteil sei im Jahresvergleich von 8,1 Prozent auf 7,8 Prozent gesunken. Trotz des Rückgangs war es weiterhin das zweitbeste Jahr überhaupt für E-Auto-Verkäufe in den USA. Im vergangenen Jahr machten rein elektrische Autos in Europa 19,5 Prozent der Neuzulassungen aus – konkret in den 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Zahlen der European Automobile Manufacturers' Association (ACEA) zeigen einen deutlichen Anstieg gegenüber 2024, als E-Autos bei 15,4 Prozent lagen. Und China? Eine Studie des International Council on Clean Transportation kommt zu dem Ergebnis, dass New Energy Vehicles 2025 einen Anteil von 54 Prozent erreicht haben. Allerdings zählen zu den NEVs auch Plug-in-Hybride. Rechnet man PHEVs zur europäischen Bilanz hinzu, steigt der Gesamtanteil auf 29,1 Prozent. Toyota Corolla Concept (2026) Der nächste Corolla soll für jeden etwas bieten Egal ob Sie klar bei Verbrennern, E-Autos oder irgendwo dazwischen (Hybride) stehen: Toyotas nächster Corolla soll für unterschiedliche Vorlieben etwas bieten: "Unabhängig von Energiebedingungen oder Lebensstil wollen wir einen Corolla entwickeln, den jemand vor Ort gerne fahren möchte. Anders gesagt: Wir wollen die Fähigkeit aufbauen, diese Fahrzeuge effizient zu produzieren und profitabel zu betreiben. Das ist der Kern der Corolla-Entwicklungsplanung." Die 13. Generation des weltweit meistverkauften Modellnamens wurde im vergangenen Jahr durch ein radikal gestaltetes Konzeptfahrzeug angedeutet. Obwohl dieses elektrisch war, plant Toyota auch eine Hybridversion – und ein Plug-in-Hybrid ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Unklar ist, ob einige Märkte auch eine reine Verbrenner-Variante erhalten. Bekannt ist: Toyota hat sich mit Mazda und Subaru zusammengetan, um die Lebensdauer des Verbrennungsmotors zu verlängern – unter anderem durch Tests mit CO₂-neutralen Kraftstoffen wie flüssigem Wasserstoff, Biokraftstoffen und synthetischen Kraftstoffen. Toyotas Versprechen? "Den künftigen Corolla zu einem Auto machen, das die Bedürfnisse vielfältiger Kundinnen und Kunden in unterschiedlichen Ländern erfüllt."