Stellantis hat derzeit gleich mehrere Marken, die sich im derzeit extrem wettbewerbsintensiven Marktumfeld schwer tun. Der Konzern musste sogar schon Berichte dementieren, wonach einige dieser angeschlagenen Hersteller abgewickelt oder verkauft werden sollen. Dass Maserati eine schwierige Phase durchläuft, ist kein Geheimnis – und die jüngsten Verkaufszahlen zeigen, dass der Abwärtstrend anhält. Die italienische Edelmarke aus Modena setzte 2025 nur noch 11.127 Fahrzeuge ab – ein Rückgang von rund 58 Prozent gegenüber 2023. Blickt man weiter zurück, wird es noch dramatischer. 2017 etwa, wo man seinen Absatzhöhepunkt erreichte, konnte der Dreizack 49.000 Einheiten absetzen. Was ist also passiert? Offiziell nennt Maserati mehrere Gründe für das schwache Jahr 2025. Als ein Faktor wird die gesunkene Nachfrage nach dem Grecale aufgeführt, außerdem Zölle in den USA sowie eine „sinkende Nachfrage nach westlichen Premiumprodukten von OEMs in China“. Maserati MCPura Dass in den vergangenen Jahren gleich drei Modelle gestrichen wurden, hat sicher auch nicht geholfen. Die Limousinen Ghibli und Quattroporte wurden 2023 eingestellt; für das Volumen besonders wichtig: Der Levante als SUV/Crossover verabschiedete sich 2024. Zudem ging definitiv ein Teil der Strahlkraft verloren, als Ferrari vor einigen Jahren die Lieferung von V8-Motoren einstellte. Maseratis Entscheidung, Fahrzeuge mit Vierzylinder-Motoren anzubieten, dürfte die Begehrlichkeit der Marke zusätzlich geschwächt haben. Inzwischen hat man reagiert und den kleinen 2,0-Liter durch eine leistungsgedrosselte Variante des eigenen 3,0-Liter-V6 „Nettuno“ ersetzt. Viele dürften außerdem zustimmen, dass die Entscheidung richtig war, den elektrischen MC20 zu streichen. In der Zukunft will Maserati eng mit Alfa Romeo zusammenarbeiten, um Fahrzeuge gemeinsam zu entwickeln und einzelne Bereiche zusammenzulegen – mit dem Ziel, Skaleneffekte zu realisieren. Außerdem wird über eine Rückkehr des Schaltgetriebes nachgedacht. Realistisch betrachtet wird aber schnell klar: Eine limitiert aufgelegte Sonderedition kann die grundlegenden Probleme nicht allein lösen. Sie könnte das stark beschädigte Image aufpolieren, doch Maserati braucht vor allem eine attraktive Mischung aus neuen SUVs und Limousinen, um die Verkäufe wieder anzukurbeln. Maserati GranTurismo Apropos neue Modelle: Die nächste Levante-Generation wird bereits für 2027 erwartet. Ein neuer Quattroporte könnte ein Jahr später folgen und indirekt auch den kleineren Ghibli ersetzen. Allerdings sagte der frühere Stellantis-Chef Carlos Tavares bekanntlich, der Niedergang sei nicht durch die Produkte oder mangelnde Qualität verursacht worden, sondern durch schwaches Marketing: „Maserati schreibt rote Zahlen. Der Grund ist das Marketing. Die Marke Maserati ist nicht klar positioniert, und das Storytelling ist nicht so, wie es sein sollte. Die Marke steht nicht nur für Sportwagen, sie steht für Gran Turismo, für Lebensqualität, Dolce Vita und Technologie. Uns fehlen Perspektiven und Leads – wir müssen potenzielle Kunden erreichen und die richtige Botschaft für die passende Positionierung vermitteln.“ Maserati-Verkäufe Jahr Umsatz 2025 11.127 2024 14.725 2023 26.689 2022 23.404 2021 24.269 2020 17.166 2019 26.000 (ungefähr) 2018 35.000 (ungefähr) 2017 49.000 (ungefähr) Motor1 meint: Hoffentlich sorgt Stellantis’ wieder aufgeflammtes Interesse an Verbrennungsmotoren in der Post-Tavares-Ära dafür, dass wieder mehr Kunden in die Maserati-Autohäuser kommen. Allerdings müssen die Modelle preislich konkurrenzfähig sein, um in einem dicht besetzten Segment eine Chance zu haben. Der Aufstieg chinesischer Hersteller, die zunehmend hochwertige Fahrzeuge zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten, hat die Nachfrage ebenfalls belastet – nicht nur bei Maserati, sondern bei praktisch allen etablierten Luxusmarken. Eine neue Investitionsrunde ist nötig, um die Verkäufe einer Marke wiederzubeleben, die angesichts ihrer historischen Bedeutung eine Zukunft verdient. Unterdessen halten sich Berichte, wonach der Mutterkonzern Stellantis sein riesiges Portfolio weiterhin evaluiert. Reuters schrieb zuletzt, CEO Antonio Filosa „bewerte die langfristige Tragfähigkeit aller 14 Marken“.