Es ist typisch für VW: Fast jedes Modell, das die Marke auf den Markt bringt, wird zum Erfolg. Egal, wie spät es kommt oder wie seine Qualität ausfällt. Im Fall der beiden beliebtesten Elektroautos war man in Wolfsburg sogar relativ früh dran: Der ID.3 debütierte auf der IAA 2019, im Frühjahr 2021 kam das SUV ID.4 auf den Markt. Beliebt sind beide: 32.000 Neuzlassungen in Deutschland für den ID.3 (mehr als für den Polo) und über 26.000 beim ID.4 (jedoch inklusive ID.5). Jetzt zeigen Erlkönige, dass ein größeres Facelift bevorsteht. Obwohl die Prototypen stark getarnt sind, wird die Designrichtung "Pure Positive" sichtbar, die Volkswagen 2026 mit dem ID. Polo und dem T-Cross-äquivalenten ID. Cross einführen wird. Am deutlichsten wird der Einfluss des ID. Polo im Scheinwerferdesign, das auch bei näherer Betrachtung der charakteristischen Lichtsignatur erkennbar ist. Bildergalerie: VW ID.3 (2026) Erlkönig Die Frontstoßstange des weißen ID.3-Prototyps ist noch stark maskiert, sodass sich Veränderungen im Vergleich zum aktuellen Modell nur schwer erkennen lassen. Seitenpartie und Heck bleiben weitgehend unverändert, wobei davon auszugehen ist, dass im weiteren Test- und Validierungsprozess noch serienreife Bauteile sichtbar werden. Im bereits 2023 deutlich aufgewerteten Innenraum wird der ID.3 künftig dem ID. Polo folgen, indem mehr physische Bedienelemente an Armaturentafel und Lenkrad integriert werden. Im kleineren Modell ergänzt ein dedizierter HVAC-Streifen mit Tasten das zentrale 12,9-Zoll-Infotainmentdisplay. Ein Drehregler in der Mittelkonsole und Daumenräder am Lenkrad erleichtern die Bedienung. Die volldigitale Instrumenteneinheit misst 10,25 Zoll und bietet eine übersichtliche Darstellung aller relevanten Fahrinformationen. Ob die Retro-Ansicht des ID. Polo auch hier wählbar sein wird, bleibt noch offen. Cockpit des VW ID. Polo mit Retro-Anzeigen im Stil des Ur-Golf und Kassettenrekorder Technisch wird eine neue Batteriezelle erwartet, inklusive einer kostengünstigeren Lithium-Eisenphosphat-Option. Dadurch kann Volkswagen den Einstiegspreis eines der beliebtesten Elektrofahrzeuge Europas reduzieren – ein wichtiger Schritt angesichts der wachsenden preisbewussten Elektroauto-Offensive aus China. Es gibt Spekulationen über eine mögliche Umbenennung des ID.3 in ID. Golf, was angesichts von ID. Polo und ID. Cross sinnvoll erscheint. Andere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass der Golf 9 später in diesem Jahrzehnt mit rein elektrischem Antrieb auf der Scalable Systems Platform erscheinen wird. Sollte die Umbenennung erfolgen, wäre es nur konsequent, dass der ID.4 künftig als ID. Tiguan vermarktet wird. Bildergalerie: VW ID.4 (2026) Erlkönig Für das Jahr 2027 plant Volkswagen eine umfassende Neuauflage des ID.4, die das aktuelle Modell ablösen soll. Erste Bilder eines Erlkönigs geben bereits einen Eindruck von der vollständigen Überarbeitung. Aufkleber sollen die Front- und Heckpartie des aktuellen Modells vortäuschen. Optisch erfährt der ID.4 2027 eine komplette Neugestaltung. Die Proportionen und die Linienführung des Fahrzeugs werden grundlegend überarbeitet, wobei kein Bauteil des bisherigen Modells übernommen wird. Änderungen betreffen unter anderem die Fensterlinie, die vor allem im unteren Bereich der A-Säule sowie rund um die C-Säule neu gestaltet wird. Auch Motorhaube, Dach, Heckklappe und der hintere Überhang wurden komplett überarbeitet. Ziel ist ein moderneres, dynamischeres Erscheinungsbild, das die neue Generation des ID.4 klar vom Vorgänger abhebt. Nicht auszuschließen ist, dass im Zuge der Modellpflege der nur mäßig nachgefragte ID.5 eingestellt wird. Ein Verkaufsstart des umfassend überarbeiteten ID.4 ist frühestens Anfang 2027 zu erwarten. VW ID.4 (2026) Erlkönig Beide Modelle, ID.3 und ID.4, werden weiterhin typische Einschränkungen der MEB-Architektur aufweisen: die 400-Volt-Bordnetzstruktur und die kostengünstigen Trommelbremsen an der Hinterachse. Um die Produktionskomplexität gering zu halten, wird der ID.3 voraussichtlich weiterhin ausschließlich mit Hinterradantrieb angeboten. Für den deutschen Markt ist der ID.3 ab Januar 2026 mit den elektrischen Antriebsvarianten APP 310 und APP 550 erhältlich, die Leistungen zwischen 170 und 326 PS bereitstellen. Die Reichweite nach WLTP-Standard erreicht maximal 604 Kilometer.