Audi hat in dieser Woche auf seiner Jahreskonferenz eine ganze Reihe von Ankündigungen gemacht. Neben einem frühen Ausblick auf die Wiederbelebung des A2 bestätigte man auch, dass der nächste Q7 und der erste Q9 noch in diesem Jahr starten werden. Außerdem kommt 2026 ein überarbeiteter Q4 E-Tron – am spannendsten finden wir jedoch ein anderes neues Modell. Noch dazu, weil es früher kommt als erwartet. Das viel diskutierte Concept C geht 2027 in Serie – eine positive Überraschung, denn bisher war eher mit einem Marktstart 2028 gerechnet worden. Anfang des Monats hatte Audi-CEO Gernot Döllner noch gesagt, der Zweitürer werde „innerhalb von zwei Jahren“ kommen. Auf der gestrigen Konferenz teilte das Management aus Ingolstadt nun mit, dass die Produktion am Standort Böllinger Höfe bereits nächstes Jahr anlaufen soll. Es ist dasselbe Werk, in dem zwischen 2006 und 2024 beide Generationen des R8 gebaut wurden. Dennoch wird das Concept C kein direkter Nachfolger des V10-Supersportlers. Und es wird auch nicht die Lücke schließen, die der TT nach seinem Aus 2023 hinterlassen hat. Stattdessen positioniert Audi den Neuzugang irgendwo dazwischen – allerdings ohne Verbrennungsmotor. Folgerichtig wird weder der Name TT noch R8 wiederbelebt, sondern ein neuer Modellname eingeführt. Audi hat Verbrennungsmotoren und zusätzliche Karosserievarianten bereits ausgeschlossen. Die Serienversion des Concept C soll ausschließlich als Elektroauto kommen – mit einem elektrisch versenkbaren Targa-Dach. Es wäre das erste Modell der Marke mit den vier Ringen, das diese Dachkonstruktion erhält. Zuvor hatte es Berichte gegeben, Audi könnte das Konzept doch noch streichen – genährt durch ein weiteres Gerücht, wonach Porsche die Elektroversionen von Boxster/Cayman kippen könnte. Doch sowohl das Concept C als auch die elektrischen 718er gehen in Serie. Mehr noch: Zuffenhausen bringt bei den Top-Versionen seiner Sportwagen wieder Benzinantriebe zurück – der Sechszylinder-Boxer dürfte also wieder auftauchen. Als Audi die Studie im vergangenen September zeigte, hielt man sich zu den technischen Daten bedeckt. Genannt wurde jedoch ein Einmotor-Layout mit Hinterradantrieb sowie die Möglichkeit einer Zweimotor-Variante mit Quattro. Bekannt außerdem: Das Concept C wiegt 1.690 Kilogramm und hatte folgende Abmessungen: 4.520 Millimeter Länge, 1.970 mm Breite, 1.285 mm Höhe bei einem Radstand von 2.568 mm. Damit ist es länger und breiter als der R8 und zugleich etwas höher – angesichts des Batteriepakets keine Überraschung. Dessen Größe wurde nicht genannt, doch vieles deutet darauf hin, dass Audis Ingenieure eher Performance als Effizienz priorisieren. Entsprechend dürfte die Batteriekapazität eher kleiner ausfallen, um den Gewichtsnachteil zu begrenzen. Zum Preis machte Audi keine Angaben. Es erscheint jedoch logisch, das Auto zwischen TT und R8 zu positionieren - hoffentlich deutlich näher am TT. Audi setzt zudem auf realistische Absatzprognosen: CEO Gernot Döllner rechnet mit „einer sehr niedrigen fünfstelligen Zahl“. Gleichzeitig ist das Concept C mehr als nur ein Auto: Es soll ein Blick in das Audi von morgen sein – mit einer komplett neuen Designsprache und hochwertigeren Interieurs, die wieder mehr physische Bedienelemente bieten und weniger auf Bildschirme setzen. Die Marke hofft, damit eine ähnliche Wirkung zu erzielen wie einst mit dem ersten TT – ein schwer zu übertreffender Maßstab. Audi Concept C (2025) Motor1 meint: Wir sind vorsichtig optimistisch, was Audis Versuch eines „TT-Moments 2.0“ angeht. Ohne Verbrenner schränkt man den potenziellen Kundenkreis deutlich ein – und lässt damit Umsatz liegen. Dafür verspricht das Concept C beim Design und bei der Innenraumqualität viel, bevor diese Eigenschaften in die restliche Modellpalette Einzug halten. Auch wenn das Auto kein Massenmodell sein wird, ist es ein notwendiges Produkt. Audi hat derzeit keine Coupés oder Cabrios im Programm – das Targa-Elektroauto soll diese Lücke 2027 schließen.