Das Fahrrad spielt für Skoda eine große Rolle, schließlich startete die Marke vor 130 Jahren mit Drahteseln und ist seitdem auch bei den großen Rennen wie Tour de France oder der Vuelta immer sehr aktiv. Insofern überrascht es nicht wirklich, dass man sich auch heute noch diesem Thema widmet. Bei der DuoBell stand vor allem die Sicherheit im Fokus. Fußgänger mit ANC-Kopfhörern reagieren oft spät auf heranrollende Fahrräder. Skoda hat zusammen mit der University of Salford die DuoBell entwickelt, eine mechanische Fahrradklingel, deren Klang die Filter moderner Kopfhörer deutlich besser durchdringt und Radfahrer früher hörbar macht. Hintergrund sind wachsende Radverkehrszahlen in Großstädten und mehr Konflikte zwischen Radfahrern und unaufmerksamen Passanten. In London soll der Radverkehr 2026 den Autoverkehr übertreffen. Gleichzeitig meldet Transport for London für 2024 einen Anstieg der Zusammenstöße von Radfahrern mit Fußgängern um 24 Prozent. Viele Passanten tragen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, klassische Klingeln bleiben oft wirkungslos. Skoda und Forscher in Salford nahmen deshalb die Funktionsweise der ANC-Algorithmen genau unter die Lupe. In akustischen Tests mit verschiedenen Kopfhörern zeigte sich ein schmales Frequenzfenster, in dem die Filter weniger effektiv arbeiten. Dieses Fenster liegt zwischen 750 und 780 Hertz. Die DuoBell zielt konstruktiv genau auf diesen Bereich, statt einfach nur mehr Lautstärke zu erzeugen. Die Klingel nutzt zwei Klangkörper. Ein Resonator arbeitet im identifizierten Frequenzband, ein zweiter liegt höher. Ein speziell konstruierter Hammermechanismus erzeugt schnelle, leicht unregelmäßige Schläge. Für Menschen wirkt das wie ein klarer, gut ortbarer Ton, für ANC-Systeme ist es ein schwer vorhersehbares Signal. Die Algorithmen filtern den Klang nicht vollständig heraus, der Klingelton bleibt im Geräuschpegel der Stadt erhalten. Messungen im Labor zeigen einen klaren Sicherheitsgewinn. Fußgänger mit aktivierter Geräuschunterdrückung hatten bei der DuoBell im Schnitt bis zu 22 Meter mehr Reaktionsweg als bei herkömmlichen Klingeln. Praxistests mit Deliveroo-Kurieren in London bestätigten die Wirkung. Die Fahrer bewerteten die Klingel als deutlich besser wahrnehmbar und wollten die Prototypen weiter nutzen.