Caravaning verändert sich leise. Nicht mit lauten Leistungsdaten, sondern mit Fragen nach Reichweite, Gewicht und Alltagstauglichkeit. Der Dethleffs c.fold ist eine dieser Antworten, die nicht nach Show aussehen, sondern nach Nachdenken. Eingeklappt flach, schmal und windschnittig, ausgeklappt überraschend wohnlich – und genau dazwischen liegt seine Idee. Die Grundidee stammt dabei allerdings nicht aus der Marketingabteilung von Dethleffs, sondern von einem Ehepaar, das seit Jahrzehnten mit Wohnwagen unterwegs ist. Monika und Peter Machart sind Camper seit Kindheitstagen, europaweit gereist, vertraut mit klassischen Grundrissen – und irgendwann konsequent auf einen Kia EV6 umgestiegen. Die Freude am lautlosen Fahren blieb, die Reichweite mit Wohnwagen nicht. Bildergalerie: Dethleffs c.fold (2026) Wohnwagen mit Klappmechanismus Der Kontext passt. Bereits mit dem E.HOME Alpen Challenge haben die Mannen aus Isny ausgelotet, wie sich Elektromobilität und Camping zusammendenken lassen. Auch Faltkonzepte wie der Dashaway ECT zeigen, dass kompakte Anhänger wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Der c.fold greift diese Ansätze auf – und zieht sie konsequent weiter. Der erste Eindruck entsteht vor der Abfahrt. Im eingeklappten Zustand misst der c.fold nur rund 1,65 Meter in der Höhe und bleibt mit 1,90 Meter auffallend schmal. Die Gesamtlänge liegt unter 5,45 Metern. Damit verschwindet der Caravan förmlich im Windschatten des Zugfahrzeugs. Genau darauf zielt das Konzept ab: weniger Stirnfläche, weniger Luftwiderstand, mehr Reichweite. Der c.fold im eingeklappten ... und ausgeklappten Zustand Vom Holz-Modell bis zur fertigen Studie: Monika und Peter Machart vor dem c.fold Bilder von: Dethleffs Dethleffs spricht von bis zu 100 Kilometern zusätzlicher Reichweite im Vergleich zu einem klassischen Wohnwagen. Entscheidend ist nicht ein einzelner Wert, sondern das Zusammenspiel aus Form, Gewicht und Technik. Der Klappmechanismus senkt das Dach vor der Fahrt elektrisch ab, im Stand fährt der Aufbau per Knopfdruck wieder nach oben. Ungewöhnlich ist das Fahrwerk. Eine Einzelradaufhängung mit Luftfederung von Goldschmitt erlaubt nicht nur mehr Komfort, sondern auch aktives Nivellieren auf dem Stellplatz. Per Knopfdruck lässt sich der Caravan ausrichten, ohne Keile oder Handarbeit. Ergänzt wird das durch eine integrierte Waage, die das Gesamtgewicht im Blick behält. Überladung wird damit nicht zur Schätzfrage, sondern zur Anzeige. Einzelradaufhängungen mit Luftfederung für komfortables Fahren und einfaches Nivellieren Kein Überladen dank integrierter Waage in der Luftfederung Bilder von: Dethleffs Auch beim Abstellen denkt der c.fold anders. Durch die kompakten Maße passt er auf einen normalen Pkw-Stellplatz, in viele Carports oder Garagen. Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, koppelt den Caravan ab, lädt das Zugfahrzeug – und lässt den Anhänger dort stehen, wo sonst ein Kombi parken würde. Caravaning rückt damit näher an den Alltag heran. Innen setzt sich der Gedanke fort. Der Raum wirkt größer, als es die Außenmaße vermuten lassen. Große Fensterflächen, helle Materialien und eine indirekte Beleuchtung lenken den Blick nach oben. Im Bug entsteht eine Stehhöhe von bis zu 1,90 Metern, im Heck bleibt genug Höhe, um auf den Betten bequem zu sitzen. Der Innenraum folgt keinem klassischen Grundriss, sondern einem modularen Prinzip. Bilder von: Dethleffs Die Küche bleibt bewusst reduziert. Ein kompakter Block mit Spülbecken, Schubladen und einem mobilen Induktionskocher reicht für das Wesentliche. Oberschränke schwenken so, dass sie auch im eingeklappten Zustand horizontal bleiben. Nichts kippt, nichts fällt heraus. Verdunkelung und Insektenschutz sind direkt in die Seitenwände integriert. Ein zentrales Detail ist das ausfahrbare Badezimmer. Im Alltag verschwindet es unter einem Podest und öffnet den Raum. Wird es benötigt, fährt es nach oben und schließt mit einem blickdichten Filzvorhang. Innen wartet eine fest verbaute Clesana-Trockentoilette mit Waschbecken und eigenem Fenster. Das Bad ist da, wenn man es braucht – und weg, wenn nicht. Im Podest versteckt sich ein ausfahrbares Bad mit Waschbecken und Toilette Bilder von: Dethleffs Auch beim Stauraum bleibt der c.fold flexibel. Die Sitzgruppe im Eingangsbereich lässt sich einklappen und verwandelt den Bereich in eine kleine Garage. E-Bikes, Sportgeräte oder sperrige Ausrüstung finden hier Platz und werden über die Eingangstür verladen. Die Betten verzichten auf klassische Lattenroste. Stattdessen kommen integrierte Tellerfedern zum Einsatz, kombiniert mit durchdachten Polstern. Der Stauraum darunter bleibt zugänglich, ohne Polster anheben zu müssen. Komfort und Alltag greifen ineinander, ohne dass der Innenraum überladen wirkt. Bilder von: Dethleffs Der Wandaufbau aus Alucore spart Gewicht und sorgt für Stabilität, die Isolierung besteht aus recyceltem PET. Filz an den Innenwänden verbessert Akustik und Atmosphäre, Oberflächen aus hellem Eichenfurnier sorgen für Wärme. Der Boden aus Linoleum basiert auf nachwachsenden Rohstoffen und ist bereits aus dem e.home-Projekt bekannt. Technisch ist der c.fold weiter, als sein reduziertes Auftreten vermuten lässt. Auf dem Dach sitzen flach integrierte Solarmodule, ergänzt durch zwei Lithium-Ionen-Batterien mit je 150 Ah und einen 2.000-Watt-Wechselrichter. Ein integrierter Mover erleichtert das Rangieren, eine Klimaanlage ist ebenfalls an Bord. Trotz dieser Ausstattung liegt das Gewicht bei nur 775 Kilogramm. Der c.fold ist keine Serienankündigung, sondern eine Studie. Aber eine, die auffallend nah an der Realität bleibt. Die Technik ist vorhanden, die Lösungen sind durchdacht, und das Nutzungsszenario wirkt plausibel. Nicht nur für Elektroautos, sondern auch für kleinere Zugfahrzeuge mit begrenzter Anhängelast. Wer ähnliche Wege denkt, findet sie auch bei Konzepten wie dem Mink Camper oder dem LMC e:dero, ebenso wie bei elektrischen Ansätzen à la Pebble Flow. Der c.fold zeigt jedoch besonders deutlich, wie viel entstehen kann, wenn Erfahrung auf Offenheit trifft – und jemand bereit ist, eine einfache Frage wirklich zu Ende zu denken.