BYD setzt seine aggressive Preisstrategie in Deutschland fort und bietet den neuen Atto 3 EVO mit einem kräftigen E-Bonus an. Käufer der Basisversion Design erhalten einen Nachlass von 10.000 Euro, für die besser ausgestattete Excellence-Variante gewährt der chinesische Hersteller sogar 11.000 Euro. Damit fällt der Preis des technisch deutlich verbesserten Elektro-SUV massiv. Die Frage stellt sich: Hat BYD das wirklich nötig? Der Atto 3 EVO startet offiziell bei einem Listenpreis von 44.990 Euro für das Design-Modell. Mit dem E-Bonus sinkt der Preis auf 34.990 Euro. Die Excellence-Version mit Allradantrieb und 440 PS kostet regulär 50.990 Euro, nach Abzug des Bonus bleiben 39.990 Euro übrig. Die maximale staatliche Förderung für Elektroautos liegt bei 6.000 Euro, sodass Käufer im besten Fall auf einen Endpreis von 28.990 Euro (Design) beziehungsweise 33.990 Euro (Excellence) kommen. Auch die Leasingraten profitieren von der Rabattaktion. Das Design-Modell gibt es ab 299 Euro monatlich bei 6.000 Euro Anzahlung und 48 Monaten Laufzeit. Die Excellence-Variante schlägt mit 319 Euro pro Monat zu Buche, ebenfalls bei 6.000 Euro Anzahlung und identischer Laufzeit. Die Raten setzen voraus, dass die staatliche Förderung als Anzahlung genutzt wird. Ohne Zinsen macht BYD das Angebot zusätzlich attraktiv. Dass solche Rabatte zur Markteinführung nötig sind, wirft Fragen auf. BYD möchte bzw. muss seinen Marktanteil in diesem Jahr extrem steigern. Dafür nimmt man offenbar ijn Kauf, kaum oder gar nichts mehr pro Auto zu verdienen. Muss man sich als Konzern heutzutage auch erstmal leisten können. Viel wichtiger ist aber die Frage, ob das bei den Kunden nicht Zweifel an den Qualitäten der Produkte weckt, wenn man offenbar auf solch extreme Rabatte angewiesen ist. Dabei konnten wir uns selbst überzeugen, dass auch der Atto 3 Evo ein wirklich gutes Auto ist. Der Atto 3 EVO ist technisch eine umfassende Weiterentwicklung des bisherigen Modells. Er basiert auf der e-Platform 3.0 mit 800-Volt-Architektur, verfügt über einen 74,8 kWh großen Akku und bietet eine WLTP-Reichweite von bis zu 510 Kilometern. Die Basisversion Design leistet 233 kW (313 PS) und beschleunigt in 5,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Excellence-Version bringt zwei Motoren und Allradantrieb mit, was die Systemleistung auf 330 kW (440 PS) steigert. BYD baut sein Händlernetz in Deutschland rapide aus. Von 26 Standorten im Jahr 2024 soll die Zahl bis 2026 auf 350 steigen. Gleichzeitig meldete die Marke für 2025 ein Wachstum von 706 Prozent und 23.360 Neuzulassungen. Mit den aggressiven Preisen will der Hersteller offenbar schnell Marktanteile erobern und etablierte Konkurrenten wie Volkswagen, Hyundai und Kia unter Druck setzen. Die etablierten Hersteller dürften diese Dumping-Strategie mit Sorge beobachten. Auch andere BYD-Modelle profitieren aktuell von ähnlichen Rabatten. Den Atto 2 DM-i gibt es aktuell auch noch mit bis zu 11.500 Euro Rabatt. Der Seal 6 Touring gibt es ab 26.000 Euro, der Seal U DM-i startet bei knapp 25.000 Euro. Selbst der kompakte Dolphin Surf ist schon für 12.990 Euro zu haben. Die Preisoffensive des chinesischen Herstellers setzt die gesamte Branche unter Zugzwang. Ob sich ein nachhaltiges Geschäftsmodell auf Dauer so aufbauen lässt, bleibt fraglich. Klar ist aber: Für Käufer sind die aktuellen Angebote ein Schnäppchen.