Das Technische Hilfswerk (THW) verstärkt seine Einsatzflotte mit 66 neuen hochgeländegängigen Fahrzeugen auf Basis des Unimog U 5025. Die speziell für den Zivilschutz beschafften Fahrzeuge sollen im Laufe des Jahres 2026 an die 66 Regionalstellen des THW ausgeliefert werden und vor allem bei Hochwasserlagen, Evakuierungen sowie Einsätzen in schwer zugänglichem Gelände zum Einsatz kommen. Die Unimog werden im Werk Wörth am Rhein gefertigt. Für den Ausbau der Fahrzeuge zeichnet die F&B Nutzfahrzeug-Technik GmbH im pfälzischen Hagenbach verantwortlich. Eine Besonderheit der neuen Fahrzeuge ist der leistungsstärkere Antrieb: Der verbaute Vierzylinder-Dieselmotor OM 934 leistet 252 PS und damit 21 PS mehr als das bisherige Standardmodell. Das maximale Drehmoment beträgt 1.000 Newtonmeter. THW-Präsidentin Sabine Lackner bezeichnet die Beschaffung als wichtigen Beitrag zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes. Die Erfahrungen aus den verheerenden Überschwemmungen nach dem Starkregenereignis „Bernd“ im Jahr 2021 hätten gezeigt, wie entscheidend geländegängige Fahrzeuge seien, um Menschen in Notlagen schnell erreichen zu können. Von links nach rechts: Daniel Zittel, Chief Sales Officer Mercedes-Benz Special Trucks; Marcel Baerwindt, Referatsleiter Einsatz im Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, THW; Biance Lobe, Referentin im Referat Technik, THW; Ingo Bertsche, Geschäftsführer F&B Nutzfahrzeugtechnik Die Fahrzeuge basieren auf einem einheitlichen Konzept und verfügen über eine standardisierte Ausstattung. Dazu gehören unter anderem Blaulichtanlagen, Funktechnik, Rückfahrkamera, umfangreiche Stauräume sowie ein zwischen Fahrerhaus und Pritsche montierter Ladekran. Die Ladefläche kann flexibel mit verschiedenen Wechselmodulen bestückt werden, etwa für Stromerzeuger, Pumpen oder weitere Einsatztechnik. Besonderes Augenmerk liegt auf der Geländegängigkeit. Der Unimog kann Gewässer mit einer Tiefe von bis zu 1,20 Metern durchfahren, bietet eine Achsverschränkung von bis zu 500 Millimetern und verfügt dank Portalachsen über eine Bodenfreiheit von 480 Millimetern unter dem Achsdifferenzial. Damit eignet sich das Fahrzeug sowohl für Einsätze in überfluteten Gebieten als auch in Wald- und Forstregionen. Neben der Offroad-Tauglichkeit wurde auch die Nutzbarkeit im urbanen Umfeld berücksichtigt. Mit einer Gesamthöhe von weniger als 3,40 Metern kann der Unimog auch bei Einsätzen in Städten eingesetzt werden. Der Auftrag setzt die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem THW und Daimler Truck fort. Bereits zuvor hatte die Hilfsorganisation mehr als 240 Gerätekraftwagen auf Basis des Mercedes-Benz Atego beschafft. Beide Fahrzeugprogramme sollen die Einsatzfähigkeit des THW bei Hochwasser, Großschadenslagen und anderen Krisensituationen nachhaltig stärken. Bilder: Daimler Truck AG