Retro ist in! Egal ob in Serien, Filmen, Musik, Videospielen, Möbel, Mode oder Autos: Überall wird der Nostalgie-Hammer ausgepackt. Manche hatten mit ihren Kindheitserinnerungen Glück und bekamen einen Renault R5, wiederum andere ein unscheinbares SUV mit ikonischem Namen auf der Heckklappe. Fiat ist schon früh auf diesen Zug aufgesprungen und brachte 2007 die markant kugelige Silhouette des Fiat 500 zurück. Mit der folgenden Neuinterpretation zeigt Francesco Salvia aus Rom, wie eine Neuauflage einer weiteren knuffigen Kugel aus Italien zukünftig aussehen könnte: Der Fiat 126. Bildergalerie: Fiat 126 Neuinterpretation In Italien wurden zwischen 1972 und 1980 1.352.912 Fiat 126 produziert. Dazu kamen zwischen 1973 und 2000 3.318.674 Fiat 126 aus den Werken in Bielsko-Biała und Tychy in Polen. Die 3,05 Meter lange Büchse mit 23 PS hat ganze 28 Jahre überlebt. Auch der italienische Architekt und Designer verbindet Kindheitserinnerungen mit dem kleinen Gefährt. "Soweit ich mich zurückerinnern kann, war es das erste Auto meines Vaters", so Salvia. Um dieser Erinnerung Tribut zu zollen, hat er sich an das Design eines neuen Fiat 126 gesetzt. Der Fokus des Restylings lag dabei auf der Lichtsignatur der Front- und Heckscheinwerfer. Sie zitieren die schlichten eckigen Scheinwerfer und die glatte Front des Originals. Ein schlanke Lichtleiste zieht sich in Richtung Logo. Schlicht und unauffällig bleibt auch die Seitenansicht. In der Gegenüberstellung ist gut zu erkennen, dass das 126-Konzept lediglich in den Dimensionen und dem kräftigeren Stand angepasst wurde. Die urigen Details, wie der hintere Lufteinlass, der Tankdeckel und die Türgriffe (jedoch jetzt bündig abschließend mit der Karosserie) wurden beibehalten. Selbst die großzügige Fensterfront wurde perfekt neu interpretiert. Fiat 126 Neuinterpretation - Citycar Fiat 126 Neuinterpretation - Citycar Fiat 126 Neuinterpretation - Citycar Bilder von: Francesco Salvia Auch am Heck zitieren die Heckleuchten das Original, kleine Ausläufer bewegen sich in Richtung Mitte. Auf ein durchgehendes Lichtband verzichtet Salvia hingegen. Auch Lufteinlässe auf der Heckklappe benötigt der neue 126 nicht. Auf Instagram schreibt der Designer, der in Apulien geboren wurde: "In einer Automobilbranche, in der das A-Segment scheinbar ausstirbt, bin ich fest davon überzeugt, dass es Zeit für einen mutigen Gegentrend ist. Warum sollten wir die kompakten Abmessungen aufgeben, die die urbane Mobilität so großartig gemacht haben?" Ein Kleinwagen sei nicht nur eine stilistische Entscheidung, sondern eine pragmatische Notwendigkeit: "Es bedeutet geringeren Verbrauch, einen kleineren CO2-Fußabdruck und die Freiheit, in unseren immer dichter befahrenen Städten problemlos einen Parkplatz zu finden." Fiat 126 Neuinterpretation - Cross Fiat 126 Neuinterpretation - Abarth Bilder von: Francesco Salvia Der Innenraum verbindet, ähnlich wie der Fiat 500, historische Schlichtheit mit moderner Technologie. Wir sehen Elemente, die die Außenfarbe aufgreifen, physische Taster, ein horizontal ausgerichtetes schlichtes Armaturenbrett mit mittig platziertem Fiat-Infotainment-System. Sitze mit integrierten Kopfstützen sorgen für einen leicht sportlichen Touch. Salvia setzt zudem auf "lebendige Lackierungen, die der Stadt Persönlichkeit verleihen". Die Automobilwelt ist für den Designer kein Neuland. Im Laufe der Jahre habe er die Gestaltung von Gewerbeflächen und Showrooms für Marken wie Renault, Dacia, Avis, Europcar, Maggiore, Sixt und Hertz verantwortet. Auch Installationen für die Formel E in Berlin, Paris und Buenos Aires habe er entworfen. Zudem habe er mit dem Betreuer seiner Abschlussarbeit mehrere innovative Automobil-Designkonzepte entwickelt. Der 49-Jährige erkunde gerne Kreativität in all ihren Facetten. Genau das zeigen auch die weitergehenden Entwürfe zu diversen Fiat-126-Versionen. Natürlich hat es sich der Italiener nicht nehmen lassen, auch einen Abarth zu erstellen. Vergrößerte Lufteinlässe, ein aerodynamischer Splitter, breite Radkästen, ein Heckspoiler und vier Auspuffblenden: breit, muskulös und satt steht die Rennsemmel auf der Straße. Ein Fiat 126 Cross soll die Bedürfnisse der Stadt mit eventuellen Anforderungen auf dem Land kombinieren. Deshalb kommt die geländegängige Version der italienischen Ikone mit einer höheren Bodenfreiheit, Offroad-Reifen, robusten Verkleidungen, Bügeln und einem praktischen Dachgepäckträger. Salvia hat sich zudem an Neuinterpretationen eines Smart Fortwo, eines neuen VW Beetle und einer e-Ape gewagt. Wer noch mehr von dem Designer sehen will, kann ihm bei Facebook (frank sage design art) oder Instagram (frank_sage) folgen. Und wir hoffen jetzt mal ganz stark, dass Fiat ganz genau hingesehen hat und mit dem Italiener in Austausch treten wird. Denn der Fiat 126 wäre ein passender moderner Nachfolger für den Fiat 500.