Turin und der Fiat 500 gehören einfach zusammen. Dass der kleine „Cinquecento“ nun wieder im Mirafiori-Werk gebaut wird, ist für die Region eine Riesensache. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, die den italienischen Stolz in der neuesten Generation direkt wieder aufleben lässt. Optisch bleibt einem das typische Retro-Design erhalten, auch wenn sich Details wie der Lufteinlass leicht verändert haben. Der Wagen ist in der Länge und Breite um sechs Zentimeter gewachsen, in der Höhe sind es zwei. Trotzdem bleibt er ein echter Parkplatz-Garant im urbanen Dschungel. Die kompakten Maße sind und bleiben das schlagende Argument für die Stadt. Unter der Haube arbeitet ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 12-Volt-Mildhybridsystem. Mit 65 PS hat er zwar fünf Pferdestärken weniger als früher, was für 16,8 Sekunden auf Tempo 100 sorgt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 155 km/h. Rein elektrisch fährt man hier zwar nicht, aber das System unterstützt spürbar beim Anfahren und Segeln. Beim Fahren überrascht das Fahrwerk. Obwohl der Radstand recht kurz ist, werden Bodenwellen komfortabel weggesteckt. Man spürt zwar den Untergrund, doch der Wagen wirkt deutlich erwachsener als erwartet. Das macht ihn nicht nur zum reinen Stadtauto, sondern lässt auch gelegentliche Ausflüge außerhalb der City entspannt zu. Ein echtes Highlight ist die manuelle Sechsgang-Schaltung. Dank der guten Übersetzung lässt sich im fünften Gang bei 50 km/h entspannt durch die Innenstadt gleiten, ohne dass man ständig im Getriebe rühren muss. Auf der Autobahn senkt der sechste Gang die Drehzahl und den Durst. Das passt extrem gut zum Charakter des kleinen Italieners. Im Innenraum wird auf Charme statt Luxus gesetzt. Das Dashboard in Wagenfarbe ist schick, und das digitale Instrument zeigt neben dem Tempo auch den Ladestand der Hybrid-Batterie an. Das Infotainment ist vielleicht nicht das modernste, verbindet sich aber drahtlos mit dem Smartphone. Für Kabel-Fans gibt es sowohl USB-A- als auch USB-C-Anschlüsse. Besonders angenehm fällt die Bedienung auf. Fiat setzt auf echte Tasten am Lenkrad und manuelle Knöpfe für die Klimaanlage. Man muss sich also nicht durch komplizierte Touch-Menüs wühlen, während man fährt. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen den aktuellen Trend und genau das, was viele Kunden am 500er schätzen. Am Ende überzeugt die Effizienz: Im Test genehmigte sich der Hybrid reale 5,3 Liter auf 100 km. Mit einer Reichweite von über 600 km ist er alltagstauglicher als mancher Stromer. Der Preis startet bei 19.990 €. Ein Renault Clio bietet für das Geld zwar teils mehr Leistung, aber der italienische Charme und das stimmige Gesamtpaket sind bei Fiat einfach einzigartig.