Ein Unikat ist es zwar nicht, aber trotzdem selten. Und vermutlich sehr teuer. Rolls-Royce beschreibt das "Project Nightingale" als Ergebnis einer gezielten Anfrage besonders anspruchsvoller Kundinnen und Kunden. Im Zentrum steht die Verbindung von drei Elementen, die bislang nicht gemeinsam umgesetzt wurden: weitgehende gestalterische Freiheit im Coachbuild-Ansatz, ein vollelektrischer Antrieb mit sehr geringer Geräuschentwicklung sowie ein offenes Fahrzeugkonzept, das auf Ruhe und Kraft gleichermaßen ausgelegt ist. Der Bezug zur eigenen Geschichte wird von Rolls-Royce ausdrücklich hergestellt, insbesondere zu den experimentellen EX-Modellen der 1920er-Jahre, mit denen Henry Royce technische und gestalterische Grenzen auslotete. Bildergalerie: Rolls-Royce Project Nightingale Der Name des Projekts verweist auf "Le Rossignol", das französische Wort für Nachtigall, auf englisch "Nightingale". Zugleich handelt es sich um die Bezeichnung eines Hauses der Designer in der Nähe von Henry Royces Winterdomizil an der Côte d’Azur. Damit wird eine Verbindung zwischen der historischen Lebenswelt des Firmengründers und der aktuellen Entwurfsarbeit hergestellt. Das Projekt wird als zweisitziges, offenes Fahrzeug konzipiert und ist Teil einer limitierten Coachbuild Collection. Geplant sind 100 Exemplare, die in Handarbeit in Goodwood entstehen. Gestalterisch orientiert sich das Projekt an klassischen Proportionen und an der Formensprache des späten Art Déco. Elemente des Streamline Moderne prägen die Linienführung: lange, durchgehende Flächen, reduzierte Details und klare Übergänge. Drei Prinzipien strukturieren den Entwurf: der Übergang von einer aufrechten Front in eine fließende Heckpartie, eine durchgehende zentrale Karosserielinie sowie skulpturale Volumen, die Spannung im Gesamtbild erzeugen. Rolls-Royce Project Nightingale Mit einer Länge von rund 5,76 Metern entspricht das Fahrzeug etwa der Limousine Phantom, ist jedoch vollständig auf eine zweisitzige Konfiguration ausgelegt. Der elektrische Antrieb ermöglicht eine veränderte Frontgestaltung ohne große Lufteinlässe. Dominant bleibt der Pantheon-Kühlergrill, flankiert von schmalen, vertikal angeordneten Leuchten. In der Seitenansicht prägen eine lange Motorhaube, eine stark geneigte Frontscheibe und eine weit nach hinten gesetzte, kompakte Kabine das Erscheinungsbild. Eine durchgehende Linie strukturiert die Karosserie von der Front bis zum Heck. Rolls-Royce Project Nightingale Im Innenraum steht eine reduzierte, auf zwei Personen zugeschnittene Gestaltung im Vordergrund. Ein zentrales Element ist eine Lichtinstallation, deren Muster aus analysierten Klangstrukturen von Vogelgesang abgeleitet wurde. Materialien und Bedienelemente sind zurückhaltend eingesetzt, technische Funktionen weitgehend integriert. Der elektrische Antrieb bildet die konstruktive Grundlage des Fahrzeugs. Er ermöglicht eine geräuscharme Fortbewegung und erweitert die gestalterischen Spielräume, etwa bei Aerodynamik und Packaging. Weitere technische Details sollen im Verlauf der Entwicklung folgen. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist ab 2028 vorgesehen.