Deutsche wie auch Italiener erinnern sich noch gerne an den Sommer 2006: Die Fußball-WM 2006 in Deutschland ist als "Sommermärchen" bis heute legendär. Für Trübsal sorgt lediglich das verlorene Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Italien. Ungefähr zeitgleich präsentiert Opel ein Auto, welches in beide Ländern erfolgreich sein wird. Der Corsa D wird im Juli 2006 erstmals der Weltöffentlichkeit als Nachfolger des Corsa C auf der British International Motor Show in London vorgestellt. Ab Oktober 2006 steht der Kleinwagen bei den Händlern. Bildergalerie: Opel Corsa D (2006-2014) Gegenüber seinem Vorgänger wächst der Opel in allen Abmessungen und basiert auf einer gemeinsam mit Fiat entwickelten Plattform, die auch beim Grande Punto zum Einsatz kommt. Besonders deutlich fällt der Längenzuwachs aus: Mit exakt 3,999 Metern kratzt der Corsa D an der Vier-Meter-Marke, bleibt jedoch bewusst knapp darunter positioniert. Wie bereits beim Corsa B gehen Drei- und Fünftürer optisch getrennte Wege. Der Dreitürer ist stark coupéhaft gestaltet und richtet sich an sportlich orientierte Käufer, während der Fünftürer als geräumiges Vollwertauto für Alltag und Familie ausgelegt ist. Das höhere Platzangebot wird vor allem bei der fünftürigen Variante sichtbar. Das Leergewicht liegt je nach Karosserieform bei etwas über 1,1 Tonnen. Trotz gestiegener Masse bleibt der Verbrauch durch längere Getriebeübersetzungen auf dem Niveau des Vorgängers. Opel Corsa D Dreitürer Opel Corsa D Fünftürer Bilder von: Opel Zum Verkaufsstart umfasst das Motorenprogramm mehrere Benzin- und Dieselmotoren. Die Ottomotoren reichen vom 1,0-Liter-Dreizylinder mit 60 PS über 1,2- und 1,4-Liter-Vierzylinder bis 90 PS. Bei den Dieseln stehen zwei 1,3-Liter-CDTI-Aggregate mit 75 und 90 PS sowie ein 1,7-Liter-CDTI mit 125 PS zur Wahl. Je nach Motorisierung kommen Fünf- oder Sechsgang-Handschaltungen, ein automatisiertes Easytronic-Getriebe oder eine Vierstufen-Automatik zum Einsatz. Ergänzend bietet Opel Varianten für Autogasbetrieb an, die durch einen zusätzlichen LPG-Tank eine größere Gesamtreichweite ermöglichen. Der gemeinsam von GM und Fiat entwickelte 1.3-CDTI-Motor gilt als besonders effizient und wird bereits zuvor in seiner Hubraumklasse als "Motor des Jahres" ausgezeichnet. Opel Corsa OPC Parallel baut Opel das sportliche Angebot aus. 2007 folgt der Corsa OPC mit 1,6-Liter-Turbomotor und 192 PS, ausschließlich als Dreitürer erhältlich. Er beschleunigt in gut sieben Sekunden auf 100 km/h und erreicht bis zu 225 km/h. Ebenfalls 2007 ergänzt der Corsa GSi das Programm. Mit 150 PS, sportlichem Fahrwerk und OPC-Anleihen positioniert er sich zwischen den Serienmodellen und der Topversion und ist auch als Fünftürer erhältlich. Mit der Einführung der ecoFLEX-Technologie legt Opel zusätzlich den Fokus auf Effizienz. Start/Stop-Systeme und verbrauchsoptimierte Antriebe senken Verbrauch und Emissionen deutlich. Besonders sparsam zeigt sich der 1.3 CDTI ecoFLEX, der mit einem kombinierten Verbrauch von 3,3 Litern Diesel pro 100 Kilometer auskommt und lediglich 88 g/km CO₂ ausstößt. Später folgt eine weiterentwickelte Version mit nochmals reduzierten Verbrauchswerten. Opel Corsa D (2006-2014) 2010 erhält der Corsa D eine technische Überarbeitung. Die Motoren werden schrittweise auf die Abgasnorm Euro 5 umgestellt, das Benzinerangebot neu strukturiert und die Frontpartie im Zuge eines Facelifts optisch angepasst. Gleichzeitig entfällt der GSi aus dem Programm. Die sportliche Speerspitze bildet ab 2011 die OPC Nürburgring Edition. Der leistungsgesteigerte 1,6-Liter-Turbo entwickelt nun 155 kW (210 PS), ergänzt durch mechanisches Sperrdifferenzial, überarbeitetes Fahrwerk, stärkere Bremsanlage und spezifische Detailänderungen. Ein kurzer Druck aufs Gaspedal genügt, um den Kleinwagen auf bis zu 230 km/h zu beschleunigen. Opel Corsa D Facelift von 2010 Die Nachfrage entwickelt sich von Beginn an stark. Bereits kurz nach Marktstart übertreffen die Bestellungen die Erwartungen deutlich, und 2007 führt der Corsa zeitweise die deutschen Neuzulassungen im Kleinwagensegment vor dem VW Polo an. Insgesamt wird die vierte Generation mit allen Varianten über 2,9 Millionen Mal verkauft. Produziert wird der Dreitürer überwiegend im Werk Eisenach, während der Fünftürer aus dem spanischen Figueruelas stammt; später erfolgt zusätzlich eine Montage in Belarus. Im Oktober 2014 endet die Produktion des Corsa D, Anfang 2015 übernimmt die nächste Generation die Nachfolge.