Schon Anfang der Woche tauchten Gerüchte auf, dass Ford zurück am Ort des Geschehens sei. Schließlich wollte man sich den Rekord für das schnellste US-Auto auf der Nordschleife vom Rivalen Chevrolet zurückholen, die den Ring zuletzt mit der Corvette ZR1X in 6:49,275 Minuten umrundeten. Vielleicht war das, was der YouTuber am Nürburgring mit dem Ford Mustang GTD sah, nur ein Vorbereiten der Strecke für einen neuen, wesentlich potenteren Kandidaten. Denn 60 Jahre nachdem der historische Ford GT40 erstmals die Ausdauerrennen der Welt unsicher machte und zehn Jahre nach dem Le-Mans-Klassensieg des modernen GT, haben die US-Autobauer den Ford GT Mk IV auf den Eifel-Kurs geschickt. Und der hat die Zeit der Corvette geradezu pulverisiert. Bildergalerie: Ford GT MK4 Nürburgring-Rekord 2026 Mit 6:15,977 Minuten war der neue Ford GT rund 34 Sekunden schneller als sein Chevrolet-Konkurrent. Damit braucht der Mustang GTD vermutlich gar nicht mehr antreten, denn mit dieser Zeit ist der GT Mk IV das schnellste Fahrzeug eines amerikanischen Herstellers auf der Nordschleife in der Prototypen-Kategorie. Da geht noch mehr für den Ford GT Insgesamt reiht sich der GT Mk IV, der wohl nur noch dem Namen nach an seine Ahnen erinnert, als das drittschnellste jemals auf dem Ring gemessene Fahrzeug ein. Wobei diese Wertung auch reinrassige Rennwagen und elektrische Prototypen einschließt. Schneller war nur Timo Bernhard bei der irren 5:19.546-Minuten-Fahrt im Porsche 919 Hybrid Evo und Romain Dumans im VW ID.R (6:05.336 Minuten). Betrachten wir ausschließlich Modelle, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, hält der Ford GT nun die unangefochtene Bestzeit. Aber warum sollte das schon reichen? Schließlich gibt es noch einiges zu holen. Mit der aktuellen Zeit ist das US-Supercar zudem das schnellste, käuflich zu erwerbende Track-Only-Fahrzeug auf dieser Strecke. Ford GT MK4 Nürburgring-Rekord 2026 Ford GT MK4 Nürburgring-Rekord 2026 Bilder von: Ford Die Technik hinter dem auf 67 Exemplare limitierten Modell liefert dafür das Fundament. Angetrieben wird der Wagen von einem speziell entwickelten Ford EcoBoost-Motor mit Biturbo, der eine Leistung von über 800 PS bereitstellt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein maßgeschneidertes Renngetriebe. Für die nötige Traktion sorgen ein verlängerter Radstand und das "Adaptive Spool Valve" (ASV) Rennfahrwerk, das vom langjährigen Engineering-Partner Multimatic beigesteuert wurde. Die Karosserie im "Long Tail"-Design aus Kohlefaser ist für den aerodynamischen Abtrieb verantwortlich. Ford festigt die Nordschleifen-Präsenz Das Steuer des neuen GT übernahm Ford-Racing-Werksfahrer Frédéric Vervisch. Mit zwei Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in den Jahren 2019 und 2022 kennt der Belgier die 73 tückischen Kurven vermutlich auswendig. Erst kürzlich trug er sich zudem als einer der ersten Sieger im neuen Mustang GT3 bei den Rolex 24 Stunden von Daytona 2025 ein. Nach seinem Rekordlauf erklärte Vervisch, dass das Auto unmittelbar und sehr präzise auf jeden Lenkimpuls reagiere. Das Fahrzeug vermittle gerade in anspruchsvollen Passagen wie dem Kesselchen oder am Flugplatz viel Vertrauen, wodurch der Fahrer das Limit kontinuierlich weiter ausloten könne. Ford GT MK4 Nürburgring-Rekord 2026 Ford GT MK4 Nürburgring-Rekord 2026 Bilder von: Ford Der aktuelle Lauf des GT Mk IV reiht sich in ein umfassendes Testprogramm von Ford in der Eifel ein. Die US-Amerikaner nutzen die anspruchsvolle Strecke regelmäßig, um verschiedenste Konzepte – von elektrischen Demonstrationsfahrzeugen bis hin zu rennstreckenoptimierten Serienautos – an ihre Grenzen zu bringen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen laut Ford direkt in die Entwicklung künftiger Straßenfahrzeuge einfließen. Ein Blick auf die bisherigen Rundenzeiten unterstreicht diese Herangehensweise: So bewältigte der Ford F-150 Lightning SuperTruck mit Romain Dumas am Steuer die Nordschleife in 6:43,482 Minuten. Ebenfalls mit Dumas im Cockpit absolvierte der Ford Transit SuperVan 4.2 den Kurs in einer Zeit von 6:48,393 Minuten. Dirk Müller brachte den bereits angesprochenen Ford Mustang GTD in 6:52,072 Minuten über die Ziellinie.