Wer Changan noch nicht auf dem Zettel hat, sollte sich den Namen merken. Mit dem Deepal S05 rollt ein 4,60 Meter langes Elektro-SUV auf unsere Straßen, das optisch sofort ins Schwarze trifft. Das ist kein Zufall, denn die Linienführung stammt von Klaus Zyciora, der früher das Design bei Volkswagen verantwortete. Das Ergebnis wirkt modern und wie aus einem Guss, mit glatten Flächen und versenkbaren Türgriffen. Innenraum mit Party-Tricks Im Interieur des Changan Deepal S05 regiert der absolute Minimalismus. Klassische Knöpfe? Fehlanzeige. Nahezu alle Funktionen werden über den zentralen 15,4-Zoll-Touchscreen gesteuert. Ein cooles Gimmick: Sobald man einsteigt, dreht sich der Monitor automatisch zum Fahrer hin – ein "Sonnenblumen"-Effekt, der Eindruck schindet. Ein Tacho-Display hinter dem Lenkrad fehlt, dafür ist in der gefahrenen Top-Version "Max" ein Head-up-Display serienmäßig an Bord. Das Platzangebot überzeugt. Man sitzt unter einem riesigen Glasdach, und auch im Fond reisen Erwachsene bequem. Ein echtes Highlight versteckt sich jedoch unter der vorderen Haube: Der "Frunk" ist mit 152 Litern Volumen gigantisch. Da er über einen Wasserablauf verfügt, könnte man ihn beim Camping theoretisch sogar als Baby-Badewanne oder zum Kühlen der Getränke mit Eiswürfeln nutzen. Weniger praktisch ist hingegen die Bedienung: Selbst die Außenspiegel müssen über das Menü und Lenkradtasten justiert werden. Auch ein Handschuhfach sucht man vergeblich, dafür gibt es eine offene Mittelkonsole. Fahren: Viel Power, giftige Bremse Wir haben den Allradler mit satten 320 kW (435 PS) getestet. Leistungsmangel ist hier ein Fremdwort, der Sprint auf Landstraßentempo gelingt in sportlichen 5,5 Sekunden. Allerdings zeigt der Antrieb eine Eigenheit: Beim starken Beschleunigen genehmigt sich das System eine spürbare "Gedenksekunde", bevor die Kraft freigesetzt wird. Das erschwert spontane Überholmanöver. Auch die Bremse erfordert Gewöhnung, da sie oft giftiger zupackt als gewollt. Echtes "One-Pedal-Driving" bis zum Stillstand ist leider nicht möglich, da der Wagen immer kriecht und die Rekuperation schwach ausfällt, egal welchen Modus man wählt. Die Reichweite der 68-kWh-Batterie liegt bei 445 Kilometern nach WLTP. Das ist für diese Klasse eher durchschnittlich – ein entsprechender VW ID.4 kommt weiter. Dafür lädt der Chinese in gut 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent wieder auf. Fazit Mit einem Kampfpreis von 44.990 Euro für die vollausgestattete Allrad-Version ist der Deepal S05 ein gutes Angebot. Der schwächere VW ID.4 Pro 4Motion kostet deutlich mehr und hat weniger Ausstattung. Dazu lockt Changan mit üppigen sieben Jahren Garantie. Wer über die gewöhnungsbedürftige Touch-Bedienung und die etwas grobe Abstimmung der Bremsen hinwegsehen kann, bekommt einen schicken, geräumigen Familien-Stromer mit viel Leistung fürs Geld. Alle Daten und Details zum Changan Deepal S05 lesen Sie in unserem ausführlichen Testbericht auf InsideEVs.de