Der Dieselskandal lässt Volkswagen einfach nicht los! Mehr als elf Jahre nach Bekanntwerden der Manipulationen bei Dieselmotoren müssen sich weitere ehemalige Mitarbeiter des Autokonzerns vor Gericht verantworten.
Am Landgericht Braunschweig beginnen im November gleich zwei neue Strafverfahren. Dabei geht es um Betrugsvorwürfe und Millionen manipulierte Fahrzeuge.
Wie aus einer Mitteilung des Landgerichts hervorgeht, stehen ab dem 2. November zunächst drei ehemalige VW-Führungskräfte vor Gericht. Am 24. November folgt ein weiteres Verfahren gegen sieben Angeklagte, darunter Führungskräfte und leitende Angestellte.
Beide Prozesse dürften sich über Jahre hinziehen: Jeweils mehr als 150 Verhandlungstage sind bis Ende 2028 angesetzt.
VW-Dieselskandal: Schwere Vorwürfe gegen ehemalige Führungskräfte
Den drei Angeklagten im ersten Verfahren wird vorgeworfen, Software für illegale Abschalteinrichtungen entwickelt und deren Weiterentwicklung nicht verhindert zu haben.
Einer der Männer soll zudem im Februar 2022 in einem anderen Verfahren als Zeuge eine Falschaussage vor Gericht gemacht haben.
Im zweiten Verfahren geht es neben Betrug auch um Steuerhinterziehung und strafbare Werbung. Die sieben Angeklagten sollen unter anderem daran beteiligt gewesen sein, manipulierte Fahrzeuge als „besonders umweltfreundlich“ zu bewerben und zu vermarkten.
In beiden Verfahren geht es um jeweils mehr als neun Millionen Fahrzeuge, die entgegen gesetzlicher Vorschriften in Deutschland, Europa und den USA zugelassen worden sein sollen. Laut Gericht wirft die Anklage den Beschuldigten vor, durch ihr Handeln möglichst hohe Gewinne für Volkswagen angestrebt zu haben, weil ihre Bonuszahlungen davon abhängig gewesen seien.
Volkswagen: Dieselskandal beschäftigt Justiz seit über elf Jahren
Der Skandal war im September 2015 aufgeflogen. Damals räumte Volkswagen ein, bei bestimmten Dieselmotoren der Marken VW, Seat, Audi und Skoda eine illegale Software eingesetzt zu haben.
Diese sorgte dafür, dass der Stickoxidausstoß auf dem Prüfstand niedriger ausfiel als im normalen Straßenverkehr. Weltweit waren nach Angaben des Konzerns rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen.
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Für einige ehemalige VW-Manager hatte der Dieselskandal bereits strafrechtliche Konsequenzen. Wegen ähnlicher Vorwürfe wurden Haft- und Bewährungsstrafen verhängt. Auch der frühere VW-Chef Martin Winterkorn sollte sich vor Gericht verantworten.
Sein Verfahren wurde jedoch abgetrennt und ist inzwischen aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Winterkorn hatte den Konzern von 2007 bis 2015 geführt und war nach Bekanntwerden des Skandals zurückgetreten. Mit den neuen Prozessen geht die juristische Aufarbeitung nun weiter. (mit afp)