Volkswagen könnte seinem neuen Elektro-Kleinstwagen einen traditionsreichen Namen geben: ID. Up . Ein entsprechender Eintrag beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) deutet darauf hin, dass die Wolfsburger ihre Entscheidung getroffen haben. Das Serienmodell der 2025 vorgestellten Studie ID. Every1 soll 2027 auf den Markt kommen und rund 20.000 Euro kosten.

Der Name ID. Up wäre eine naheliegende Wahl. Schließlich hatte Volkswagen bereits von 2011 bis 2023 einen Kleinstwagen namens Up im Programm, der zuletzt auch als rein elektrische Variante e-Up angeboten wurde. Mit der Wiederbelebung der Modellbezeichnung würde VW seine Strategie fortsetzen, bekannte Namen für die neue Elektroauto-Generation zu nutzen. Nach ID. Polo und ID. Cross soll auch der ID. Up die Brücke zwischen vertrauten Modellnamen und elektrischem Antrieb schlagen. Ein weiterer Kandidat, der Name ID. Lupo, dürfte damit zumindest weniger wahrscheinlich werden.

Kompakte Abmessungen, mehr Platz als früher

Als Vorgeschmack auf den elektrischen Kleinsten hatte Volkswagen im März 2025 die Studie ID. Every1 präsentiert. Mit einer Länge von 3,88 Metern übertrifft sie den früheren Up um rund 28 Zentimeter, bleibt aber klar auf den Stadtverkehr zugeschnitten. Das Design stammt von VW-Chefdesigner Andreas Mindt und setzt auf vergleichsweise sachliche Formen. Im Innenraum sollen vier Personen Platz finden, das Kofferraumvolumen der Studie beträgt 305 Liter. Damit würde der Neue seinen Vorgänger auch beim Raumangebot deutlich übertreffen.

Technisch basiert der künftige ID. Up auf der weiterentwickelten Elektroplattform MEB+. Sie ermöglicht Frontantrieb und wird auch für den ID. Polo und den ID. Cross genutzt. Entsprechend dürfte Volkswagen auf bewährte Komponenten aus den größeren Modellen zurückgreifen. Für den Akku gilt eine LFP-Batterie mit weniger als 40 kWh als wahrscheinlich. Denkbar sind unterschiedliche Leistungsstufen und Batteriegrößen. Die Studie ID. Every1 wurde mit einem 70 kW (95 PS) starken Elektromotor vorgestellt. Volkswagen hatte dafür eine Reichweite von mindestens 250 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h in Aussicht gestellt. Verbindliche Daten für das Serienmodell gibt es bislang nicht.

Neue Softwarearchitektur von VW und Rivian

Eine technische Besonderheit könnte die Elektronikarchitektur werden. Der ID. Up soll zu den ersten Volkswagen-Modellen gehören, die auf eine neue Software-Defined-Vehicle-Architektur aus der Zusammenarbeit mit Rivian zurückgreifen. Das Gemeinschaftsunternehmen Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech) entwickelt dafür eine zonale Elektronikarchitektur, bei der zentrale Rechner zahlreiche Fahrzeugfunktionen steuern. Das soll die Zahl der Steuergeräte reduzieren und die Softwareentwicklung vereinfachen. Außerdem lassen sich Funktionen und Systeme über Over-the-Air-Updates nachträglich aktualisieren oder erweitern.

Elektroauto für rund 20.000 Euro

Preislich soll sich der ID. Up bei rund 20.000 Euro positionieren. Damit würde er unterhalb des ID. Polo starten, dessen Einstiegspreis bei 24.995 Euro liegt. Zu den Wettbewerbern zählen der Renault Twingo, der Citroën ë-C3 und der Leapmotor T03. Auch der Dacia Spring und der Nissan Pixo zielen auf das preisgünstige Elektrosegment.

Produziert werden soll der elektrische Kleinstwagen im portugiesischen Volkswagen-Werk Palmela südlich von Lissabon. Der Standort wird dafür derzeit umgerüstet. Die Weltpremiere des Serienmodells wird für 2027 erwartet. Bis dahin dürfte Volkswagen auch die endgültigen technischen Daten und die genaue Preisstruktur bekannt geben.