Der VW ID. Buzz ist in aller Munde.

Mit seinem Design erinnert der Elektro-Bulli an frühere Generationen des legendären VW Bulli, während sein elektrischer Antrieb den Weg in eine neue Ära markieren soll. Doch zwischen dem auffälligen Retro-Look und dem Anspruch, ein alltagstaugliches Elektroauto zu sein, steht für viele Interessenten eine entscheidende Frage: Lohnt sich der vergleichsweise hohe Preis überhaupt?

Genau an diesem Punkt könnte sich bei Volkswagen künftig einiges bewegen. Der Autobauer aus Wolfsburg arbeitet an einer neuen technischen Grundlage für seine Elektroautos, die nicht nur leistungsfähiger, sondern auch deutlich günstiger werden sollen.

Davon könnte langfristig auch der ID. Buzz profitieren.

📌 Das ist der VW ID. Buzz

  • Hersteller: Der VW ID. Buzz wird von Volkswagen Nutzfahrzeuge hergestellt und ist ein vollelektrischer Kleinbus. Sein Design erinnert an den legendären VW Bulli, den VW T1
  • Antrieb: Das Fahrzeug wird ausschließlich elektrisch angetrieben. Je nach Ausführung verfügt es über Heckantrieb oder Allradantrieb
  • Leistung: Die Motorleistung reicht bei den aktuellen Varianten von etwa 190 PS bis 340 PS. Die stärkeren Versionen bieten eine besonders dynamische Beschleunigung
  • Reichweite: Je nach Batterie, Ausstattung und Radstand sind nach WLTP bis zu rund 498 Kilometer möglich. Im Alltag kann die tatsächliche Reichweite, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten und im Winter, geringer ausfallen
  • Batterie und Laden: Die verfügbaren Batteriegrößen reichen von 58 bis 86 kWh Nettokapazität. An einer geeigneten Schnellladestation lässt sich der Akku je nach Variante in ungefähr 26 bis 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden
  • Platzangebot: Der ID. Buzz ist als Familienfahrzeug und für längere Reisen konzipiert. Je nach Ausführung bietet er fünf bis sieben Sitzplätze sowie einen variablen Innenraum mit viel Platz für Gepäck

VW ID. Buzz: Neuerung soll Kosten senken

Die technische Grundlage für den geplanten Umbruch heißt SSP. Die Abkürzung steht für „Scalable Systems Platform“. Volkswagen will den neuen Baukasten langfristig als Basis für zahlreiche Elektroautos im Konzern nutzen, berichtet das Magazin „auto.motor.sport“. Während der heutige ID.

Buzz auf der bekannten MEB-Plattform basiert, soll die nächste Generation von der neuen Architektur profitieren. Die Idee dahinter: Statt für möglichst viele Modelle unterschiedliche technische Lösungen zu entwickeln, sollen künftig mehr Komponenten gemeinsam genutzt werden. Das betrifft unter anderem den Antrieb, die Batterie, die Fahrzeugelektronik und die Software. Durch die stärkere Vereinheitlichung will VW den Entwicklungsaufwand reduzieren und bei der Produktion größere Stückzahlen erreichen.

Für den Konzern ist das ein wichtiger Schritt. Denn je mehr Fahrzeuge auf einer gemeinsamen technischen Basis entstehen, desto besser lassen sich bestimmte Kosten verteilen. Gerade bei einem Modell wie dem ID. Buzz könnte das eine Rolle spielen.

Seine eigenständige Karosserie und die im Vergleich zu Volumenmodellen geringeren Stückzahlen machen es schwieriger, dieselben Kostenvorteile zu erzielen wie bei einem weit verbreiteten Elektroauto. Volkswagen setzt deshalb ein klares Ziel: Mit der SSP-Plattform sollen die Kosten um bis zu 20 Prozent sinken, schreibt das Auto-Magazin weiter. Dafür will der Konzern zugleich die Zahl der unterschiedlichen Plattformvarianten begrenzen. Nach den genannten Planungen sollen acht Varianten ausreichen, um die Bandbreite vom Kleinwagen bis zum Sportwagen abzudecken.

800 Volt: Das soll sich beim Laden ändern

Der Preis ist für den ID. Buzz ein besonders wichtiger Punkt. Das Modell spricht mit seinem Design und seinem großzügigen Innenraum zwar eine eigene Zielgruppe an. Gleichzeitig kostet der aktuelle ID. Buzz in Deutschland 52.271 Euro. Damit ist das Fahrzeug für viele Interessenten kein spontaner Kauf. Wer einen geräumigen Elektro-Van sucht, muss genau abwägen, ob das Modell zum eigenen Budget passt.

Volkswagen sieht das hohe Preisniveau selbst als eine zentrale Bremse für höhere Verkaufszahlen. Die geplanten Einsparungen durch SSP sollen deshalb nicht nur die Entwicklung vereinfachen, sondern auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für attraktivere Preise schaffen. Für den ID. Buzz wäre das eine Chance, neue Käufergruppen zu erreichen. Allerdings gibt es bislang keine bestätigten Angaben dazu, welchen Listenpreis die nächste Generation haben soll. Auch eine konkrete prozentuale Preissenkung für den Elektro-Bulli hat Volkswagen nicht beziffert.

Neben den möglichen Einsparungen verspricht die neue Plattform auch technische Fortschritte. Ein wichtiger Punkt ist die Unterstützung von 400- und 800-Volt-Systemen. Damit schafft Volkswagen die Voraussetzungen, unterschiedliche elektrische Antriebskonzepte auf derselben Plattform umzusetzen. Vor allem die 800-Volt-Technik gilt als interessant für Fahrzeuge, die regelmäßig auf längeren Strecken unterwegs sind.

Sie kann hohe Ladeleistungen ermöglichen und damit die Voraussetzungen für kürzere Ladezeiten verbessern. Wie schnell ein Auto tatsächlich lädt, hängt allerdings nicht allein von der Bordspannung ab. Auch die Batterie, das Temperaturmanagement und die verfügbare Leistung der Ladesäule spielen eine Rolle.

Für den ID. Buzz wäre eine solche Weiterentwicklung durchaus relevant.

Das Fahrzeug wird nicht nur im Stadtverkehr eingesetzt, sondern kommt auch für Urlaubsfahrten, längere Autobahnetappen und Familienreisen infrage. Wer mit einem Elektro-Van unterwegs ist, möchte unterwegs möglichst wenig Zeit an einer Ladestation verbringen.

Mehr Reichweite oder ein günstigerer Akku?

Auch bei der Batterie könnte VW künftig stärker auf die Kosten achten. Der Konzern nennt Lithium-Eisenphosphat-Akkus, kurz LFP, als eine mögliche Option, berichtet „auto.motor.sport“. Diese Zellchemie komme ohne Nickel und Kobalt in der Kathode aus und gelte als kostengünstige Alternative zu anderen Batterievarianten.

Allerdings bringt die Technik auch Nachteile mit sich. LFP-Batterien haben in der Regel eine geringere Energiedichte als manche andere Zellchemien. Für dieselbe gespeicherte Energiemenge wird dadurch mehr Platz oder Gewicht benötigt.

Mehr News:

Warum gebrauchte Skodas so wertstabil sind

Für Familien besonders gut geeignet: Diese Harz-Ziele sind ideal

VW Polo und Skoda Fabia: Jahrelang fast identisch – jetzt kommt die große Veränderung

Aber: Der geplante Umbau betrifft nicht nur die Hardware. Volkswagen will mit der SSP-Plattform auch die Software und die Fahrzeugelektronik weiterentwickeln. Dazu gehören unter anderem digitale Funktionen und Fahrerassistenzsysteme. Bislang müssen viele technische Lösungen an die jeweilige Baureihe angepasst werden.

Eine stärker vereinheitlichte Architektur könnte den Entwicklungsaufwand verringern und es erleichtern, Funktionen über verschiedene Modelle hinweg einzusetzen. Für Fahrer kann das beispielsweise bei der Bedienung, bei Software-Updates und bei Assistenzsystemen relevant werden. Welche Neuerungen konkret im nächsten ID. Buzz ankommen, steht allerdings noch nicht fest.