265 PS, Allradantrieb und jede Menge Komfort: Der VW Tiguan R-Line bringt eigentlich alles mit, was das Herz eines SUV-Fans höherschlagen lässt. Und tatsächlich macht der Wolfsburger im Alltag eine ziemlich gute Figur.
Doch wer ordentlich aufs Gaspedal drückt, sollte besser nicht zu genau auf die Tankanzeige schauen. Denn der Tiguan hat eine Schwäche, die schnell ins Geld gehen kann.
Das zeigt ein aktueller Test von AutoScout24. Die Experten haben sich den VW Tiguan R-Line 2.0 TSI 4Motion genauer angeschaut und kommen zu einem durchaus positiven Ergebnis.
Allerdings gibt es bei dem rund 70.000 Euro teuren Testwagen auch Punkte, bei denen VW noch einmal nachbessern dürfte.
VW Tiguan: 265 PS haben ihren Preis
An Leistung mangelt es dem VW Tiguan R-Line jedenfalls nicht. Der 2,0-Liter-Turbobenziner bringt satte 265 PS auf die Straße und beschleunigt das rund 1.900 Kilogramm schwere SUV in knapp sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Auch auf der Autobahn lässt sich der Wolfsburger nicht lumpen. Laut AutoScout24 erreichte der Testwagen auf dem Tacho sogar 273 km/h, obwohl offiziell lediglich 242 km/h eingetragen sind.
Klingt nach ordentlich Fahrspaß. Wäre da nicht der kleine Haken an der Sache: der Benzinverbrauch. Denn der fällt laut AutoScout24 alles andere als bescheiden aus.
Bei entsprechender Fahrweise seien 15 Liter und mehr auf 100 Kilometer problemlos möglich. Den Tiguan dauerhaft unter zehn Litern zu bewegen, sei dagegen eine echte Herausforderung.
„Turbo läuft, Turbo säuft – hier steht das passende Auto zu diesem glorreichen Stammtischspruch“, heißt es im Testbericht. Und damit nicht genug.
Auch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sorgt bei den Testern für Kritik.
Beim Anfahren wird es ungemütlich
Besonders bei niedrigen Temperaturen scheint die Kombination aus dem kräftigen Benziner und dem Siebengang-DSG nicht immer harmonisch zu funktionieren. Wie AutoScout24 berichtet, fällt das Anfahren aus dem Stand teilweise unangenehm ruppig aus.
Gerade bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse dürfte man sich da etwas mehr Feingefühl wünschen.
„Das ist ruppig, das ist ungelenk, das sieht beim Anfahren selbst für den Hintermann irgendwie unrund aus“, urteilen die Tester.
Immerhin: Sobald der Tiguan unterwegs ist, zeigt er sich von einer deutlich angenehmeren Seite.
Besonders das optionale DCC-Pro-Fahrwerk kann überzeugen. Es gleicht laut AutoScout24 einen Großteil der Unebenheiten auf der Straße aus und sorgt für hohen Fahrkomfort. Lediglich kurz aufeinanderfolgende Bodenwellen bringen das SUV etwas aus der Ruhe.
Auch die Geräuschdämmung bekommt gute Noten. Die Bremsen reagieren kräftig, die Lenkung arbeitet präzise. Damit eignet sich der Tiguan vor allem für entspannte längere Fahrten.
Innenraum überzeugt
Während der Benziner an der Zapfsäule ordentlich zulangt, sammelt der Tiguan im Innenraum Pluspunkte. Laut AutoScout24 hat Volkswagen bei der Materialqualität wieder zu alter Stärke zurückgefunden.
Das Cockpit wirkt hochwertig, auch die Bedienung der aktuellen Infotainment-Generation überzeugt.
Besonders erfreulich: Am Lenkrad gibt es wieder richtige Tasten. Auch ein großer Dreh- und Drückregler in der Mittelkonsole erleichtert die Bedienung, insbesondere bei der Lautstärke.
Die Sportsitze bieten guten Komfort und ausreichend Seitenhalt. Optional sind sogar eine Klimatisierung und eine Massagefunktion erhältlich.
Beim Platzangebot gibt es ebenfalls wenig zu meckern. Kinder haben auf der Rückbank reichlich Raum, während es für langbeinige Erwachsene etwas enger werden kann. Der Kofferraum fasst zwischen 652 und 1.650 Liter.
Dazu kommt eine Anhängelast von bis zu 2.500 Kilogramm. Gerade für Familien, die regelmäßig mit viel Gepäck oder Anhänger unterwegs sind, dürfte das interessant sein.
Assistenzsysteme haben ihre Schwächen
Bei den Assistenzsystemen zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Travel Assist erleichtert laut AutoScout24 insbesondere längere Autobahnfahrten.
Weniger überzeugend arbeitet dagegen die Verkehrszeichenerkennung. Die Tester kritisieren, dass sie nicht immer zuverlässig funktioniert.
Auch wenn der Tiguan über Allradantrieb verfügt, sollte man ihn nicht mit einem ausgewachsenen Geländewagen verwechseln. Der Antrieb dient laut Test vor allem dazu, die hohe Anhängelast zu ermöglichen.
Für eine ausgedehnte Fahrt durchs Gelände empfehlen die Experten den Wolfsburger dagegen nicht.
Lohnt sich der 265-PS-Benziner?
Unterm Strich erhält der VW Tiguan R-Line 2.0 TSI 4Motion von AutoScout24 eine Bewertung von 8,0 von 10 Punkten. Damit liefert Volkswagen ein schnelles, komfortables und weitgehend ausgereiftes Familien-SUV ab.
Besonders das Fahrwerk, die verbesserte Bedienung und das Platzangebot überzeugen.
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Der größte Kritikpunkt bleibt allerdings der hohe Verbrauch. Hinzu kommt das ruppige Anfahrverhalten des DSG-Getriebes.
Wer viel unterwegs ist, sollte deshalb laut AutoScout24 eher einen Blick auf den 2.0 TDI werfen. Für Fahrer, die regelmäßig laden können, kommt außerdem der eHybrid infrage.
Der 265-PS-Benziner bleibt damit vor allem eine Wahl für diejenigen, die Wert auf Leistung und Fahrspaß legen.
An der Tankstelle könnte die Begeisterung allerdings regelmäßig einen kleinen Dämpfer bekommen.