Wer mit dem Kauf eines Elektroautos liebäugelt, dürfte bei dieser Nachricht aufhorchen. Denn die staatliche Kaufprämie für Stromer erfreut sich offenbar großer Beliebtheit.

So großer Beliebtheit, dass sich mancher Interessent womöglich schon fragt, ob am Ende überhaupt noch Geld im Fördertopf übrig bleibt. Doch jetzt gibt es Entwarnung aus Berlin.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich zur Zukunft der Förderung geäußert. Und seine Aussagen dürften auch für potenzielle VW-Kunden interessant sein.

Denn nicht nur die Finanzierung der Kaufprämie ist Thema. Auch bei Elektroautos aus chinesischer Produktion könnte sich künftig einiges ändern.

VW: Umweltminister gibt Entwarnung bei Elektroauto-Prämie

Wer sich einen elektrischen VW anschaffen möchte und auf staatliche Unterstützung setzt, muss offenbar nicht befürchten, dass der Fördertopf schon in Kürze leer ist. Wie die Zeitschrift „auto motor und sport“ berichtet, stehen trotz der starken Nachfrage in diesem Jahr noch ausreichend Mittel zur Verfügung, um die Kaufprämie auch im gesamten kommenden Jahr bewilligen zu können.

Insgesamt sind dafür drei Milliarden Euro eingeplant.

„Wer sich jetzt für die Anschaffung eines batterieelektrischen Fahrzeugs entscheidet und die Fördervoraussetzungen erfüllt, muss sich auch mit Blick auf das kommende Jahr keine Sorgen machen, dass die Fördermittel nicht mehr ausreichen“, erklärt Umweltminister Carsten Schneider gegenüber „auto motor und sport“.

Eine wichtige Nachricht also für alle, die derzeit über den Kauf eines Elektroautos nachdenken.

Allerdings bedeutet das nicht, dass jeder VW-Stromer automatisch gefördert wird. Entscheidend ist weiterhin, ob die jeweiligen Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Sollte sich abzeichnen, dass das Geld doch zur Neige geht, will die Bundesregierung rechtzeitig informieren.

„Sobald sich abzeichnet, wann die verfügbaren Fördermittel voraussichtlich ausgeschöpft sein werden, werden wir darüber frühzeitig informieren. Denn die Leute sollen bereits bei ihrer Kaufentscheidung ausreichend Planungssicherheit haben und sich darauf einstellen können, ob sie für ihr Fahrzeug noch eine Förderung erhalten können.“

China-Elektroautos bleiben förderfähig

Doch bei der Kaufprämie geht es längst nicht nur um die Frage, wie viel Geld noch zur Verfügung steht. Auch die Herkunft der Fahrzeuge sorgt für Diskussionen.

Zuletzt wurden Forderungen laut, Elektroautos aus chinesischer Produktion von der Förderung auszuschließen. Der Hintergrund: Chinesische Hersteller profitieren nach Darstellung der Kritiker von staatlichen Subventionen und können ihre Fahrzeuge dadurch auf dem europäischen Markt anbieten.

Für VW ist das Thema ebenfalls interessant. Schließlich konkurrieren die Wolfsburger mit chinesischen Herstellern um die Käufer von Elektroautos. Doch ein kurzfristiger Ausschluss von in China produzierten Fahrzeugen ist offenbar nicht geplant.

„Kurzfristige Änderungen am Förderprogramm sind derzeit nicht vorgesehen“, erklärt Schneider gegenüber „auto motor und sport“. Ganz vom Tisch ist eine Anpassung allerdings nicht.

Neue Regeln geplant

Denn langfristig möchte die Bundesregierung bei der Kaufprämie stärker berücksichtigen, wo und wie Fahrzeuge produziert werden. „Worauf wir uns in der Koalition bereits verständigt haben, ist die Einführung europäischer Wertschöpfungskriterien.

Sobald die Bundesregierung entsprechende europarechtskonforme Regelungen erarbeitet hat, werden wir diese in unser laufendes Förderprogramm integrieren“, so Schneider.

Heißt: Künftig könnte bei der Förderung eine größere Rolle spielen, wie viel europäische Wertschöpfung in einem Elektroauto steckt. Wann diese neuen Kriterien eingeführt werden, ließ der Umweltminister allerdings offen.

Auch welche konkreten Auswirkungen die Änderungen auf einzelne Hersteller und Modelle hätten, geht aus den Aussagen nicht hervor.

Minister rechnet nicht mit Übermacht chinesischer Hersteller

Dass Elektroautos aus China zunehmend Käufer finden, sieht Schneider zunächst als internationale Entwicklung. „Dass sich mehr Menschen als früher für chinesische Fahrzeuge entscheiden, ist ein weltweiter Trend“, erklärt der Minister gegenüber „auto motor und sport“.

Dabei verweist er auch auf europäische Nachbarländer, in denen es keine entsprechende staatliche Kaufprämie gibt. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Förderung und dem wachsenden Interesse an chinesischen Elektroautos sieht er deshalb nicht.

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Auch die aktuellen Zahlen bewertet Schneider vergleichsweise gelassen. Bei den geförderten Fahrzeugen liegt der Anteil chinesischer Hersteller derzeit zwischen 9 und 17 Prozent. Die Spanne hängt davon ab, ob Gemeinschaftsunternehmen als chinesische Hersteller mitgezählt werden.

Für VW und andere Autobauer bleibt die Entwicklung dennoch spannend. Denn während die Kaufprämie vorerst weiterläuft, arbeitet die Bundesregierung bereits an neuen Kriterien.