Der VW T-Roc geht in die zweite Generation und verändert sich dabei stärker als viele erwartet hatten. Das Kompakt-SUV wächst deutlich, der Innenraum wirkt hochwertiger, und beim Antrieb hat Volkswagen radikal aufgeräumt.

Diesel und Handschaltung entfallen komplett, stattdessen fahren alle Versionen elektrifiziert vor. Die Preisliste beginnt bei rund 31.000 Euro und reicht bis fast 50.000 Euro.

Das Wachstum fällt beim Blick aufs Maßband auf. Mit 4,37 Metern misst der T-Roc über zwölf Zentimeter mehr als sein Vorgänger, der Radstand liegt bei etwa 2,63 Metern.

Der Kofferraum fasst nun 475 Liter, das sind 30 Liter mehr als bisher. Bei umgeklappter Rückbank wächst das Volumen auf rund 1.350 Liter.

📌 Fakten zu VW

  • Größter Automobilhersteller Europas: Volkswagen ist gemessen am Umsatz der größte Automobilproduzent in Europa und konkurriert weltweit regelmäßig mit Toyota um den Spitzenplatz.
  • Ein Konzern, viele Marken: Zum VW-Konzern gehören neben der Kernmarke Volkswagen zahlreiche weitere bekannte Automobilmarken, darunter Audi, Porsche, Škoda, SEAT und Cupra.
  • Historischer Ursprung: Das Unternehmen wurde 1937 gegründet, um mit dem späteren „Käfer“ ein erschwingliches Auto für die breite Bevölkerung zu bauen.
  • Das Stammwerk in Wolfsburg: Die Konzernzentrale in Wolfsburg verfügt über das flächenmäßig größte zusammenhängende Automobilwerk der Welt.
  • Großaktionär Land Niedersachsen: Das Land Niedersachsen hält dank des sogenannten VW-Gesetzes eine Sperrminorität von 20 Prozent der Stimmrechte am Unternehmen und redet bei wichtigen strategischen Entscheidungen maßgeblich mit.

Welche VW-Motoren stehen zur Auswahl?

Zum Start beschränkt sich die Auswahl auf zwei Mildhybride. Der 1,5-Liter-Vierzylinder leistet 116 oder 150 PS, immer kombiniert mit Frontantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Ein 48-Volt-System erlaubt Segeln mit abgestelltem Motor und eine stärkere Rekuperation. Nach oben ergänzt ein 2.0 eTSI mit 204 PS und Allradantrieb die Palette, später folgt ein T-Roc R mit rund 333 PS.

Technisch am interessantesten ist der Vollhybrid, den es mit 136 oder 170 PS gibt. Er arbeitet ohne Ladestecker, seinen Strom gewinnt er beim Bremsen und über den Verbrenner.

Dafür sitzt ein Hybridmodul mit zwei Elektromaschinen und fester Übersetzung an Bord, die Batterie fasst lediglich 1,6 Kilowattstunden. Kurze Strecken schafft der T-Roc damit rein elektrisch, steuerlich bleibt er aber ein klassischer Verbrenner.

Wie sparsam ist der VW T-Roc im Alltag?

Auf dem Papier liegen die Verbräuche eng beieinander. Der 116-PS-Mildhybrid steht mit 5,5 Litern in der Liste, die 150-PS-Version mit 5,6 Litern.

Der Vollhybrid unterbietet beide mit rund 5,1 Litern, der 204-PS-Allradler benötigt dagegen 7,2 Liter. Der Tank fasst bei den Mildhybriden 50 Liter.

Die Praxis bestätigt diese Werte weitgehend. Motor1 ermittelte auf einer standardisierten Strecke einen Schnitt von 4,60 Litern, auf der Autobahn stieg der Wert auf 6,4 Liter.

Auf der ersten Ausfahrt meldete der Bordcomputer bei Autonotizen 6,1 Liter bei entspannter Fahrweise. Der Basismotor reicht für Landstraße und Autobahn aus, an Steigungen wirkt er allerdings angestrengt.

Was hat sich im Innenraum getan?

Der größte Fortschritt steckt in der Anmutung. Ein Stoffbezug überspannt das Armaturenbrett, die Türtafeln sind aufgeschäumt, und die kratzempfindlichen Klavierlackflächen sind verschwunden.

Am Lenkrad kehren echte Tasten zurück, dazu kommt ein Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole. Gegen Aufpreis gibt es erstmals ein Head-up-Display.

Kritikpunkte bleiben trotzdem. Carwow bemängelt im Test die pixelige und verzögerte Rückfahrkamera sowie die nur mittelpräzisen Touchslider.

Auch die Basisversion „Trend“ lässt sich kaum sinnvoll erweitern, eine Rückfahrkamera ist dort gar nicht bestellbar. Kurios: Die einzige kostenlose Lackierung heißt Canary Yellow, klassisches Weiß kostet extra.

Wie sicher ist das Kompakt-SUV?

Beim Crashtest gibt es wenig Diskussionsbedarf. Der T-Roc holte fünf Sterne im Euro-NCAP-Test, beim Erwachsenenschutz erreichte er 91 Prozent.

Notbremsassistent, Spurhalter und Müdigkeitserkennung fahren serienmäßig mit. Bei den Assistenzsystemen reichte es für 77 Prozent, da eine Ablenkungswarnung fehlt.

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Bei der Ausstattung lohnt der Blick auf die Details. Ein adaptiver Tempomat und die Rückfahrkamera sind erst ab der Linie „Life“ an Bord.

Die Anhängelast liegt je nach Motor zwischen 900 und 2.000 Kilogramm. Die Werksgarantie beträgt zwei Jahre, was im Wettbewerb kein Spitzenwert ist.

Für wen lohnt sich der neue VW T-Roc?

Profitieren dürften vor allem Pendler und kleine Familien. Wer viel Landstraße und Autobahn fährt, bekommt ein leises, komfortables Auto mit harmonischer Motor-Getriebe-Abstimmung.

Für sie ist der 150-PS-Mildhybrid oder der Vollhybrid die passende Wahl. Anhängerfahrer und Menschen in schneereichen Regionen schauen eher auf den 204-PS-Allradler.

Zurückhaltung ist bei anderen Profilen angebracht. Wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist, merkt die zusätzlichen Zentimeter beim Rangieren deutlich.

Preisbewusste Käufer finden bei Dacia, Hyundai oder Skoda spürbar günstigere Angebote. Und wer einen Diesel oder eine Handschaltung sucht, wird beim T-Roc künftig gar nicht mehr fündig.