Der Kia PV5 tritt an, um die Welt der Transporter neu zu denken. Sein eigentliches Talent zeigt er aber erst nach Feierabend. Mit dem Camping-Kit von VanLab wird aus dem Elektro-Van in nur fünf Minuten ein Micro-Camper. Ganz ohne Schrauben, Bohren oder handwerkliche Lebenskrise. Das Prinzip erinnert an Lego. Module einstecken, verriegeln, fertig. Möglich macht das das Schienensystem des PV5, das den Innenraum zur flexiblen Spielfläche macht. Konzepte wie der Hyundai Staria Camper, modulare Ideen für den Dacia Bigster oder der elektrische Nissan Interstar von Eifelland zeigen, wohin die Reise geht. Der PV5 bringt nun System in diese Entwicklung. Bildergalerie: Kia PV5 (2026) Camper von VanLab VanLab stammt aus den USA und setzt auf Camping ohne Dauerumbau. Für den Kia PV5 entstand so ein Kit, das direkt auf den Elektro-Van zugeschnitten ist. Alles bleibt steckbar, faltbar und rückstandsfrei entfernbar. Der Van bleibt Transporter und wird bei Bedarf zum Freizeitfahrzeug. Im Heck sitzt das Herzstück: ein modulares Bett- und Stauraumsystem. Tagsüber bleibt Platz für Transportaufgaben, nachts entsteht eine durchgehende Liegefläche. Unter dem Bett bleibt Raum für Gepäck, Outdoor-Ausrüstung oder die Module selbst. Bilder von: VanLab USA | Kia Auch die Küchenlösung folgt diesem Ansatz. Kompakt, schnell aufgebaut und flexibel nutzbar. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch im Kia selbst. Dank großer Batterie und V2L-Funktion liefert der PV5 Strom direkt nach außen. Kocher, Licht oder Laptop laufen damit ohne zusätzliche Powerstation. Der Van wird zur Powerbank auf Rädern. Beim Material setzt VanLab bewusst auf Birkensperrholz. Ein robustes Naturmaterial, das sich angenehm vom Hightech-Charakter des Elektro-Vans abhebt. Die Kombination wirkt funktional, aber nicht kühl. Bilder von: VanLab USA | Kia Beim Gewicht bleibt das System angenehm zurückhaltend. Die leichte Bauweise schont Reichweite, Rücken und Alltagstauglichkeit gleichermaßen. Der Einbau gelingt ohne Spezialwerkzeug – zwei Personen, ein paar geübte Handgriffe, und der PV5 steht reisefertig da. VanLab nutzt die modulare Plattform des Vans konsequent: Statt Ausbau mit Endgültigkeit gibt’s hier Stecksystem mit Logik. Am Ende erinnert das Ganze ein wenig ans Lego-Prinzip – jedes Modul passt ins nächste, lässt sich umbauen, erweitern oder blitzschnell wieder lösen. So wird der PV5 zum All-in-One-Van: werktags Transporter, am Wochenende Camper, zwischendurch einfach beides. Kein Entweder-oder, sondern eine clevere Baukastenlösung auf Rädern. Bilder von: VanLab USA | Kia Und die Frage drängt sich auf: Hat Kia damit vielleicht schon das bessere Elektro-Campingkonzept gefunden? Schaut man auf Projekte wie den Farizon X-Van aus China, wird der Unterschied deutlich. Dort trifft futuristische Wohnkabine auf Showeffekt – spektakulär, aber kaum alltagstauglich. Der PV5 dagegen bleibt auf dem Boden: weniger Zukunftsvision, mehr Werkzeugkasten mit Stecker. Ganz allein ist VanLab mit der Idee nicht unterwegs. Auch Sussex Campervans und Vantrack tüfteln bereits an eigenen Camping-Paketen für den Kia PV5. Während Sussex an einem klassischen Ausbau arbeitet, zeigt Vantrack seinen Ansatz erstmals live auf den Campervan Days in den Niederlanden am 11. und 12. April. Beide verfolgen denselben Gedanken: modulare Systeme, die ohne feste Umbauten auskommen – mehr Baukasten als Bastelprojekt. Vantrack zeigt seinen PV5-Camper Mitte April auf den Campervan Days in den Niederlanden erstmals live Der PV5 Camper von Sussex Campervans soll 2026 starten – klassischer Ausbau mit Aufstelldach Preislich bleibt VanLab erfreulich realistisch. Für rund 1.999 US‑Dollar, also etwa 1.840 Euro, gibt’s das komplette Umbau‑Kit inklusive Bett- und Küchenmodulen. Damit kostet der Schritt zum Camper weniger als mancher Dachträger – und dürfte genau jene ansprechen, die Flexibilität höher schätzen als Hochglanz. Wer sich für neue Campingkonzepte begeistert, findet aktuell reichlich Auswahl – vom neuen Ford Nugget mit Hochdach aus der Nugget‑Schmiede bis zum Rhön Camp Ultimate. Der PV5 aber zeigt, dass manchmal die einfachste Lösung auch die überzeugendste ist.