Der Vabo Vision Milano ist kein Camper, der mit Grundrissen anfängt. Er beginnt beim ersten Blick mit Design. Auf der CMT 2026 steht er da wie ein rollendes Interior-Konzept: dunkles Holz, feine Stoffe, warme Lichtinseln – mehr Mailänder Loft als klassischer Stellplatz-Allrounder. Vagabond Vans zeigt mit dieser Vision-Studie, wie sehr sich die Ästhetik von Campervans gerade wandelt. Der Milano versteht Camping nicht als Checkliste von Funktionen, sondern als Stimmung. Und innen sieht er tatsächlich ziemlich wundervoll aus – nicht überladen, sondern wie aus einem Guss gestaltet. Bildergalerie: Vagabond Vans Vabo Vision Milano (2026) Basis ist ein Mercedes Sprinter, außen in Obsidian-Schwarz, kombiniert mit auffälligen Felgen in mattgoldenem Ton. Schon der Auftritt macht klar: Der Milano will nicht einfach nur ein weiterer Ausbau sein, sondern ein bewusst gesetztes Einzelstück. Vagabond Vans versteht die Vision-Reihe nicht als Modellankündigung, sondern als Gestaltungsarbeit. Der Milano soll zeigen, was passiert, wenn man einen Camper stärker von innen heraus denkt – über Materialien, Licht und Raumgefühl, nicht über Ausstattungslisten. Bilder von: Vagabond Vans Die Küche ist dafür ein gutes Beispiel. Die Arbeitsplatte besteht aus Neolith, dazu kommt ein Invisiacook-Induktionssystem, bei dem das Kochfeld unter der Oberfläche sitzt. Gekocht wird also dort, wo man es kaum sieht – eher wie in einer Stadtwohnung als im typischen Campingblock. Der Küchenbereich wirkt dadurch mehr wie ein Möbelstück als wie ein Funktionsmodul. Barfächer, saubere Klappenmechanik und zurückhaltende Linien verstärken diesen Eindruck. Auch der Kühlschrank bleibt eher kompakt – der Milano ist klar als Weekender gedacht, nicht als rollender Vorratskeller. Im Wohnraum setzt Vagabond Vans auf eine Lounge-Sitzbank statt einer klassischen Dinette. Bouclé-Stoff in Sandtönen, offene Flächen, kaum Oberschränke. Das wirkt ruhig und aufgeräumt, fast wohnlich – ohne den üblichen Camper-Charme aus Kunststoff und Klapptischlogik. Das Bad sorgt für Diskussionen, weil es anders gelöst ist. Eine klassische Nasszelle gibt es nicht. Stattdessen führt eine unauffällige Tür in einen schmalen Duschraum, der sich nach hinten öffnet – inklusive Blick nach draußen. Bilder von: Vagabond Vans Eine Toilette fehlt komplett, ebenso ein separates Waschbecken. Der Milano ist damit kein autarkes Langstreckenmobil, sondern ein Entwurf für kurze Reisen mit Stilfokus – eher Boutique-Wochenende als Schotterpiste. Geschlafen wird oben: Vagabond Vans nutzt ein parallel öffnendes SCA-Aufstelldach mit rund 1,25 × 2,0 Meter Liegefläche. Unten wohnen, oben schlafen – ein Konzept, das Platz schafft, ohne den Innenraum zu überfrachten. Fast wirkt der Milano damit wie ein kleines Maisonette-Prinzip im Camperformat: Alltag unten, Rückzug oben. Bilder von: Vagabond Vans Wichtig bleibt die Einordnung: Der Vabo Vision Milano ist ein Einzelstück, nicht frei konfigurierbar und nicht als klassisches Serienfahrzeug angekündigt. Er dient als Ideenträger und zeigt, was gestalterisch möglich ist, wenn man Camping nicht nur praktisch, sondern auch ästhetisch denkt. Ein offizieller Preis wird nicht genannt, doch Materialwahl und Technik machen klar, dass es hier nicht um Einstiegsklassen geht. Der Milano steht weniger für Offroad oder maximale Autarkie, sondern für die Frage: Wie kann ein Camper innen wirken, wenn Gestaltung wichtiger wird als Funktion? Vagabond Vans liefert darauf eine Antwort, die man mögen oder seltsam finden kann – und zeigt, dass Camping nicht zwingend nach Camping aussehen muss.