Manchmal ist ein Alkoven einfach die ehrlichste Lösung: sechs Schlafplätze, Tür auf, Musik aus, alle drin. Die neuen Alkoven-Modelle von Corignon verstehen Camping nicht als Lifestyle, sondern als Platzfrage und lösen diese auf 6,99 Metern erstaunlich nüchtern. Das passt auch zum Umfeld. Mit dem Etrusco A-Base steht ein Schwestermodell aus demselben Konzern bereits parat. Und Corigon selbst zeigt gerade, wie breit das Programm aufgestellt ist: Der winterfeste Corigon TS 70 LS war bereits in der Klimakammer, unser ausführlicher Test dazu folgt in Kürze. Nun schlagen die neuen Alkoven die geräumige Familienklammer dazu. Bildergalerie: Corigon Alkoven Pure (2026) Die Pure-Alkoven-Reihe wirkt dabei wie ein sehr bodenständiger Schritt: nicht größer gedacht als nötig, aber geräumiger als erwartet. Corigon bringt damit eine Aufbauform zurück, die nie wirklich weg war – nur kurz vom Editionslärm übertönt wurde. Und startet gleich mit dem Grundriss, der am meisten Ordnung verspricht. Corigon A 70 S Der A 70 S ist der Grundriss für alle, die Alkoven nicht nur als Schlafplatz-Rechner verstehen, sondern als Frage nach Struktur. Denn hinten gibt es keine Querbettlösung, sondern zwei Einzelbetten, die dem Innenraum mehr Ruhe geben. Die Maße liegen bei 207 x 80 und 200 x 80 Zentimetern, mit Umbau zur großen Liegefläche. Ein fünfter Schlafplatz im A 70 S ist optional möglich Das Alkovenbett misst 211 x 159 cm im A 70 S Bilder von: Corigon Vorn bleibt das Alkovenbett mit 211 x 159 Zentimetern großzügig dimensioniert. Zusammen mit der umbaubaren Sitzgruppe ist auch hier die Option auf bis zu fünf Schlafplätze angelegt, ohne dass der Grundriss sich dauerhaft danach anfühlen muss. Im Wohnbereich bleibt Corigon bei dem, was Pure ausmacht: sachliche Materialien, funktionale Stauräume, Soft-Close an den Schubladen, eine Möbellinie ohne Design-Überladung. Der Alkoven soll nicht beeindrucken, sondern funktionieren. Küchenblock im A 70 S Zwei-Flamm-Kocher im A 70 S Der Kühlschrank im A 70 S fasst 135 Liter Bilder von: Corigon Die Küche folgt diesem Ansatz genauso: Ein Zwei-Flamm-Kocher, klare Arbeitsfläche und ein 135-Liter-Kompressorkühlschrank mit Gefrierfach sorgen für echte Urlaubswochen, nicht für Wochenend-Notlösungen. Hier steht Praxis im Vordergrund – alles, was man braucht, ist da, ohne Schnickschnack und ohne Kompromisse. Auch die Versorgung bleibt realistisch: 110 Liter Frischwasser und 90 Liter Abwasser sind keine Expeditionswerte, aber genau das, was für unkompliziertes Reisen mit Reserve reicht. Preislich startet der A 70 S bei 61.999 Euro. Zwei Grundrisse, ein Einstieg, keine große Spreizung – der Unterschied liegt im Layout, nicht im Luxus. Schwenkbad im A 70 S Im Heck des A 70 S befinden sich zwei Einzelbetten Bilder von: Corigon Corigon A 70 D Der A 70 D ist die klassischere Antwort innerhalb der Baureihe. Statt Einzelbetten setzt Corigon hier auf ein Querbett im Heck und macht den Alkoven damit zur klaren Sechs-Schlafplätze-Ansage. Das Heckbett misst 212 x 145 bis 129 Zentimeter, dazu kommt vorn das Alkovenbett mit 211 x 159 Zentimetern. Ergänzt durch die umbaubare Sitzgruppe, die als Gästebett mit 180 x 90 Zentimetern dient, entsteht ein Grundriss, der vor allem dann stark ist, wenn Belegung nicht Ausnahme, sondern Prinzip ist. Der A 70 D bietet bis zu sechs Schlafplätze Das Heckbett misst 212 x 145 Zentimeter Das Alkovenbett mit 159 cm Breite und 211 cm Länge Bilder von: Corigon Vielleicht ist genau das der Grund, warum Alkoven gerade wieder so logisch wirkt. Während viele Reisemobile immer komplexer werden, bleibt diese Bauform fast stoisch: oben schlafen, unten leben, fertig. Das ist kein Retro, sondern eine praktische Form von Ruhe im Camping-Alltag. Die Küche und das Bad bleiben identisch pragmatisch. Der 135-Liter-Kühlschrank gehört ebenso zur Serie wie das Variobad, das den Platz nicht verdoppelt, aber spürbar besser nutzt. Kleine Lösungen, die im Alltag oft mehr bringen als große Versprechen. Grundriss des Corigon A 70 D mit Einzelbetten Grundriss des Corigon A 70 D Bilder von: Corigon Auch beim A 70 D bleibt Corigon realistisch kalkuliert: Fiat-Ducato-Basis mit 140 PS, Einstieg ebenfalls ab 61.999 Euro. Damit wirkt der Alkoven nicht wie ein nostalgisches Comeback, sondern wie eine nüchterne Ergänzung der Pure-Reihe. Am Ende sind die Alkoven Pure keine Showmobile und keine Konzeptstudien, sondern ziemlich einfache Werkzeuge für Reisen mit mehreren Menschen. Alkoven sind nicht Trend, Alkoven sind die pragmatische Antwort, wenn Platz wichtiger ist als Pose. Wer es schlanker mag, findet bei Corigon die Pure-Teilintegrierten als Alternative. Und wer sehen will, wie eng Corigon und Etrusco bei Layout und Basis beieinanderliegen, landet schnell beim Test des Etrusco T-Base 6.9 SB. Wie unterschiedlich Neuheiten auf der CMT 2026 gedacht sind, zeigen daneben Modelle wie der Ahorn Camp T 680 mit viel Raum zum fairen Einstieg oder der Hymer Grand Canyon S 700 CrossTrail als deutlich aufgerüstete Edition. Und wer den Alkoven-Gedanken geländetauglicher will, kommt am Dopfer 332 A Granit kaum vorbei.