Mutig ist er allemal, der 2023 vorgestellte Hyundai Santa Fe der fünften Generation (interner Code MX5). Mit seinem extrem kastenförmigen Design, das eher an einen gestandenen Offroader als ein gediegenes SUV erinnert, wollten die Koreaner ein Statement setzen. Doch wie diese neuen Erlkönig-Bilder zeigen, scheint das Design-Experiment nicht überall den gewünschten Erfolg gebracht zu haben. Unsere Fotografen haben nun erstmals das Facelift des Santa Fe bei Testfahrten im europäischen Schnee erwischt. Klingt reichlich verfrüht, wenn man bedenkt, dass der Santa Fe erst seit Juli 2024 auf europäischen Straßen unterwegs ist. Auf seinem Heimatmarkt startete er allerdings im Sommer 2023, in den USA immerhin Anfang 2024. Zudem dürfte die Modellpflege des Siebensitzers kaum vor 2027 auf den Markt kommen. Allerdings werfen die neuen Prototypen-Bilder weitere Fragen auf. Denn trotz dicker Tarnung erkennt man, dass die Koreaner offenbar größere Designänderungen vornehmen werden. Unsere in der Regel gut informierten Fotografen sprechen sogar von "einem der radikalsten Mid-Cycle-Design-Updates der jüngeren Firmengeschichte". Bildergalerie: Hyundai Santa Fe (2026) Erlkönig Die aktuelle Generation des Santa Fe fällt vor allem durch ihre schiere Wucht auf. Der Autor dieser Zeilen findet das Auto optisch durchaus spannend. Offenbar geht das vielen anders. Das Facelift soll nun deutlich aerodynamischer und geschliffener wirken. Die Erlkönig-Bilder deuten auf eine neue Designsprache hin, die Hyundai intern "Art of Steel" nennt und die erstmals beim kommenden Nexo-Nachfolger zu sehen sein wird. Was bedeutet das konkret? Die Frontpartie wird überarbeitet. Die wuchtigen Scheinwerfer weichen schmaleren Einheiten mit seitlich platzierten Tagfahrlichtern. Auch der Grill verliert seinen grobschlächtigen Look und wird feiner integriert. Die seitlichen Planken werden geglättet, um das Fahrzeug weniger massig, sondern breiter und premium-artiger wirken zu lassen – eine optische Annäherung an den Tucson oder den großen Palisade (der in Deutschland nicht angeboten wird). Der wohl größte Kritikpunkt am aktuellen Santa Fe ist das Heck. Die extrem tief platzierten Rückleuchten sorgen scheinbar für Unverständnis bei Kunden, die das Design im Vergleich zum Konzernbruder Kia Sorento als unstimmig empfinden. Hier setzt Hyundai den Rotstift an: Die neuen Bilder lassen vertikale Rückleuchten erkennen, die nun – ganz im Trend – durch ein durchgehendes horizontales Leuchtenband verbunden sind. Zudem wandert das Kennzeichen an eine harmonischere Position. Ziel ist ein hochwertigerer, weniger nutzfahrzeugartiger Look. Dabei muss allerdings beachtet werden: Der hier gezeigte Prototyp ist noch extrem verkleidet, gerade im Heckbereich. Um endgültig beurteilen zu können, wie das Facelift des Santa Fe aussehen wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Kommen wir zur Technik: Der 2,5-Liter-Turbobenziner mit 281 PS (in Deutschland nicht im offiziellen Programm, aber global wichtig) verliert das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Kunden hatten in der Vergangenheit häufiger über ruppiges Anfahrverhalten und harte Schaltvorgänge geklagt. Stattdessen kehrt Hyundai wohl zu einer klassischen Wandlerautomatik zurück. Für den deutschen Markt wichtiger: Die Hybrid-Antriebe bleiben. Der 1.6 T-GDI Hybrid (aktuell 215 PS Systemleistung) und der Plug-in-Hybrid (253 PS) behalten ihre bewährte 6-Stufen-Wandlerautomatik. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob man bei einem großen SUV wie dem Santa Fe nicht auch mal an hubraumstärkere Antriebe denken sollte. Dass Hyundai bereits Anfang 2026, also knapp zwei Jahre nach Marktstart in Europa, einen so stark getarnten Erlkönig auf die Straße schickt, zeigt für unsere Erlkönigfotografen einen gewissen Handlungsdruck. Fakt ist: In Deutschland konnte das neue Modell mit knapp 1.600 Verkäufen 2024 und etwa 2.800 Einheiten 2025 nicht an die Zahlen vergangener Baureihen anknüpfen. In den USA lief es 2025 mit gut 142.000 Verkäufen (+20 Prozent) dagegen sehr gut.