Sicherheit wird bei Volvo seit Jahrzehnten groß geschrieben. Der schwedische Autohersteller hat den traditionellen Dreipunktgurt praktisch erfunden und ist seither in diesem Bereich immer wieder innovativ tätig. Jetzt konzentriert sich Volvo darauf, die Bildschirme im Auto sicherer zu machen: nicht durch bessere Technik oder mehr Knöpfe, sondern durch Schriftarten. Ja, Schriftarten! Volvo möchte sicherstellen, dass die Schriftarten leicht zu lesen sind – vor allem während der Fahrt. Deshalb hat das Team für Benutzeroberflächen eine neue Schriftart entwickelt, die die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen soll. Volvo Centum Font Die Schriftart heißt Volvo Centum und ist eine Anspielung auf das 100-jährige Jubiläum des Unternehmens im Jahr 2027. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Schriftstudio Dalton Maag entwickelt und soll Anfang 2026 im neuen EX60 eingeführt werden. Im Gespräch mit Dezeen erklärt Volvo, dass die Schriftart so konzipiert ist, dass sie "die Augenbewegungen direkt beeinflusst", sodass die Fahrenden durch nichts anderes auf dem Bildschirm abgelenkt werden als durch den Text. Volvo hat zudem unnötige Grafiken und visuelle Unordnung reduziert; die Schriftart sorgt dafür, dass sich die Augen der Fahrer auf das Wesentliche konzentrieren. "Jede Designentscheidung - Form, Gewicht, Proportion - wurde getroffen, um den Fahrern zu helfen, schneller zu lesen, besser zu verstehen und sich im Auto zu konzentrieren", sagt Pablo Bosch, Font Developer bei Dalton Maag. Es mag albern klingen, aber eine besser lesbare Schrift kann sich tatsächlich auf die Sicherheit auswirken. Eine Studie der AAA hat ergeben, dass Autofahrer je nach Alter im Durchschnitt 18 bis 40 Sekunden auf den mittleren Touchscreen schauen. Bei einer Geschwindigkeit von nur 40 km/h pro Stunde kann ein Auto in 40 Sekunden nahezu die Länge von fünf Fußballfeldern zurücklegen. Eine klarere, übersichtlichere Schrift könnte dazu beitragen, die mit dem Bildschirm verbrachte Zeit zu reduzieren. Knöpfe, Taster und Schalter als Ausweg? Eventuell gibt es eine einfachere Lösung für das aktuelle Touchscreen-Problem: die Rückkehr zu physischen Tasten. Angesichts von Studien, die auf die Gefahren von Touchscreens im Auto hinweisen, und der Frustration vieler Autofahrer durch die Überlastung mit Touchscreens, beginnen die Autohersteller, wieder Knöpfe und Schalter in ihren Cockpits zu integrieren. Nachdem sie jahrelang eine traditionelle Bedienung durch Bildschirme und berührungsempfindliche Bedienelemente ersetzt haben, betonen Marken wie Hyundai, Porsche und Volkswagen wieder den Wert der haptischen Bedienelemente. Der Innenraum des Volvo EX30 - kein einziger Knopf in Sicht. Volvo hat die Memo jedoch immer noch nicht erhalten. Der neue EX60 sieht vielversprechend aus und Volvo kann zumindest mit gut strukturierten und übersichtlichen Bildschirmen auf Google-Automotive-Basis wie im aktuellen EX30 überzeugen. Generell heißt es in vielen Bereichen: Gewöhnung schafft Sicherhet. Doch einfache Tasten für die wichtigsten Funktionen können haptisch ertastet werden, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen. Einfache Aufgaben wie das Erhöhen der Gebläsedrehzahl, das Öffnen des Handschuhfachs oder das Einstellen der Seitenspiegel sollten daher nicht hinter einer Touchscreen-Oberfläche verborgen bleiben. Wenigstens fängt Volvo an zuzuhören. Im Oktober teilten die Schweden mit, das Zugangssystem mit Schlüsselkarten eventuell durch traditionellere Schlüsselanhänger zu ersetzen. Zum Ende des Jahres hofft man ja viel. Hoffen wir also mal, das es ein Zeichen dafür ist, dass es bald auch wieder mehr Tasten geben wird. Auch wenn cleane Innenräume durchaus ihren Reiz versprühen.