Manchmal reicht eine einfache Idee, um ein vertrautes Auto völlig neu wirken zu lassen. Genau das gelang Citroën Mitte der 1970er-Jahre mit dem Citroën 2CV Spot. Die Ente war damals längst etabliert, robust, günstig und allgegenwärtig. Aber eben auch schon veraltet. Doch mit dieser limitierten Serie bekam sie plötzlich einen ganz anderen Auftritt. Der Impuls kam bereits 1974 aus dem Studio von Serge Gevin. Zwei Entwürfe standen zur Wahl, entschieden hat man sich für die mutigere Variante. "Orange Ténéré" trifft auf "Blanc Meije", dazu ein Streifenmuster, das eher an Strandmöbel als an Nutzfahrzeuge erinnert. Das Ergebnis wirkt leicht, fast verspielt – und genau darin lag der Reiz. Bildergalerie: 50. Jahrestag des Citroen 2CV Spot Bis zur Markteinführung verging einige Zeit. Anfang 1976 wurde ein Prototyp an der Küste der Normandie fotografiert, eher beiläufig inszeniert. Kurz darauf startete die Produktion im Werk Levallois. Der Name "Spot" war übrigens nicht erste Wahl, setzte sich aber durch, nachdem "Transat" markenrechtlich nicht verfügbar war. Technisch blieb alles beim Bekannten. Basis war der Citroën 2CV 4 mit 435-Kubikzentimeter-Zweizylinder. Mehr als 100 km/h Spitze und rund 5,4 Liter Verbrauch waren solide Werte. Entscheidend war ohnehin das Erscheinungsbild: zweifarbige Karosserie, gestreiftes Faltdach, passende Türverkleidungen und die auffällige Innenausstattung in Orange. Selbst Details wie die Radkappen – übernommen von der Dyane – fügten sich ins Gesamtbild ein. Der Preis lag bei 13.600 Franc und damit im Rahmen dessen, was man für eine Ente erwartete. Die eigentliche Überraschung folgte beim Marktstart am 10. April 1976. Citroën machte aus der Einführung ein Ereignis im gesamten Händlernetz. Und die Kundschaft reagierte sofort. Die 1.800 Exemplare waren innerhalb weniger Tage verkauft, vielerorts sogar schneller, als die Händler reagieren konnten. Damit traf die Marke einen Nerv. Citroen 2CV Spot Der Erfolg blieb nicht auf Frankreich beschränkt. Auch in anderen europäischen Märkten kam der Spot gut an. Je nach Land variierte die Technik leicht – etwa mit dem stärkeren Motor des Citroën 2CV 6 in Großbritannien und der Schweiz. Das Grundkonzept blieb aber unverändert: ein bekanntes Auto mit klarer, eigenständiger Linie. Heute, 50 Jahre später, hat sich der 2CV Spot seinen Platz in der Oldtimer-Szene gesichert. 2026 steht er gleich bei mehreren Veranstaltungen im Mittelpunkt. Beim großen 2CV-Treffen in Villiers-sur-Loir werden tausende Fahrzeuge erwartet, darunter viele Sondermodelle. Und auch auf der Messe Epoqu'auto in Lyon spielt der Spot eine prominente Rolle – er ziert sogar das offizielle Plakat. Organisationen wie L’Aventure Citroën kümmern sich darum, solche Kapitel der Markengeschichte sichtbar zu halten. Denn der 2CV Spot war mehr als nur eine Farbvariante. Er war der Anfang einer Idee: limitierte Modelle gezielt als emotionale Erweiterung eines Serienautos einzusetzen. Heute ist das Standard. 1976 war es ein kleiner Bruch mit der Routine – später sollten noch berühmte "Enten" wie der Charleston folgen.