Der Diesel im Schwerlast-Segment ist noch lange nicht am Ende. Daimler Truck hat die sechste Generation seiner Detroit-Motoren vorgestellt: DD13, DD15 und DD16 kommen mit mehr Drehmoment, überarbeitetem Kraftstoffsystem und voller Konformität zur verschärften US-Abgasnorm EPA 2027. Die DD13 und DD15 starten im Januar 2027, der DD16 folgt ein Jahr später. Kunden der amerikanische Marken Freightliner und Western Star können sich freuen. Die Leistungsdaten sind beachtlich. Der kleinste der drei, der DD13 mit 12,8 Liter Hubraum, leistet zwischen 410 und 525 PS und stemmt bis zu 2.508 Newtonmeter Drehmoment (1.850 lb-ft). Der DD15 mit 14,8 Liter bringt es auf 425 bis 505 PS und neu bis zu 2.576 Nm (1.900 lb-ft), was neue Downspeeding-Optionen mit extrem kurzen Achsübersetzungen erlaubt. Ganz oben thront der DD16 mit 15,6 Liter Hubraum: 560 bis 605 PS und sagenhafte 2.779 Nm (2.050 lb-ft) für die schwersten Einsätze. Technisch setzt Detroit auf Weiterentwicklung statt Revolution, was bei Flottenbetreibern gut ankommt. Das aufwändige Amplified-Injection-System fliegt raus, stattdessen kommt ein vereinfachtes Hochdrucksystem mit direkten, nicht-amplifizierten Injektoren. Das senkt laut Detroit den Kraftstoffverbrauch im typischen Fernverkehr um rund 3 Prozent, ohne dass sich die Wartungsintervalle ändern. Über 9 Millionen Testkilometer und drei Jahre Extremerprobung stecken in der Entwicklung. Für die Einhaltung der drastisch verschärften NOx-Grenzwerte, die ab 2027 um mehr als 80 Prozent sinken, setzt Detroit auf ein vorgeschaltetes SCR-System (pre-SCR). Es sitzt vor dem Haupt-Abgasnachbehandlungssystem und nutzt die Abgaswärme früher aus, was besonders beim Kaltstart und bei Stadtfahrten hilft. Das bekannte Detroit 1-Box-Packaging bleibt dabei erhalten, es ragt also weiterhin nicht hinter die Kabine. Auch der Turbolader wurde weiterentwickelt. Die asymmetrische Bauweise, die Detroit 2014 einführte, bekommt nun optimierte Verdichter- und Turbinenräder sowie ein poliertes Verdichtergehäuse. Ein neuer Wastegate-Aktuator verbessert die Motorbremse und hilft bei Bergfahrten auf großer Höhe. Neu auf allen drei Motorvarianten ist außerdem das Thermokontrollventil, das bislang nur im Gen-5-DD13 verbaut war und die Abgasnachbehandlung schneller auf Temperatur bringt. Produziert werden alle Gen-6-Motoren wie gehabt im Werk Redford, Michigan, in das Daimler Truck im Zuge der Gen-6-Vorbereitung 285 Millionen US-Dollar investiert hat. Seit 1938 steht der Standort für amerikanische Motorenfertigung. Mit 1,2 Millionen verkauften DD-Schwerlastmotoren seit 2007 und globalen Skaleneffekten von rund 200.000 Einheiten pro Jahr aus der gemeinsamen HDEP-Plattform aller Daimler-Truck-Marken hat der Konzern eine klare Botschaft: Der Diesel bleibt, solange er gebraucht wird.