Seit 2019 sind X 167 und V 167 im Einsatz – wohl besser bekannt als Mercedes GLE und GLS. Bereits im April 2023 wurde eine erste Überarbeitung angekündigt, die im Herbst zu den Händlern kam. Jetzt steht das zweite Facelift für die dicken Stuttgarter an. Wer jetzt nur ein paar neue Schürzen erwartet hat, wird jedoch eines Besseren belehrt. Die Schwaben haben Mercedes GLE und GLS technisch wie optisch stark überarbeitet und greifen tief in die Elektronik-Kiste. Zeit für einen detaillierten Blick auf das, was uns erwartet. Mercedes GLE (2026) Mercedes GLE Coupé (2026) Bilder von: Mercedes-Benz Karosserie und Design Beim Außendesign geht Mercedes zwar behutsam, aber gezielt vor. An der Front fallen beim GLE direkt neue Lichtsignaturen auf, die dem Konzern-Gesicht einen moderneren Touch verleihen. Besonders die sportlichen AMG-Derivate grenzen sich nun stärker ab: Der neue Mercedes-AMG GLE 53 rollt mit einem überarbeiteten, AMG-spezifischen Kühlergrill und neu gezeichneten Lufteinlässen vor. Am Heck prangen nun neu geformte Rückleuchten im bekannten markanten Sternen-Design, abgerundet durch die typische Abgasanlage mit Doppelendrohrblenden. Wer farblich auffallen möchte, kann für den AMG erstmals die Sonderlackierung "Hightechsilber magno" ordern. Bildergalerie: Mercedes GLS (2026) Innenraum Der Fokus des Facelifts lag klar auf dem Cockpit. Sowohl im GLE als auch im GLS gehört der riesige MBUX Superscreen nun zur Serienausstattung. Die durchgehende Bildschirmfläche vereint drei 12,3 Zoll große Displays zu einer nahtlosen Bedieneinheit. Befeuert wird das System vom neuen MB.OS-Betriebssystem, das als Supercomputer fungiert und dank künstlicher Intelligenz über einen virtuellen Assistenten verfügt, der komplexe Dialoge führen kann. Im GLS, der als "S-Klasse unter den SUVs" positioniert ist, dürfen sich die Fondpassagiere über zwei 11,6-Zoll-Displays freuen. Musikalisch rüstet Mercedes ebenfalls auf: Das Burmester-Soundsystem bietet nun 710 Watt und Dolby Atmos. Zudem kommen neue Farbkombinationen im Innenraum zum Einsatz. Mercedes GLE (2026) Mercedes GLE (2026) Bilder von: Mercedes-Benz Antriebe und Fahrwerk Unter der Haube sortiert Mercedes das Motorenangebot neu. Die Antriebe wurden umfassend überarbeitet, um die Agilität zu steigern und gleichzeitig die Geräuschkulisse zu verbessern. Beim GLE stehen somit zwei Diesel, zwei Benziner und ein Plug-in-Hybrid zur Auswahl. Letzteres, der GLE 450e 4Matic mit 240 kW (326 PS), soll jetzt über 106 Kilometer vollelektrisch fahren können. Das Top-Modell GLE 580 4Matic leistet im Facelift jetzt 395 kW (537 PS) statt zuvor 380 und hält 730 Nm Drehmoment über eine größere Bandbreite bereit. Die beiden Diesel-Sechszylinder, GLE 350d 4Matic mit (210 kW (286 PS) und GLE 450d 4Matic mit 270 kW (367 PS), sind nun mit einem elektrischen Heizkatalysator ausgestattet. Dieser bringt die Abgasanlage frühzeitig auf den optimalen Temperaturbereich und sorgt dafür, dass die Temperatur während des gesamten Fahrzyklus im gewünschten Bereich bleibt. Weitere technische Verbesserungen umfassen Zylinderlaufbuchsen aus der Formel 1 und Stahlkolben mit sogenannter Schüttelkühlung. Im Zuge der Umstellung fällt der beliebte Diesel-PHEV (GLE 350 de) weg. Je nach Antrieb kann der GLE bis zu 3.500 Tonnen ziehen. Der GLS kommt nur mit den zwei Diesel und Benziner Optionen, der Plug-in-Hybrid bleibt dem GLE vorbehalten. Mercedes GLE (2026) Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid (2026) Das neue "E-Active Body Control"-System des GLE und GLS analysiert die Fahrsituation 1.000 Mal pro Sekunde. In Kombination mit Cloud-Daten passt die Luftfederung die Dämpfer elektronisch an, kurz bevor das Fahrzeug über ein Hindernis oder eine Bodenwelle rollt. Die weiterentwickelten Fahrassistenzsysteme bieten auch teilautomatisiertes Fahren. AMG GLE 53 mit 48 Volt oder Plug-in Der AMG GLE 53 profitiert von einem weiterentwickelten 3,0-Liter-Reihensechszylinder, der nun 330 kW (449 PS) leistet. Das Modell wird breit gefächert angeboten – als SUV und Coupé sowie wahlweise als 48-Volt-Mildhybrid oder 400-Volt-Plug-in-Hybrid. Ersterer legt dann noch einen kleinen E-Motor mit 17 kW (23 PS) oben drauf, der bei der Beschleunigung "bosstet", der Stecker-Benziner kann auf weitere 135 kW (184 PS) zurückgreifen. Damit sprintet der GLE 53 in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. DC-Laden mit 60 kW ist optional erhältlich. Fahrwerksseitig kommt der Bolide weiterhin mit AMG Ride Control+ Luftfederung und adaptiver Dämpfung. Optional ist für die 48-Volt-Version die AMG Active Ride Control mit aktiver Wankstabilisierung erhältlich. Beide erhielten im Zuge der Modellpflege ein Software-Update und eine neue Abstimmung. Bildergalerie: Mercedes-AMG GLE 53 Hybrid (2026) Was wird das Update kosten? Was kosten die großen SUVs? Offizielle Preise nennt Mercedes in den ersten Presseinformationen noch nicht. Ein Blick auf die bisherigen Preislisten gibt aber eine gute Indikation, wohin die Reise geht: Das alte Modell des GLE (als 300 d) startete zuletzt bei rund 85.000 Euro, das Coupé lag bei knapp über 97.500 Euro. Wer zum AMG GLE 53 griff, musste mindestens 112.500 Euro investieren. Da das Facelift deutlich mehr Serienausstattung – inklusive Superscreen – mitbringt, könnten die Basispreise noch einmal spürbar anziehen.