Skoda kann offenbar auch anders. Während Modelle wie der Enyaq und Elroq bislang vor allem mit ihrer praktischen Art punkten, fährt der neue Peaq deutlich größere Geschütze auf. Jede Menge Platz, Sitze mit Massagefunktion und Komfort, der beinahe an eine Luxuslimousine erinnert.

Klingt nach einem echten Volltreffer, oder? Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Die „Auto Zeitung“ hat sich das neue Skoda-Flaggschiff in der Topversion Peaq 90x genauer angesehen. Und dabei zeigt sich schnell: Der große Stromer hat einiges auf dem Kasten.

Allerdings gibt es auch Punkte, bei denen potenzielle Käufer ordentlich schlucken dürften.

Skoda Peaq 90x im Test: Hier kann das Topmodell punkten

Mit einer Länge von 4,87 Metern und einer Höhe von 1,67 Metern ist der Skoda Peaq alles andere als ein kleines Auto. Optisch bewegt er sich irgendwo zwischen SUV und Van.

Auch technisch geht der Hersteller einen etwas anderen Weg. Unter der Karosserie steckt eine spezielle China-Variante der Elektroplattform des VW-Konzerns.

Besonders im Innenraum zeigt der Peaq, was er kann. Wie die „Auto Zeitung“ berichtet, überzeugen sowohl die Verarbeitung als auch die verwendeten Materialien.

In der getesteten Sportline-Ausstattung gibt es unter anderem Mikrofaser-Bezüge und weich gepolsterte Sitze.

Skoda-Modell hat auch für Familien was zu bieten

Und die haben es in sich. Fahrer und Beifahrer können sich auf elektrisch ausfahrbare Beinauflagen freuen. Dazu gibt es eine Massagefunktion und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Gerade während einer Ladepause dürfte das ziemlich angenehm sein.

Auch für Familien hat der Skoda einiges zu bieten. In der getesteten Siebensitzer-Version finden bis zu sieben Personen Platz. Die zweite Sitzreihe lässt sich dabei flexibel anpassen.

Doch nicht nur beim Platzangebot sammelt der Peaq Pluspunkte. Auch während der Fahrt zeigt sich der große Stromer von seiner gemütlichen Seite. Laut „Auto Zeitung“ überzeugt er mit einem hervorragenden Geräuschkomfort.

Das adaptive Fahrwerk schluckt die meisten Unebenheiten problemlos. Erst bei besonders schlechtem Straßenbelag wird es etwas unruhiger.

Es gibt Abstriche

So gemütlich der Peaq auch sein mag, beim Verbrauch sieht die Sache schon etwas anders aus. Im Test der „Auto Zeitung“ benötigte der Skoda durchschnittlich 21,4 Kilowattstunden auf 100 Kilometer.

Das entspricht einer Reichweite von rund 402 Kilometern.

Von den mehr als 600 Kilometern, die auf dem Papier möglich sein sollen, bleibt damit im Alltag ein gutes Stück übrig – allerdings längst nicht alles. Wer besonders sparsam fährt, kann den Verbrauch auf 16,7 Kilowattstunden drücken.

Bei zügigen Autobahnfahrten sind dagegen auch mehr als 25 Kilowattstunden drin.

Skoda-Peaq punktet beim laden

Immerhin geht das Laden zunächst recht flott. In der unteren Hälfte des Akkustands erreicht der Peaq knapp 200 Kilowatt Ladeleistung. Ab 50 Prozent lässt das Tempo allerdings nach.

Und wie sieht es mit dem Fahrspaß aus? Nun ja, sagen wir es so: Der Skoda ist eher gemütlicher Reisebegleiter als sportlicher Kurvenjäger.

Dabei bringen es die beiden Elektromotoren des Allradlers auf 299 PS. Von null auf 100 km/h geht es in 6,4 Sekunden. Trotzdem bleibt der 2,4 Tonnen schwere Peaq laut „Auto Zeitung“ beim Fahrverhalten eher zurückhaltend.

Die Lenkung liefert wenig Rückmeldung, große sportliche Ambitionen sucht man vergeblich. Für gemütliche Langstreckenfahrten dürfte das allerdings kaum ein Nachteil sein.

Beim Preis hört der Spaß auf

Der wohl größte Haken kommt allerdings noch. Denn wer sich den Skoda Peaq in die Garage stellen möchte, muss ziemlich tief in die Tasche greifen. Das Einstiegsmodell Peaq 60 beginnt bei 49.900 Euro.

Dafür gibt es eine 59-kWh-Batterie, 204 PS und Heckantrieb. Die angegebene Reichweite liegt bei 456 Kilometern. Im Alltag hält die „Auto Zeitung“ allerdings eher rund 300 Kilometer für realistisch.

Wer den größeren Akku möchte, muss weitere 8.000 Euro einplanen. Und damit ist die Preisspirale noch längst nicht am Ende.

Der getestete Skoda Peaq 90x mit 86-kWh-Akku, Allradantrieb und Sportline-Ausstattung kostet nämlich mehr als 72.000 Euro. Eine ordentliche Hausnummer.

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Zwar bietet der Testwagen dafür reichlich Ausstattung. Unter anderem ist das Maxx-Paket für 3.410 Euro an Bord. Es umfasst beispielsweise das adaptive Fahrwerk, Komfortsitze mit Liegefunktion und ein Sonos-Soundsystem.

Wer sparen möchte, könnte laut „Auto Zeitung“ immerhin auf den Allradantrieb verzichten. Das würde 2.500 Euro weniger kosten. Ein echtes Schnäppchen wird der Peaq dadurch allerdings auch nicht.

Skoda Peaq 90x: Das ist das Fazit

Unterm Strich fällt das Urteil der „Auto Zeitung“ ziemlich eindeutig aus. Der Skoda Peaq 90x überzeugt vor allem mit seinem hohen Komfort, dem großzügigen Platzangebot und der angenehm ruhigen Fahrt. Gerade für Familien und Menschen, die viel unterwegs sind, hat das neue Flaggschiff einiges zu bieten.

Wer dagegen ein besonders sportliches Elektroauto sucht, dürfte mit dem großen Skoda weniger glücklich werden. Und auch beim Preis muss man erst einmal schlucken.