Der chinesische Autoriese BYD drängt über seine Heimat hinaus, und immer mehr Modelle erreichen Europa. Durch die Strafzölle ist der Import jedoch teurer.

Deshalb möchte der Konzern auch seine Produktionsstandorte ausweiten.

Und dabei rückt vor allem Europa in den Blick. Für VW ein Warnsignal, das die Krise noch weiter verschärfen könnte.

📌 BYD

  • Herkunft: BYD steht für „Build Your Dreams“ und wurde 1995 in China gegründet. Ursprünglich stellte das Unternehmen Batterien her.
  • Elektroautos: BYD produziert Elektroautos und Hybridfahrzeuge. Das Unternehmen entwickelt auch eigene Batterien für seine Fahrzeuge.
  • Weltweiter Erfolg: BYD gehört zu den bedeutenden Herstellern von Elektroautos weltweit und verkauft seine Fahrzeuge inzwischen auch in vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland.

Kommt die Konkurrenz aus China jetzt nach Europa?

Schon 2025 hat BYD 187.657 Autos nach Europa geliefert. Bis Ende des Jahrzehnts will der Konzern sein Exportgeschäft kräftig ausbauen, wie die „WirtschaftsWoche“ berichtet.

Dann soll die Hälfte aller BYD-Fahrzeuge im Ausland verkauft werden. Auf Dauer lässt sich das kaum noch allein über Importe bewältigen.

Deshalb will BYD künftig direkt in Europa produzieren. Das erste europäische Werk hatte der Konzern bereits 2023 in Ungarn angekündigt. Auf dem Pariser Autosalon sprach BYD zudem von einem zweiten und dritten Werk.

Mögliche Länder sind dabei Frankreich und Spanien. Bis 2030 will der Hersteller seine Belegschaft in Europa auch auf mehr als 40.000 Beschäftigte aufstocken.

Für VW und für den Autostandort Deutschland ist das ein Warnsignal. „Wir sind auf der Verliererstraße, das müssen wir uns klarmachen“, sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer im Gespräch mit News38.

Der Autoexperte veröffentlicht im November ein Buch über die neue Auto-Supermacht China – und nimmt auch eben jene Entwicklungen ins Visier.

Lösungen für VW

In China selbst hat die deutsche Autoindustrie nach Dudenhöffers Worten bereits stark an Boden verloren. Nun müsse sie aufpassen, dass ihr in Europa nicht dasselbe passiert. „Der Druck wird größer“, so Dudenhöffer.

„BYD ist nicht nur für VW gefährlich, sondern auch für Toyota, Hyundai, Kia, die Franzosen und die Italiener. BYD und die Chinesen insgesamt werden sich überall Marktanteile von diesen Autobauern holen.“

Dudenhöffer sieht für VW einen Weg, den Schaden zu begrenzen: die Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern. „Das machen Stellantis, also Opel, Peugeot, Citroën und Fiat, schon mit Leapmotor. Der chinesische Partner entwickelt große Teile der Fahrzeuge, die dann in Europa gebaut werden.“

Das Gleiche werde man seiner Einschätzung nach auch bei VW sehen. „Gerade bei den Elektroautos werden viele Dinge, die VW in China entwickelt hat, zum Einsatz kommen.“

Zugleich habe VW Stärken, auf die der Konzern bauen könne. Dazu zählen die lange Markenbekanntheit, das Vertrauen der Kunden und die Loyalität der Käufer. Hinzu kommen ein Händlernetz in Kundennähe und eine schnelle Ersatzteilversorgung.

Bei neuen Marken dauere die Lieferung von Ersatzteilen dagegen manchmal sehr lange. Ausruhen dürfe sich VW darauf aber nicht. Die Fahrzeuge müssten mit mehr chinesischer Technik ausgestattet werden, schneller auf die Linie kommen und im Preis nicht zu weit von den Chinesen entfernt liegen.

Sorge um den Standort Deutschland

Am meisten sorgt sich Dudenhöffer um den Standort. Er fordert, Industriekosten wie Lohnnebenkosten, Energie und Logistik zu senken.

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Auch an VW selbst liege die Lösung nicht. „Wir müssen Deutschland ändern. VW wird Deutschland nicht ändern.

VW muss dorthin gehen, wo es für VW ökonomisch sinnvoll ist. Und wenn das in Deutschland nicht funktioniert, und zwar bei keinem Hersteller, dann verliert Deutschland. Wir sind auf der Verliererstraße, das müssen wir uns klarmachen.“