Manfred Harrer, Forschungs- und Entwicklungsleiter der Hyundai Motor Group, sieht die Entwicklung von Festkörperbatterien als entscheidend für die Zukunft der Automobilindustrie an. Er betont laut InsideEVs die Notwendigkeit, bei dieser Technologie präsent zu bleiben, und erwartet, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre erste Fahrzeuge in geringen Stückzahlen mit entsprechenden Energiespeichern auf den Markt kommen.

Im Gegensatz zu aktuellen Elektroautos, die flüssige Elektrolyte in ihren Batterien nutzen, ersetzen die unter anderem bei Hyundai in Entwicklung befindlichen neuen Batterien diese durch eine feste Komponente. Dies bietet potenziell Vorteile bei der Sicherheit und Leistung, wie etwa eine höhere Reichweite, schnellere Ladezeiten und kompaktere Akkupakete.

Bisher ist es allerdings noch keinem Hersteller gelungen, die Produktion dieser Zellen in einem für die Automobilindustrie relevanten Maßstab zu realisieren. Die Fertigung für den Massenmarkt gilt als größte Herausforderung der Festkörpertechnologie und wird nach Meinung vieler noch länger auf sich warten lassen.

Die Kosten für die benötigten Rohstoffe werden laut Harrer über viele Jahre hinweg „enorm hoch“ bleiben, was den Einsatz der Technologie im Massenmarkt zunächst verhindern wird. Er erklärte dazu: „Letztendlich kann man alles lösen, aber das hat seinen Preis – einen enormen Preis.“ Eine Lösung für das Problem der Rohstoffkosten ist nach seiner Einschätzung nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre möglich.

Hyundai entwickelt die Festkörperbatterien sowohl intern als auch mit Partnern wie Solid Power. Andere Autohersteller hoffen ebenfalls auf die neue Technologie. Harrer bezeichnete Festkörperbatterien als „derzeit die größte Wette in der Branche“. Das Ziel von Hyundai sei dabei, durch eigenes Know-how und eine eigene Lieferkette diese Kerntechnologie selbst zu beherrschen. Daher investieren die Südkoreaner auch in die eigene Batterieproduktion.