Hyundai-Deutschlandchef Andreas Zürnstein plant für das Ende des Jahres einen Elektroauto-Anteil von 35 Prozent an den Neuzulassungen. Derzeit liegt der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) bei über 31 Prozent, sagte er dem Magazin Electrified im Oktober. Die Entwicklung werde durch ein attraktives, breites Angebot sowie steigende Kraftstoffpreise und Förderungen unterstützt.
„Wenn Preis, Reichweite und Nutzwert zusammenpassen, entscheiden sich deutlich mehr Kunden für ein Elektroauto“, so Zürnstein. Mit dem kompakten Ioniq 3 ergänzt Hyundai sein Portfolio aktuell um ein weiteres E-Auto. Das neue Modell wurde in Deutschland entwickelt und soll sich an europäische Kunden richten. Es biete eine hohe Reichweite, viel Platz, moderne Konnektivität und einen Einstiegspreis von unter 30.000 Euro, wirbt der Landeschef.
Damit hat Hyundai nun eine Auswahl aus zwei Elektroautos in der Preisklasse unter 30.000 Euro. Das Modell Inster hat sich im Segment der kleinen Elektrofahrzeuge bereits etabliert. Der Kleinstwagen ist seit etwa anderthalb Jahren auf dem Markt und gehört in Deutschland zu den fünf Modellen mit den meisten Förderanträgen. Der Ioniq 3 soll dieses Angebot ergänzen und unterschiedliche Kundengruppen erschließen, um zusätzliche Verkaufszahlen zu generieren.
Das aktuelle Stromer-Angebot der Südkoreaner umfasst zudem Modelle wie Kona Elektro, Ioniq 5, Ioniq 6, Ioniq 9 sowie Staria Elektro. Zürnstein sieht die Strategie durch die konstante Positionierung des Anteils über dem Gesamtmarkt bestätigt. Er erwartet eine weitere Dynamik am Markt, da die Nachfrage nach Elektroautos seit dem Frühjahr stetig steige.
Als Faktoren für das Kundeninteresse nennt Zürnstein neben der Förderung auch die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Bei Preisen von etwa 2,30 Euro pro Liter Benzin gewinne ein Strompreis von rund 35 Cent pro Kilowattstunde an Bedeutung. Zudem würden eine zunehmende Reichweite und komfortableres Laden als entscheidend für die Kaufentscheidung betrachtet.
Zum Wettbewerb durch chinesische Anbieter positioniert sich Hyundai gegen kurzfristige Rabattstrategien. Das Unternehmen will sich laut dem Deutschlandchef nicht an einem Preiskampf beteiligen, der Restwerte, Händlerprofitabilität und Kundenvertrauen gefährde. Stattdessen setze Hyundai auf ein Paket aus Qualität, Technologie, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie das bestehende Servicenetz.