Das AUV ist für Aufklärung, Minenabwehr und die Überwachung von Unterwasserinfrastruktur ausgelegt. Je nach Antrieb unterscheiden sich Reichweite und Einsatzdauer erheblich.
Der Greyshark soll ohne Besatzung unter Wasser navigieren, Sensoren einsetzen und Daten sammeln. Mehrere Fahrzeuge können laut Hersteller über verschlüsselte akustische Signale miteinander kommunizieren, Informationen austauschen und Aufgaben selbstständig verteilen. Eine Einheit könnte so beispielsweise ein von einem anderen Fahrzeug entdecktes Objekt näher untersuchen.
Zwei Antriebe für unterschiedliche Einsatzzeiten
Die Batterieversion Bravo ist für kürzere Missionen vorgesehen. Die Brennstoffzellenversion Foxtrot soll deutlich länger unter Wasser bleiben können. Sie nutzt Wasserstoff, der in einer Brennstoffzelle elektrische Energie erzeugt. Als mögliche Einsatzdauer nannten sie bis zu 16 Wochen.
Sensoren und Navigation
Die technische Ausstattung ist auf eigenständige Navigation und Unterwasseraufklärung ausgelegt. Genannt werden ein Trägheitsnavigationssystem, ein Doppler-Geschwindigkeitsmesser und eine akustische Unterwasserortung. Für die Navigation an der Oberfläche ist ein ausfahrbares Periskop mit Satellitenkommunikation und taktischem Funk vorgesehen. Unter Wasser erfolgt die Kommunikation akustisch.
Zur Sensorik zählen unter anderem ein synthetisches Apertursonar, ein Fächerecholot und ein nach vorn gerichtetes Sonar. Hinzu kommen elektromagnetische und akustische Sensoren, Tiefen- und Temperatursensoren sowie ein Lasersystem zur Bildgebung und Vermessung. Die Verarbeitung an Bord soll automatische Zielerfassung, Hindernisvermeidung und Anpassungen des Missionsverlaufs ermöglichen.
Der Rumpf ist laut Unternehmen strömungsoptimiert und an biologische Formen angelehnt. Angetrieben wird der Greyshark von einem elektrischen Ringmotor mit Ringpropeller. Die modulare Sensorik soll den Einsatz für unterschiedliche Aufgaben ermöglichen, darunter die Suche nach Minen, die Kartierung von Gebieten und die Beobachtung von Unterseekabeln oder Pipelines.
Was ist ein Ringmotor?Ein Ringmotor ist ein Elektromotor, dessen Bauteile ringförmig um eine zentrale Öffnung angeordnet sind. Beim Greyshark sitzt der Motor laut Hersteller an einem segmentierten Ringpropeller und treibt diesen direkt an. Dadurch kann die Antriebseinheit kompakt gebaut werden, ohne eine lange Antriebswelle zum Propeller zu führen.
Euroatlas verantwortet Energieversorgung und Rumpf
Euroatlas sitzt in Bremen und bringt Erfahrung mit maritimen Systemen, Leistungselektronik und Systemintegration ein. Beim Greyshark ist das Unternehmen für Energieversorgung, Motor und Rumpf verantwortlich. EvoLogics aus Berlin entwickelt unter anderem die Steuerung, Sensorintegration und Unterwassernavigation. Das Unternehmen arbeitet auch an akustischer Kommunikation und Positionierung unter Wasser
An der Entwicklung sind außerdem Industriepartner beteiligt. Fassmer bringt laut den bisherigen Projektangaben Schiffsbauerfahrung ein, Rheinmetall unterstützt die Systemintegration.
Erste Auslieferungen sind für Ende 2026 geplant
Die Unternehmen meldeten auf der Euronaval den Beginn der Serienproduktion und zeigten das erste Serienfahrzeug. Aufträge europäischer Regierungskunden liegen nach ihren Angaben bereits vor. Erste Auslieferungen sind noch vor Ende 2026 vorgesehen.
Im März 2026 hatten Euroatlas und EvoLogics eine Fertigungskapazität von 150 Fahrzeugen pro Jahr in Aussicht gestellt. Eine Ausweitung auf bis zu 500 Einheiten jährlich ist darstellbar.