Ein Auto, das mit einer einzigen Akkuladung weiter kommt als so mancher deutlich größere Stromer. Ein Verbrauch, der selbst für Elektroautos außergewöhnlich niedrig ist. Und eine Technik, die VW eigentlich längst in seinen Serienmodellen verbaut.
Was zunächst nach einem ambitionierten Zukunftsprojekt klingt, ist bei den Niedersachsen bereits Realität. Mit einem neuen Technologieträger will Volkswagen zeigen, wie viel Effizienz in einem Elektroauto tatsächlich steckt.
Dabei erinnert das Projekt an eine Idee, die VW schon vor Jahren verfolgt hat. Damals sorgte der XL1 mit seinem extrem niedrigen Verbrauch für Aufsehen. Nun nimmt sich der Konzern erneut das Thema Sparsamkeit vor – allerdings mit einem anderen Ansatz.
Denn diesmal könnte aus dem Rekordfahrzeug mehr werden als eine exklusive Kleinserie. VW prüft offenbar, ob das ungewöhnliche Modell tatsächlich in Serie gehen könnte.
VW setzt auf bekannte Technik
Der neue VW Mission Efficiency soll zeigen, wie weit sich die Effizienz eines Elektroautos noch steigern lässt. Anders als beim damaligen XL1 setzt Volkswagen dabei nicht auf eine kostspielige Sonderentwicklung mit aufwendigen Hightech-Materialien. Stattdessen bildet der MEB+-Baukasten die technische Grundlage. Damit kommt auch der Mission Efficiency mit einer vergleichsweise gewöhnlichen Technik aus.
An der Vorderachse arbeitet eine E-Maschine mit 99 kW beziehungsweise 136 PS. Dazu kommt ein Akku mit 52 kWh Kapazität. Die Kombination ist auch aus dem neuen ID. Polo bekannt.
Doch während der elektrische Kleinwagen mit dieser Ausstattung eine Reichweite von 454 Kilometern erreicht, soll der Mission Efficiency deutlich weiter kommen. VW gibt für den Technologieträger eine Reichweite von 654 Kilometern an.
Möglich macht das vor allem die außergewöhnliche Aerodynamik.
Auch beim Stromverbrauch liegen die beiden Modelle weit auseinander. Der ID. Polo kommt auf einen Normverbrauch von 13,3 kWh pro 100 Kilometer. Beim Mission Efficiency sind es lediglich 8,4 kWh.
Auf einer rund 1300 Kilometer langen Sparfahrt von Wolfsburg nach Wien erreichten die Entwickler sogar einen Verbrauch von 7,51 kWh pro 100 Kilometer. Dabei waren sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 68 km/h unterwegs. Auf einer konstanten Runde über das Testgelände konnte der Verbrauch unter idealen Bedingungen sogar auf 6,48 kWh gedrückt werden.
Sportwagengefühl statt Kleinwagen
Der Mission Efficiency ist besonders flach gebaut. Sein langes Heck verjüngt sich nach hinten und nähert sich damit der sogenannten Tropfenform an. Als Vorbild dient den Entwicklern der Tropfenwagen, den Aerodynamik-Pionier Edmund Rumpler bereits in den 1920er-Jahren entwickelte. Auch weitere Details sind auf möglichst wenig Luftwiderstand ausgelegt. Dazu gehören spezielle, nahezu geschlossene Felgen, verkleidete hintere Radhäuser und besonders kleine Außenspiegel.
Das Ergebnis ist ein außergewöhnlicher cw-Wert von 0,158. Zum Vergleich: Der ID. Polo kommt auf 0,264, der frühere XL1 auf 0,189. Der Mission Efficiency liegt damit deutlich unter den Werten der bisherigen VW-Modelle.
Auch optisch unterscheidet sich der Mission Efficiency deutlich von einem klassischen VW-Kleinwagen. Die langen Türen, die tief positionierten Sitze und die flache Frontscheibe erinnern eher an einen Sportwagen. Das Cockpit wirkt futuristisch, setzt aber auf eine vergleichsweise einfache Bedienung. Statt eines klassischen Armaturenbretts gibt es eine leichte Querstrebe, an der die Instrumente befestigt sind. Ein Tablet übernimmt die Funktion des zentralen Bildschirms und lässt sich sogar verschieben oder abnehmen.
Trotz der flachen Bauweise bietet das Modell vergleichsweise viel Platz. Der Kofferraum fasst 481 Liter und ist damit größer als beim Golf. Auf den hinteren Sitzen wird es dagegen enger. Unter das niedrige Dach passen lediglich Mitfahrer bis etwa 1,60 Meter.
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Ob der Mission Efficiency tatsächlich in Serie geht, ist noch offen. In Wolfsburg wird derzeit diskutiert, welche Kompromisse bei Bodenfreiheit, Rundumsicht und Alltagstauglichkeit notwendig wären.