Bei VW wird gespart, was das Zeug hält. Tausende Arbeitsplätze sollen verschwinden, die Kosten müssen runter.

Doch ausgerechnet bei den Bonuszahlungen für die Führungsetage scheint der Konzern jetzt andere Maßstäbe anzulegen. Denn während die Beschäftigten den Sparkurs zu spüren bekommen, sollen es die Manager künftig leichter haben, ihre Bonusziele zu erreichen.

Wie die „Bild“ unter Berufung auf einen Bericht des „Spiegel“ schreibt, hat Volkswagen die Anforderungen für eine vollständige Zielerreichung bei der operativen Umsatzrendite offenbar deutlich gesenkt. Einfach gesagt: VW-Manager müssen weniger hohe Gewinne erzielen, um die Boni abzustauben.

Und ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie groß der Unterschied zum Vorjahr ausfällt.

VW-Manager sollen Bonusziele leichter erreichen

Dem Bericht zufolge reicht 2026 bereits eine operative Umsatzrendite von 3,8 Prozent aus, damit Vorstand und Management bei dieser Kennzahl ihr Bonusziel zu 100 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr sah das noch ganz anders aus.

Damals waren bei 3,8 Prozent gerade einmal 50 Prozent des Ziels erreicht. Für eine vollständige Zielerreichung mussten es 5,8 Prozent sein.

Die neuen Schwellenwerte im Überblick:

  • 2,8 Prozent Umsatzrendite: 50 Prozent Zielerreichung
  • 3,8 Prozent Umsatzrendite: 100 Prozent Zielerreichung
  • 5,8 Prozent Umsatzrendite: 175 Prozent Zielerreichung

Zum Vergleich: 2025 waren für die maximale Zielerreichung noch 8,8 Prozent Umsatzrendite erforderlich. Besonders pikant ist dabei eine Aussage von VW-Finanzvorstand Arno Antlitz.

Wie die „Bild“ berichtet, hatte er eine Umsatzrendite von 3,8 Prozent im Sommer selbst noch als zu niedrig bezeichnet. Nun soll ausgerechnet dieser Wert für die vollständige Erfüllung des Bonusziels ausreichen.

VW: Millionen-Boni trotz Sparkurs

Dass es bei den Bonuszahlungen um einen Haufen Schotter geht, zeigt ein Blick auf das vergangene Jahr. Laut „Bild“ erhielt VW-Konzernchef Oliver Blume 2025 einen Bonus von rund zwei Millionen Euro.

Seine gesamte Vergütung belief sich auf 7,42 Millionen Euro.

Auch andere Vorstandsmitglieder konnten sich über hohe Bonuszahlungen freuen. Finanzchef Arno Antlitz, VW-Markenchef Thomas Schäfer, Audi-Chef Gernot Döllner, IT-Chefin Hauke Stars und Technikvorstand Thomas Schmall erhielten jeweils rund 1,72 Millionen Euro.

Währenddessen steht bei VW weiterhin ein heftiger Stellenabbau bis 2030 im Raum. Dass ausgerechnet jetzt die Anforderungen an die Manager gesenkt werden sollen, dürfte bei so manchem Beschäftigten für Kopfschütteln sorgen.

Konzernspitze könnte trotzdem leer ausgehen

Allerdings bedeutet die Absenkung der Renditeziele nicht automatisch, dass die Manager 2026 höhere Boni kassieren.

Wie die „Bild“ berichtet, ist die operative Umsatzrendite nur eine von mehreren Kennzahlen, die in die Berechnung des Jahresbonus einfließen.

Hinzu kommt: Volkswagen rechnet für das Gesamtjahr derzeit mit höchstens einem Prozent Umsatzrendite.

Damit würde die Konzernspitze bei dieser Bonuskomponente voraussichtlich überhaupt keine Auszahlung erhalten.

Mehr News:

VW Passat: Beim TÜV zeigt der Kombi seine Schwächen – das sollten Käufer wissen

VW ID. Cross: Volkswagen bringt neuen Elektro-Hoffnungsträger – das steckt wirklich drin

Skoda Peaq: Plötzlich wird die VW-Tochter zur Luxus-Konkurrenz – Audi und BMW im Visier

Eine öffentliche Stellungnahme zu den neuen Schwellenwerten gibt es bislang nicht. Auch VW-Aufsichtsratssprecher Eric Felber wollte die Angaben gegenüber der „Bild“ nicht kommentieren.

Aus Konzernkreisen heißt es zudem, dass sich allein aus der Umsatzrendite nicht ableiten lasse, wie hoch die Manager-Boni für 2026 tatsächlich ausfallen werden.