Beim Autokonzern aus Wolfsburg bebt die Ladesparte. Die Konzerntochter Elli zieht sich komplett aus dem Geschäft mit Hardware für Elektroautos zurück.

Betroffen sind private Wallboxen sowie Ladeinfrastruktur für Firmenkunden.

Für die Kundschaft soll dieser Rückzug keine spürbaren Folgen haben. Serviceleistungen und die Versorgung mit Ersatzteilen bleiben gesichert.

Restbestände an Wandladestationen plant die Firma noch abzuverkaufen.

VW-Tochter mit Fokus auf digitale Geschäftsmodelle

Künftig trennt sich der Anbieter von der Produktion spezieller Ladesäulen und gibt die Zuständigkeit für große Batterie-Speicher ab. Eine andere Konzerngesellschaft übernimmt diese Anlagen.

Elli-Chef Giovanni Palazzo begründet den Schritt: „Wir richten unser Portfolio neu aus, und konzentrieren uns auf digitale und skalierbare Geschäftsmodelle, mit denen wir mehr Kunden in mehr Märkten erreichen und kontinuierliche Umsätze erzielen können“.

Ab 2027 bündelt die Firma ihre Kräfte in den Bereichen Energie und Mobilität. Erhalten bleiben das europäische Ladenetz, Flotten-Lösungen sowie das Ökostrom-Angebot.

Intelligente Konzepte zur Einbindung von E-Autos in das Stromnetz rücken stärker in den Mittelpunkt.

Mitarbeiter bangen um ihre Stellen

Am Dienstag (3. November) präsentierte die Führungsebene den rund 400 Beschäftigten die bitteren Pläne. Wie viele Angestellte durch die Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verlieren, ließ Palazzo offen. Die Zahl sei jedoch nicht unerheblich.

Derzeit laufen bereits konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Abbau. In den kommenden Wochen hofft der Manager auf eine Einigung.

Der europäische Lademarkt wächst rasant, konsolidiert sich aber bei sinkenden Margen.

Im Jahr 2024 verzeichnete die VW-Tochter bei einem Umsatz von 174 Millionen Euro einen Nachsteuerverlust von rund 54 Millionen Euro.

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Schon bald soll durch den Umbau die Gewinnzone erreicht werden. «Durch die Senkung der Fixkosten, insbesondere der Personalkosten, wollen wir die Rentabilität steigern», erklärte Palazzo.

Mit einer profitablen Bilanz dürfte die Tochter für externe Investoren attraktiv werden, mit denen bereits erste Gespräche laufen. (dpa)