Autofahrer erlebten am Mittwoch eine erfreuliche Überraschung an den Zapfsäulen. Wer Super E10 tankte, zahlte laut ADAC um 10.00 Uhr im bundesweiten Durchschnitt nur 1,979 Euro pro Liter.

Damit fiel der Preis wieder unter die magische Zwei-Euro-Marke. Schon am Dienstag kratzte der Kraftstoff mit einem Tagestief von 1,995 Euro an dieser Schwelle.

Ob dieser Wert im Tagesdurchschnitt Bestand hat, bleibt jedoch fraglich. Seit April greift an den Tankstellen die 12-Uhr-Regel.

Mittags schießen die Tarife steil nach oben, bevor sie bis zum späten Nachmittag schrittweise absinken. Gegen 10.00 Uhr machen Kunden daher oft ein gutes Geschäft.

📌 Das unterscheidet Benzin und Diesel

  • Zündung: Benzinmotoren (Otto-Motoren) zünden das Kraftstoff-Luft-Gemisch per Zündkerze. Dieselmotoren verdichten nur Luft stark, spritzen dann den Kraftstoff ein, und das Gemisch entzündet sich durch die hohe Temperatur selbst (Selbstzündung).
  • Energiegehalt und Verbrauch: Diesel hat pro Liter mehr Energie (ca. 9,8 kWh/l) als Benzin (ca. 8,5 kWh/l). Außerdem arbeitet der Dieselmotor effizienter. Deshalb verbraucht er bei gleicher Leistung meist weniger Kraftstoff.
  • Drehmoment und Drehzahl: Dieselmotoren liefern schon bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment. Das ist gut für Zugkraft und Transporter. Benzinmotoren drehen höher und laufen oft sportlicher und leiser.
  • Emissionen: Diesel stößt weniger CO₂ pro Kilometer aus, dafür aber mehr Stickoxide (NOₓ) und Rußpartikel. Er braucht daher aufwendigere Abgasreinigung (Partikelfilter, AdBlue/SCR). Benzin erzeugt mehr CO₂, aber meist weniger Stickoxide.

Abwärtstrend an den Zapfsäulen hält an

Seit Wochen zeigt die Kurve für Benzin kontinuierlich nach unten. Am Dienstag lag der aussagekräftigere Tagesdurchschnitt für E10 bei 2,041 Euro.

Das entspricht einem Rückgang von 4,3 Cent zur Vorwoche. Blickt man auf Mitte Oktober zurück, verbilligte sich der Liter sogar um 11 Cent.

«Die Spritpreise entwickeln sich aktuell deutlich rückläufig, was vor allem auf den wesentlich geringeren Ölpreis zurückzuführen ist», erklärt der ADAC. Auch beim Diesel zeigt die Preiskurve leicht nach unten.

Am Dienstag kostete der Liter 2,26 Euro und damit 2,2 Cent weniger als am Sonntag.

Seit Mitte Oktober tut sich bei diesem Kraftstoff allerdings wenig. Dadurch klafft mittlerweile eine Lücke von fast 22 Cent zwischen Benzin und Diesel.

Normalerweise ist Diesel aufgrund der geringeren Besteuerung deutlich günstiger.

Kartellamt prüft ungleiche Entwicklung

Diese auffällige Diskrepanz ruft das Bundeskartellamt auf den Plan. Bei Benzin trifft laut den Wettbewerbshütern eine schwächere Nachfrage auf ein größeres Angebot.

Beim Diesel bleibt die Situation wegen der Probleme in der Straße von Hormus und dem Ukraine-Krieg extrem angespannt.

Zusätzlich nahmen die Experten die Weitergabe des Tankrabatts von 16,7 Cent im Oktober unter die Lupe. Bei Diesel reichten die Konzerne den Nachlass zu 90 Prozent weiter, bei Super E5 nur zu rund 60 Prozent.

Die Behörden betonen allerdings, dass diese Berechnungen schwierig seien.

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Aktuelle Zahlen zeigen ein neues Bild

Durch die jüngsten Preisrückgänge könnte sich das Bild inzwischen gewandelt haben. Das Ifo-Institut ermittelte für Ende Oktober bis Anfang November beim Diesel eine Weitergabe von 9,7 Cent.

Bei Superbenzin kamen sogar 17,4 Cent beim Verbraucher an.

Grundsätzlich schwanken die Tarife je nach Uhrzeit und Region enorm.

Laut dem Portal Tankerkönig war E10 am Mittwochvormittag im Nordwesten am teuersten, während Diesel im Süden und Westen Spitzenwerte erreichte. (mit dpa)