Der deutsche Automarkt kommt langsam wieder in Bewegung – allerdings profitieren längst nicht alle Hersteller davon. Im Oktober 2026 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) insgesamt 254.492 Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem überschaubaren Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Hinter dem moderaten Wachstum verbergen sich allerdings deutliche Verschiebungen bei den Marken und Antriebsarten. Vor allem Tesla, BYD und Leapmotor stechen mit kräftigen Zuwächsen hervor.

Deutsche Hersteller profitieren kaum

Tesla kommt im Oktober auf 2.932 Neuzulassungen und legt damit gegenüber dem Vorjahresmonat um 290,9 Prozent zu. Auch über die ersten zehn Monate des Jahres fällt das Wachstum deutlich aus: Mit 47.742 neu zugelassenen Autos liegt der US-Hersteller 206,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil beträgt 1,9 Prozent. Damit bewegt sich Tesla inzwischen wieder auf Augenhöhe mit BYD, das im bisherigen Jahresverlauf 47.961 Fahrzeuge in Deutschland absetzen konnte.

Der chinesische Hersteller hat im Oktober 5.173 Pkw neu zugelassen, 54,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sein Marktanteil erreicht damit zwei Prozent. Noch dynamischer entwickelt sich das Geschäft von Leapmotor: Die Stellantis-Partnermarke kommt im Oktober auf 3.661 Neuzulassungen und ein Plus von 288,6 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Wachstum auf 266,1 Prozent. Insgesamt stehen 19.705 Fahrzeuge in der KBA-Statistik, was einem Marktanteil von 0,8 Prozent entspricht. Damit hat Leapmotor zwar noch einen vergleichsweise kleinen Marktanteil, wächst aber deutlich schneller als viele etablierte Wettbewerber.

Auch andere China-Bauer im Plus

Auch andere chinesische Marken legen zu. MG Roewe steigert seine Oktober-Zulassungen um 48,5 Prozent auf 4.140 Fahrzeuge. Xpeng kommt auf 1.380 Neuzulassungen und wächst um 284,4 Prozent. Lynk & Co legt um 270,2 Prozent zu, bleibt mit 174 Autos allerdings auf niedrigem Niveau. Die Zahlen zeigen, dass chinesische Hersteller ihre Präsenz auf dem deutschen Markt ausbauen. Allerdings ist das Wachstum unterschiedlich verteilt: Während BYD bereits einen Marktanteil von zwei Prozent erreicht, bleiben viele jüngere Marken vorerst Nischenanbieter.

Auf der anderen Seite stehen mehrere etablierte Hersteller unter Druck. Opel verzeichnet im Oktober ein Minus von 24,1 Prozent, Hyundai verliert 15,3 Prozent und Skoda 12,1 Prozent. Auch Seat (-8,7 Prozent), Audi (-8,4 Prozent) und VW (-4,0 Prozent) liegen unter dem Vorjahresergebnis. Mercedes kann dagegen um 8,5 Prozent zulegen, BMW bleibt mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent nahezu unverändert. An der Spitze der Markenstatistik steht weiterhin VW mit 46.331 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 18,2 Prozent. Mercedes folgt mit 10,3 Prozent vor BMW mit 9,3 Prozent.

Elektroautos legen kräftig zu, Benziner verlieren

Noch deutlicher als bei den Marken fällt die Verschiebung bei den Antrieben aus. Im Oktober wurden 94.086 reine Elektroautos neu zugelassen. Das sind 79,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreicht 37 Prozent. Damit liegen batterieelektrische Autos nur noch knapp hinter den Hybridfahrzeugen, die einschließlich Plug-in-Hybriden auf 37,7 Prozent kommen. Die Zahl der Plug-in-Hybride ging im Oktober allerdings um 7,9 Prozent auf 28.499 Fahrzeuge zurück.

Besonders deutlich ist der Einbruch bei den klassischen Verbrennern. Die Benziner-Neuzulassungen sinken um 40,5 Prozent auf 38.516 Fahrzeuge, Diesel verlieren 21,6 Prozent und kommen auf 23.882 Autos. Zusammen erreichen beide Antriebsarten nur noch einen Marktanteil von 24,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Oktober 2025 lag allein der Benziner-Anteil noch bei 25,9 Prozent. Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw sank entsprechend um 21,1 Prozent auf 79,4 Gramm pro Kilometer.

Kleinwagen legen wieder zu

Auch bei den Fahrzeugsegmenten zeigen sich Verschiebungen. SUVs bleiben mit 96.076 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 37,8 Prozent mit Abstand die beliebteste Fahrzeugklasse. Ihr Wachstum beträgt 13,3 Prozent. Kleinwagen legen um 9,1 Prozent zu und erreichen einen Anteil von 13,7 Prozent. Die Kompaktklasse verliert dagegen kräftig: Mit 34.694 Neuzulassungen liegt sie 15,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Auch die Mittelklasse gibt um sieben Prozent nach.

Auffällig ist zudem die Entwicklung bei den privaten und gewerblichen Käufern. Während die privaten Neuzulassungen um 20,6 Prozent auf 103.649 Fahrzeuge steigen, gehen die gewerblichen Zulassungen um 8,2 Prozent auf 150.608 Autos zurück. Der Privatanteil wächst damit auf 40,7 Prozent. Das könnte auch die Verschiebungen bei den Antrieben und Marken beeinflussen, da sich die Nachfrage zunehmend auf andere Modelle und Antriebskonzepte verteilt.

Insgesamt wurden von Januar bis Oktober 2026 knapp 2,48 Millionen Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark fällt dabei das Wachstum der Elektroautos aus: Mit 698.230 Neuzulassungen liegen sie 60,7 Prozent über dem Vorjahreswert und kommen inzwischen auf einen Anteil von 28,2 Prozent. Die Oktober-Zahlen zeigen damit nicht nur eine Erholung des Elektroautomarkts, sondern auch, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Herstellern verschieben.