Es war die Szene des Freitags. Nach einer knappen Viertelstunde im zweiten Training (30.10.) des Mexiko-Grand-Prix kamen sich Max Verstappen und Liam Lawson in die Quere. Statt dem heraneilenden Verstappen im Red Bull den Vortritt zu lassen, hielt Lawson im Racing Bulls dagegen. Drei Kurven lang balgten sich die beiden aus dem Red-Bull-Kosmos, ehe Verstappen in Kurve 14 abkürzte und in den Neuseeländer rumpelte. Es flogen ein paar Carbonteile.
Noch während des Trainings sah Lawson am Funk den Niederländer als Schuldigen. Verstappen äußerte sich erst im Anschluss an die zweite Session zu dem Vorfall. Die FIA-Stewards bestellten beide Piloten im Anschluss um 17.45 Uhr Ortszeit zur Anhörung.
Verstappen und Lawson bestraft
Erst drei Stunden später folgte das Urteil: Verstappen und Lawson verlieren jeweils einen Startplatz für das nächste Rennen, an dem sie teilnehmen. Das wird der GP von Mexiko am Sonntag (1.11.) sein. Beide erhielten außerdem einen Strafpunkt. Damit steht Lawson in den vergangenen zwölf Monaten bei vier Strafpunkten, Verstappen bei einem.
Die Stewards hörten beide Fahrer und Vertreter ihrer Teams an und werteten Videoaufnahmen aus. Verstappen war auf einer Aufwärmrunde unterwegs, Lawson auf einer Abkühlrunde und bereitete sich auf einen weiteren schnellen Versuch vor. Die beiden gerieten zwischen der Anfahrt zu Kurve 12 und dem Scheitelpunkt von Kurve 14 aneinander.
FIA will durchgreifen
Besonders ins Gewicht fiel, dass die Fahrer schon zuvor gewarnt worden waren. Bei einem Treffen mit den Teammanagern am selben Tag hatten die Stewards auf das Verhalten im Training hingewiesen. "Die Fahrer beider Autos verhielten sich auf eine Weise, die die Stewards als inakzeptabel einstuften, insbesondere angesichts der Verwarnung, die zuvor am selben Tag beim Teammanager-Meeting ausgesprochen worden war", heißt es in der Begründung.
Auch die Fahrer selbst räumten ein, dass die Manöver unnötig waren. "Beide Fahrer gaben zu, dass die Manöver unnötig und ungeschickt waren", schreiben die Stewards. Weil es in dieser Saison bereits ähnliche Zwischenfälle im freien Training gegeben hatte und es in der Vergangenheit zu Kontakten zwischen Autos gekommen war, entschieden sie sich für eine härtere Sanktion.
"Die Stewards haben beschlossen, die Strafe von einer formellen Verwarnung auf eine Rückversetzung in der Startaufstellung zu erhöhen", heißt es im Urteil. Damit ahndeten sie das Verhalten beider Fahrer. Obwohl Verstappen und Lawson unterschiedliche Artikel des Internationalen Sportgesetzes verletzten. Für Verstappen ist die Strafe im Kampf um einen möglichen Sieg in der Höhe der Mega-City ein Rückschlag. Der Startposition wird nach dem ersten Trainingstag eine extrem hohe Bedeutung in Mexiko-Stadt zugesprochen.